Urteil

Ultras von Rot-Weiß Oberhausen müssen Führerschein abgeben

Archivbild: Im Finale des Niederrheinpokals am 14. Mai 2015 spielt Rot Weiss Essen in Essen gegen Rot Weiss Oberhausen.

Im Bild: Fans von RWO zünden zu Beginn der zweiten Halbzeit bengalische Fackeln (Bengalos)

Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services

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Archivbild: Im Finale des Niederrheinpokals am 14. Mai 2015 spielt Rot Weiss Essen in Essen gegen Rot Weiss Oberhausen. Im Bild: Fans von RWO zünden zu Beginn der zweiten Halbzeit bengalische Fackeln (Bengalos) Foto: Sebastian Konopka / FUNKE Foto Services Foto: Sebastian Konopka

Oberhausen.  Einige Fans von Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen müssen offenbar ihren Führerschein abgeben, weil sie zu aggressiv sind.

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15 Ultras von Rot-Weiß Oberhausen wurden bereits im März 2016 von der Stadt Oberhausen aufgefordert, sich einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) zu unterziehen, weil ihnen ein besonders hohes Aggressionspotenzial attestiert wurde. Anfang des Jahres hatte die Stadt dann vier Fußballfans gedroht, ihnen den Führerschein zu entziehen, sollten die sogenannten Idiotentests nicht absolvieren.

Dagegen hatten die Fußballfans vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf geklagt. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" nun berichtet, befand das Verwaltungsgericht Düsseldorf in der mündlichen Verhandlung, dass genügend Anhaltspunkte für ein hohes Aggressionspotenzial der Ultras vorlägen.

Laut "Spiegel" verzichteten die Ultras aus Kostengründen darauf, die nächsthöhere Instanz anzurufen und in der Folge müssen die Männer nun ihren Führerschein abgeben.

Schwere Vorwürfe gegen RWO-Fans

In dem Schreiben der Stadt Oberhausen gegen die Ultras, aus dem der Deutschlandfunk zitierte, hieß es: "Diverse polizeiliche Ermittlungen gegen Sie sind anhängig und aufgrund der Gruppierung auch in Zukunft zu erwarten. Hier derzeit bekannte Verfahren: Landesfriedensbruch und Versuchter Totschlag/Gefährliche Körperverletzung."

Die Ultras dagegen argumentierten, dass 13 von 15 Betroffenen nie rechtskräftig verurteilt worden seien. Zudem sei keiner vorbestraft. Nur bei zwei Personen befänden sich in den erweiterten polizeilichen Führungszeugnissen Einträge wegen gefährlicher Körperverletzung.

Entzug der Fahrerlaubnis im Zusammenhang mit Straftaten

Ganz so neu ist ein drohender Verlust der Fahrerlaubnis in Zusammenhang mit Straftaten, die nicht unmittelbar im Straßenverkehr begangenen worden sind, nicht.

Seit einigen Jahren verteilt auch die Polizei in Oberhausen bei jungen Intensivtätern eine „Gelbe Karte“. Bei diesem Modellprojekt droht jungen Gewalttätern der Verlust der Fahrerlaubnis. Das Projekt sei ein Grund dafür, dass die Zahl dieser Intensivtäter 2014 zurückgegangen ist, argumentiert die Polizei.

Rechtsgrundlage sei in diesen Fällen die Fahrerlaubnisverordnung, die verlangt, dass Führerscheinbesitzer (oder Antragssteller) nicht erheblich gegen Strafgesetze verstoßen haben dürfen. Das beschränke sich dabei nicht nur auf Verstöße im Straßenverkehr.

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