Rot-Weiß Oberhausen

RWO: Schwacher Anfang - starke Reaktion

Maik Odenthal ärgert sich nach dem Abpfiff.

Maik Odenthal ärgert sich nach dem Abpfiff.

Foto: Micha Korb

Oberhausen.  Im Derby RWO gegen RWE sahen die Zuschauer zwei völlig verschiedene Hälften. Großen Anteil daran hatte die angedachte Taktik des Gastgebers.

Erneut konnten die Kleeblätter einen Ausrutscher der Kölner Viktoria (1:1 gegen SC Verl) nicht nutzen, um den Abstand auf die Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga zu verkürzen. Die Mannschaft von RWO-Trainer Mike Terranova kam im Derby gegen RW Essen nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.

Aufgrund des um 17 Treffer besseren Torverhältnisses benötigen die Kölner mit ihren vier Zählern Vorsprung nur noch zwei Punkte aus den zwei verbleibenden Partien, um nach diversen gescheiterten Versuchen im Sommer für die Drittklassigkeit planen zu können.

Schwache erste Hälfte

Ernüchterung dagegen bei den Hausherren, die in Durchgang eins einfach nicht in den Derbymodus fanden. „Es waren Kleinigkeiten, dumme Fehler, aber in der Summe war es dann nicht das, was wir uns vorgestellt hatten“, so Terranova.

Vorgestellt hatte er sich, dass seine Elf erst einmal den Gegner kommen lässt und dann schnell umschaltet. Mit Raphael Steinmetz, Tarik Kurt und Cihan Özkara hatte er die komplette Offensiv-Abteilung aus dem Herkenrath-Spiel (2:1) auf der Bank gelassen. Als Spitze Philipp Gödde sowie Yassin Ben Balla und Maik Odenthal liefen dafür auf. Die Offensiv-Zange bildeten Christian März rechts und auf links Tim Hermes, für den Odenthal verteidigte.

Doch nach vorne lief wenig bis gar nichts. Die Außen waren defensiv beschäftigt, Gödde hing in der Luft. Der Angreifer lief nicht selten alleine in des Gegners Hälfte hin und her, um dessen Spielaufbau zu stören - oder es zumindest zu versuchen. Die weitaus größeren Spielanteile hatten die Gäste, zwei Fernschüsse bei RWO von Dario Schumacher waren zu wenig.

Standard schlecht verteidigt

So war die Führung der Essener in der Entstehung für RWO unnötig, aber für die Gäste verdient. Einen Freistoß von Kevin Grund köpfte Enrico Wirtz aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (42.). RWO-Keeper Daniel Davari wirkte nicht entschlossen genug, aber auch seine Vorderleute waren eine Sekunde nicht im Bilde.

Auf diese Vorstellung musste Terranova reagieren, brachte Raphael Steinmetz als zweite Spitze und Francis Ubabuike für Alex Scheelen, der nicht immer die erhoffte Ordnung ins Mittelfeld brachte, und den angeschlagenen Hermes. Und auch seine Ansprache schien angekommen zu sein, nun war Dampf auf dem Kessel.

Zudem ging es ja auch wieder Richtung eigene Fans, mittlerweile ein eklatanter Leistungsunterschied im RWO-Spiel. „Die Tribüne mit den Fans ist ein riesen Vorteil für uns. Vielleicht müssen wir gucken, dass wir auf der anderen Seite auch noch eine bauen und die Leute dann rüber gehen“, witzelte Terranova auf der Pressekonferenz.

Führungsspieler März übernimmt Verantwortung

Die Hausherren wurden belohnt. Der bärenstarke März schickte Steinmetz steil, der behielt vor RWE-Keeper Robin Heller die Nerven und schob zum 1:1 ein (50.). Plötzlich war es ein Fußballspiel und RWO am Drücker. Lediglich Ubabuike erwischte einen rabenschwarzen Tag, machte wenig bis nichts aus seinen Räumen auf der linken Außenbahn. Der Winterneuzugang wirkte dermaßen verunsichert, dass sich Christian März genötigt sah, sich den Youngster in einer Verletzungsunterbrechung kurz zu schnappen und ihm gut zuzureden. Starke Geste des zuletzt stets als Führungsspieler auftretenden März.

In Minute 81 erhöhte Terranova noch einmal das Risiko, brachte Özkara für Reinert und reduzierte die Abwehrkette auf ein Trio. RWO presste, doch der Treffer wollte bekanntlich nicht fallen.

„Wir glauben weiterhin an den Aufstieg, auch wenn es für viele unmöglich erscheint“, weiß nicht nur Kapitän Löhden: Wunder gibt es immer wieder. Auch große.

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