Schalke

Darum ist Sascha Riether beim FC Schalke 04 erste Wahl

Im Mai wurde er noch als Profi verabschiedet, im Juli soll er als Funktionär zurückkehren: Sascha Riether (links, hier mit Vorstandsmitglied Peter Peters).

Im Mai wurde er noch als Profi verabschiedet, im Juli soll er als Funktionär zurückkehren: Sascha Riether (links, hier mit Vorstandsmitglied Peter Peters).

Foto: firo Sportphoto/Fabian Simons / firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Sascha Riether ist auf Schalke ein Sympathieträger. Er bringt die Tugenden mit, die der Klub für die Position des Team-Managers gesucht hat.

Der beste Freund von Sascha Riether (36) im Bundesliga-Geschäft ist Marcel Schäfer (35). Beide waren schon zu gemeinsamen Zeiten als Spieler beim VfL Wolfsburg unzertrennlich, 2009 wurden sie zusammen Deutscher Meister. Heute sind sie privat befreundet und beruflich demnächst wahrscheinlich auch wieder auf Augenhöhe. Denn Marcel Schäfer ist seit einem Jahr der Sportdirektor des VfL Wolfsburg, und Sascha Riether soll auf Schalke nun eine ähnliche Karriere einschlagen.

Der frühere Nationalspieler, der seine aktive Karriere nach der vergangenen Saison auf Schalke beendet hatte, ist nach WAZ-Informationen der Top-Kandidat für die neue Position des Team-Managers, der auf Schalke künftig als Verbindungsmann zwischen Mannschaft, Trainer und Vorstand fungieren soll.

Genau der Mann, den Schalke gesucht hat

Bereits vor zwei Wochen hatte die WAZ exklusiv berichtet, dass Schalke die ursprünglich ausgeschriebene Stelle des Sportdirektors zunächst unbesetzt lässt und stattdessen einen Team-Manager sucht. Mit Sascha Riether haben seitdem erfolgversprechende Gespräche stattgefunden, die aber noch nicht finalisiert sind. Der Trend ist jedoch eindeutig: Der 36-Jährige ist der Mann, den Schalke gesucht und nun wohl auch gefunden hat.

Riether ist auf Schalke ein Sympathieträger, obwohl er in seinen vier Jahren als Spieler bei den Königsblauen auf lediglich 23 Pflichtspiel-Einsätze gekommen ist. Seinen Status als vorbildlicher Sportsmann und echter Teamplayer erwarb sich der frühere Freiburger vor allem durch sein Auftreten außerhalb des Platzes. Die Trainer Markus Weinzierl und Domenico Tedesco legten jeweils großen Wert darauf, dass Riether trotz seines fortgeschrittenen Alters im Profikader verbleibt, weil der gelernte Abwehrspieler wichtig für das Teamgefüge war. Auch bei den Mannschaftskollegen war Riether stets hoch angesehen.

Beim Spiel gegen Stuttgart von den Schalke-Fans gefeiert

Nun soll er mit 36 Jahren quasi sofort die Seiten wechseln: Beim letzten Bundesligaspiel der vergangenen Saison gegen den VfB Stuttgart war er noch einmal eingewechselt und von den Fans gefeiert worden – künftig wird er auf der anderen Seite sitzen. Einen großen Vorteil hat der schnelle Seitenwechsel: Riether weiß noch ganz genau, wie die Spieler ticken – ihm kann in der Kabine, die im Vorjahr auf Schalke so kompliziert war, keiner etwas vormachen.

Riether soll ganz eng mit Trainer David Wagner zusammenarbeiten. Er gilt zudem als kommunikationsfreudig und meinungsstark, womit er den Part der Öffentlichkeitsarbeit übernehmen kann, den Sportvorstand Jochen Schneider nicht für sich beanspruchen möchte. Welchen offiziellen Titel Riether für dieses Aufgabengebiet erhalten wird, muss noch definiert werden. Denkbar sind Team-Manager oder Leiter der Lizenzspielerabteilung – so wird in Dortmund Sebastian Kehl genannt, nach dessen Modell Riether auf Schalke arbeiten soll. Sein Kumpel Marcel Schäfer arbeitet in Wolfsburg als Sportdirektor unter dem Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke – so wird Riether auf Schalke nicht tituliert werden.

Schalke hatte die Suche nach einem echten Sportdirektor beendet, weil die Gespräche mit Kandidaten wie Markus Krösche, Thomas Linke oder Christoph Metzelder nicht das Gefühl brachten, dass eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Gerald Asamoah, gegen Ende der vergangenen Saison Schalkes Teammanager, kehrt zur U23 zurück. Bei Sascha Riether aber haben alle Beteiligten das Gefühl: Das passt.

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