Schalke-Analyse

Das ist für Schalke-Trainer Wagner der Grund der Niederlage

Schalke kassierte in Leverkusen die erste Niederlage nach sechs Spielen. Trainer David Wagner nennt den für ihn entscheidenden Grund.

Schalke kassierte in Leverkusen die erste Niederlage nach sechs Spielen. Trainer David Wagner nennt den für ihn entscheidenden Grund.

Foto: firo/Sebastian El-Saqqa / firo Sportphoto

Leverkusen.  Für Schalkes Trainer Wagner lässt sich die Niederlage in Leverkusen „relativ schnell“ erklären. Eine Rolle spielte der Ausfall von Nastasic.

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Suat Serdar stand noch im schmutzigen Trikot in der Interview-Zone der BayArena und zuckte mit den Schultern: „Ich kann mich nicht daran erinnern, wer in der ersten Halbzeit bei uns gut gespielt hat.“ Was als Pauschalkritik verstanden werden könnte, war der Versuch einer Analyse, warum Schalke am Samstag mit dem 1:2 bei Bayer Leverkusen zum ersten Mal nach sechs Spielen wieder eine Niederlage kassierte. Eine Niederlage, die für Schalke-Trainer David Wagner „relativ schnell“ zu erklären war.

Natürlich, es gab diese spielentscheidenden Szenen, die leicht festzumachen waren: Der Fehler von Torwart Alexander Nübel vor dem Gegentor zum 0:1 in der 16. Minute. Oder das Abseitstor von Benito Raman in der 51. Minute, als der Schalker Stürmer nach dem Pass von Bastian Oczipka hauchzart in der verbotenen Zone stand: „Wenn das Tor kein Abseits gewesen wäre, wäre es in der zweiten Halbzeit ein anderes Spiel geworden“, sagte der Stürmer ebenso zutreffend wie er sich selbst auch für seine vergebene Großchance in der ersten Halbzeit kritisierte: „Ich denke, diese Chance muss ich auch nutzen. Ich wollte den Torwart zuerst umspielen und dann einschießen. Dann habe ich mich anders entschieden. Das kann der Grund sein, warum ich vergeben habe“, erklärte Raman.

Schalke: Vierer-Abwehrkette stand zu tief in der Defensive

Doch letztlich landeten alle bei der Ursachenforschung für die Niederlage immer wieder bei der Vorstellung in der ersten Halbzeit, die Suat Serdar „komplett verschlafen“ nannte: „Wir kamen gar nicht in die Zweikämpfe, die ganze Mannschaft.“ Der Grund war: Schalke stand in der ersten Halbzeit mit seiner Vierer-Abwehrkette zu tief in der Defensive und wich unter dem Leverkusener Druck immer weiter zurück, dadurch waren die Abstände zu Mittelfeld und Angriff zu groß. Wagner: „Wenn du die Räume nicht gut und mutig genug schließt gegen so eine Leverkusener Offensive, dann tun die dir weh. Das haben sie in der ersten Halbzeit getan.“

Der Trainer führte den ungewohnt verzagten Auftritt vor allem auf den Ausfall von Matija Nastasic zurück, der aufgrund seiner Knieprobleme doch passen musste - damit musste Schalke nach Benjamin Stambouli und Salif Sané den dritten von vier Innenverteidigern ersetzen. Weston McKennie rückte wieder in die Abwehr, was Abstimmungsprobleme mit sich brachte. „Für mich nicht verwunderlich, weil die Jungs so häufig noch nicht so zusammengespielt haben“, sagte Wagner. Abstellen konnte er das Problem erst in der Halbzeitpause, als er den Spielern Bilder der ersten Hälfte zeigte und dabei die Schwierigkeiten ansprach. „Dann fand ich es bemerkenswert, wie schnell die Jungs das umgesetzt haben.“ Tatsächlich war die zweite Halbzeit deutlich besser, auch wenn Schalke in der 81. Minute das 0:2 durch Alario kassierte und eine Minute später durch Raman nur noch zum 1:2-Anschlusstreffer kam.

Schalke-Torwart Nübel: „Stress im Kopf“

Schalke musste aufgrund der ersten Halbzeit konstatieren, dass die Niederlage nachvollziehbar war, doch es spricht für die Mannschaft, dass sie im Zustandekommen einen weiteren Baustein in ihrem Lernprozess sieht. Kapitän Alexander Nübel antwortete auf die Frage, was man daraus mitnehmen kann: „Vielleicht, dass wir unser Problem in der ersten Halbzeit schon schneller erkennen und nicht bis zur Pause warten. Das ist die Zeit, die dir am Ende fehlt.“ Zwar hätten die Spieler die Schwierigkeiten auch in der ersten Halbzeit schon angesprochen, aber auf dem Platz sei das während der Partie schwer abzustellen: „Du kriegst permanent Druck drauf, hast Stress im Kopf“, sagte Nübel: „Und wenn du Stress im Kopf hast, weiß jeder, dass man nicht konzentriert arbeiten kann.“ In der Halbzeitpause sei das viel besser zu lösen.

Deswegen verlor Schalke das Top-Spiel in Leverkusen, obwohl die Mannschaft in der zweiten Halbzeit wieder voll da war und zeigte, dass eigentlich mehr drin gewesen wäre.

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