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Caligiuri über Schalke-Krise: "Machen das nicht mit Absicht"

Enttäuscht: Schalkes Rechtsverteidiger Daniel Caligiuri.

Enttäuscht: Schalkes Rechtsverteidiger Daniel Caligiuri.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Daniel Caligiuri traf für Schalke beim 2:5 gegen Hoffenheim. Nach dem Spiel war er trotzdem frustriert. "Im Moment macht es wenig Spaß", sagt er.

Entschlossen und wohl auch mit ziemlich viel Wut im Bauch knallte Daniel Caligiuri den Ball ins Tor. Torwart Oliver Baumann war beim Foulelfmeter ohne Abwehrchance. Im Heimspiel des FC Schalke 04 gegen die TSG Hoffenheim stand es nach einer Stunde nur noch 1:2 aus Schalker Sicht. Caligiuri rannte in Richtung Tor, nahm den Ball aus dem Netz und ballte mehrfach die Faust, während er zurück zur Mittellinie lief. Er und Schalke glaubten wieder an sich, hofften, das Spiel am Ostersamstag gegen die verdammt effizienten Hoffenheimer noch drehen zu können. Doch diese Hoffnung währte nur kurz. Denn nur fünf Minuten später erzielte der Ex-Schalker Adam Szalai das 3:1 für die TSG, am Ende stand es sogar 5:2 für den Gast. „Ich hatte ein sehr gutes Gefühl, die Fans waren voll da. Jeder Mitspieler, dem ich ins Gesicht geschaut habe, war entschlossen. Jeder wollte das Spiel unbedingt drehen“, schilderte Daniel Caligiuri die Szene unmittelbar nach seinem verwandelten Elfmeter. Das 1:3 bezeichnete der Rechtsverteidiger als „Tiefschlag“ und wurde noch deutlicher: „Dann fing die gleiche Kacke wieder von vorne an.“

Die TSG Hoffenheim erhöhte durch Nadiem Amiri (73.) und Ishak Belfodil (80.) auf 5:1. Tausende von Fans hatten die Veltins-Arena schon verlassen. Guido Burgstallers Tor zum 2:5 in der Nachspielzeit bekamen nur noch die wenigsten Anhänger live mit. „Es tut uns leid. Wir machen das nicht mit Absicht. Wir wissen auch, dass wir das besser können, im Moment aber nicht umsetzen. Die Fans geben alles für uns, deshalb ist die Reaktion auf jeden Fall verständlich“, sagte Daniel Caligiuri. Der 31-Jährige gab zu: „Normalerweise sollten wir Spaß auf dem Platz haben, normalerweise ist es ein schöner Beruf. Aber im Moment macht es wenig Spaß.“ Er ergänzte: „Am Anfang hat es auch viel Spaß gemacht. Wir waren am Drücker und müssen einfach das Tor schießen. Aber dann rennen wir nach dem gefühlt zweiten Torschuss der Hoffenheimer einem 0:2-Rückstand hinterher. Danach war es schwer, wieder zurückzukommen.“

Schalkes Caligiuri: "In den Einheiten ist jeder voll konzentriert"

Schalkes Trainer Huub Stevens hatte im Vorfeld des Duells gegen den Tabellensechsten gesagt, dass er fest daran glaubt, dass jedem Spieler bewusst ist, wie ernst die Lage im Saisonendspurt ist, dass der Klassenerhalt noch längst nicht geschafft ist. „Wer es jetzt noch nicht kapiert hat, in welcher Situation wir uns befinden, der wird es auch nicht mehr kapieren“, hatte Stevens klargestellt. Auf die Frage, ob Caligiuri seinem Coach zustimmt, antwortete er: „In den Trainingseinheiten ist jeder voll konzentriert, hat Spaß, haut alles raus. Ein Spiel ist dann etwas anderes, da geht’s um viel. Wenn wir in Rückstand geraten, sind die Köpfe schwer.“

Weil auch der VfB Stuttgart am Ostersamstag verlor – und das sogar mit 0:6 beim FC Augsburg – beträgt der Vorsprung der Königsblauen auf den Relegationsplatz vier Spieltage vor dem Saisonende nach wie vor sechs Punkte. „Wir haben es selbst in der Hand“, sagte Caligiuri und nahm jeden Mitspieler in die Pflicht: „Jeder muss sich selbst an die Nase fassen und sich fragen, ob er alles raushaut für den Verein, ob er bis an die Grenzen geht. Das war ab dem 1:3 nicht mehr zu sehen. Danach haben wir uns aufgegeben.“

Am nächsten Samstag steht ausgerechnet das Revierderby an. Der FC Schalke 04 ist um 15.30 Uhr bei Borussia Dortmund zu Gast. Die Favoritenrolle ist klar verteilt, Schalke ist in dieser Saison nur der krasse Außenseiter. „Das Derby ist ein Spiel für sich. Da kann viel passieren. Das ist wie ein Pokalspiel, ein K.o.-Spiel. Wir werden alles raushauen und hoffen, dass wir ein Erfolgserlebnis haben. Die Freude auf dieses Spiel ist immer groß“, sagte Caligiuri.

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