Viktoria Köln steigt auf

Großes Drama, aber RWO hat es nicht geschafft

Oberhausen.   Alles stimmte: Kulisse, Einstellung und die Führung. Doch am Ende lagen die Rot-Weißen am Boden. Gegen Verl hat ein 3:3 nicht gereicht.

RWO kann nur Drama und meist ging es in dieser Saison gut aus. Im Saisonfinale hat es nicht gereicht. Das 3:3 gegen den SC Verl war am Ende zu wenig, da zeitgleich Viktoria Köln die U 23 von Borussia Mönchengladbach 1:0 schlug und damit Meisterschaft und Aufstieg in die Dritte Liga klar machte.

Rot-Weiß lieferte den Ostwestfalen einen heißen Kampf, führte durch ein sensationelles Tor von Cihan Özkara schnell 1:0 und hätte nachlegen müssen. Stattdessen gaben die Kleeblätter danach das Spiel aus der Hand. Immerhin, das abschließende Remis sichert noch den zweiten Platz vor Rödinghausen und beendete eine famose Saison. Auch wenn kein Rot-Weißer damit nach dem Abpfiff zu erreichen war, die Erkenntnis wird sich bei Spielern und Fans durchsetzen. 8000 RWO-Anhänger demonstrierten eindrucksvoll den Schulterschluss, den die Mannschaft von Mike Terranova in dieser Saison mit ihnen vollzog.

Odenthal und Steinmetz wie entfesselt

Die Kleeblätter legten überfallartig los und drückten die Gäste ständig in deren Hälfte. Maik Odenthal und Raphael Steinmetz spielten wie entfesselt, Steinmetz hatte gleich drei gute Gelegenheiten in den ersten Minuten, SC-Keeper Robin Brüseke aber parierte.

Dann aber zielte Özkara ganz genau. Im Mittelkreis sah er, dass der SCV-Schnapper zu weit vor seinem Tor postiert war und setzte aus der Drehung volley aus 40 Metern zu einem ganz langen Ball an. Brüseke stolperte hinterher, aber der Ball schlug genau unter der Latte ein: 1:0 nach 14 Minuten, die Rot-Weißen träumten den Aufstieg. In den folgenden Minuten hätten sie für die Vorentscheidung sorgen können, denn Steinmetz, Özkara oder Shaibou Oubeyapwa besaßen starke Möglichkeiten zum Abschluss.

Und dann gab es den Bruch. Verl hatte mit einem Freistoß an den Pfosten von Anton Heinz (12.) schon angedeutet, warum der Klassenerhalt längst sicher ist. Überraschend aber das 1:1. Aygün Yildirim durfte vor der RWO-Abwehr am Strafraum ungestraft dribbeln, keiner fühlte sich für die Störattacke zuständig. Also schoss Yildirim und Daniel Davari konnte den präzisen Flachschusss nur noch an den Innenpfosten lenken. Von dort lief er ins Tor (32.). Fortan hatte Rot-Weiß Probleme, die zuvor zwingenden Aktionen wurden fahriger, es gab unnötige Ballverluste, wo zuvor Sicherheit herrschte. Dennoch hätten die Oberhausener mit einer Führung in die Pause gehen können. Zunächst stocherte Mike Jordan eine Kopfballvorlage von Jannik Löhden am langen Pfosten vorbei (43.). Dann zielte Özkara freistehend aus zehn Metern genau auf Brüseke (44.).

Die kalte Dusche nach der Pause

Die kalte Dusche erfolgte drei Minuten nach Wiederbeginn. Heinz hielt aus 25 Metern mit links einfach mal drauf, ein RWO-Abwehrbein fälschte den Ball ins kurze Eck ab, Davari war schon auf dem Weg ins lange: 1:2 (48.). Als dann Terranova mit seinen Einwechslungen volles Risiko ging, fuhren die Verler mit dem frischen Marko Stojanovic einen schnellen Konter über die nun entblößte Seite von Dominik Reinert und mittig stand der ebenfalls eingewechselte Daniel Hammel frei: 1:3 (72.).

Was dann folgte, war Fußball mit Herz, unbändiger Kampf und großes Kino: alles auf Seiten von RWO. Denn die Elf gab sich mitnichten geschlagen, glaubte an das Momentum der letzten Spiele. Zwei Elfmetersituationen gegen Steinmetz und Özkara ließ Schiedsrichter David-Markus Koj durchgehen, die dritte pfiff er. Wieder wurde Özkara gelegt, nahm den Strafstoß an und schoss schwach. Brüseke hielt (78.). Aber nur zwei Minuten später war der Anschluss da: Philipp Gödde nahm ein Zuspiel im Strafraum volley. der Ball blieb im Getümmel irgendwo vor der Linie in der Luft stehen und Tarik Kurt war mit dem Kopf da: 2:3 (80.).

Es reichte nur noch zum Remis

Jetzt war Feuer unterm Dach und RWO drückte unablässlich, lediglich einmal kurz unterbrochen von einem Fan, der meinte, auf dem Platz mitwirken zu müssen. Das war schnell beendet und fünf Minuten Nachspielzeit brachen an. Freistoß Schumacher, Kopfball Löhden ins lange Eck: 3:3 (90. +3). Die Bank sprang auf und signalisierte nach langer Kölner 1:0-Führung (66.) gegen Gladbach: Die haben den Ausgleich geschafft. Motivationshilfe für die letzten Bemühungen, doch es fruchtete nicht mehr. Es hätte ohnehin nicht mehr geholfen, die Partie in Köln endete pünktlich und mit 1:0, nicht 1:1.

Und bei den Rot-Weißen begann der Trauermarsch, der in wenigen Tagen zu einem Fazit und zu einem Neustart führen wird. Auf ein Neues in der Regionalliga 2019/20.

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