Boateng

Boateng dachte nach Schalke-Suspendierung ans Karriereende

Kevin-Prince Boateng.

Foto: firo

Kevin-Prince Boateng. Foto: firo

Essen.  Der ehemalige Schalker Kevin-Prince Boateng spricht über den Druck im Fußball-Geschäft. Er meint: "Wir Fußballer sind die Roboter, die das alles hinnehmen müssen."

Es ist nun gut zwei Jahre her, da suspendierte der FC Schalke den eigentlich als Führungsspieler verpflichteten Kevin-Prince Boateng. Jetzt verrät Boateng im Interview mit dem Magazin kicker, dass er damals im Mai 2015 sogar ans Karriereende gedacht habe.

"Ich dachte ans Aufhören. Warum nicht? Ich habe viel Geld verdient, alles gesehen und eine wunderbare Familie. Was soll ich noch machen? Aber das waren zwei Tage. Meine Frau sagte: Du kannst jetzt einen Tag ans Karriereende denken, aber morgen gehst du nach dem Aufstehen wieder zum Training", meint Boateng. Der Berliner wechselte anschließend erst zum italienischen Erstligisten AC Mailand, dann zum spanischen Erstligisten UD Las Palmas. Seit dieser Saison trägt er das Trikot von Eintracht Frankfurt, beim 1:0-Sieg am letzten Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach erzielte er sein erstes Tor.

Boateng: "Wer weiß, was ich machen würde"

Es läuft derzeit also wieder gut für Boateng, dies war in seiner turbulenten Karriere nicht immer so. Er stand häufig in der Kritik und musste lernen, mit dem Druck umzugehen. "Wenn man an Robert Enkes Selbstmord denkt, das hat zu einem Prozent auch mit der Presse und dem ganzen Trubel zu tun. Wenn wir uns alle Artikel anschauen würden, die über mich geschrieben würden ... Wer weiß, was ich machen würde, wenn ich nicht stark im Kopf wäre. Es gab Tage, an denen ich gesagt habe: Ich kann nicht mehr", sagt Boateng, "ich werde nicht nur wegen meiner Leistung kritisiert, es kann ja mal passieren, dass du schlecht spielst. Note 6? Okay, die habe ich verdient. Aber es werden persönliche Sachen geschrieben, um dir weh zu tun. Das darf nicht sein. Doch wir Fußballer sind die Roboter, die das alles hinnehmen müssen."

In Frankfurt fühlt er sich nun wohl. Im Kicker-Interview erklärt er, warum er wieder der Bundesliga auf dem Platz stehe. Ein Grund sei der Trainer Niko Kovac. "Niko hat mich direkt verstanden und wusste, wie man diesen Tiger im Zaum hält. Mit seiner Professionalität, die er schon als Spieler hatte, half er mir sehr. Natürlich habe ich nicht jeden Rat angenommen, aber ich behielt ihn als Vollprofi in Erinnerung. Er sagte immer: Du bist mein Krieger, mit dir kann ich Kriege gewinnen."

Bei Schalke nur noch Mitläufer

Beim FC Schalke war Boateng im Mai 2015 suspendiert worden, da er damals in vielen Spielen komplett abgetaucht und zum Mitläufer geworden war. "Von der Körpersprache her ist er nicht so, dass er uns hilft und eine positive Aura hat. Verständlicherweise beschäftigt er sich nur mit sich selbst und sprüht nicht vor positiver Energie, das können wir in den letzten 14 Tagen nicht gebrauchen", sagte der damalige S04-Manager Horst Heldt. (las)

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