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Das sagt Schalkes Suat Serdar zur Kritik aus der Türkei

Suat Serdar beim Länderspiel der Nationalmannschaft gegen Estland.

Suat Serdar beim Länderspiel der Nationalmannschaft gegen Estland.

Foto: Getty

Gelsenkirchen.   Schalkes Nationalspieler bezieht nach Nationalmannschafts-Debüt Stellung und nimmt seinen Teamkollegen Ozan Kabak vor Kritikern in Schutz.

Schalkes frischgebackener A-Nationalspieler Suat Serdar zeigte sich am Mittwoch Mittag gut gelaunt. „Ich bin froh und dankbar, dass ich das erreicht habe“, bilanzierte der Mittelfeldspieler, "es war eine tolle Woche." Serdar fühlte sich sowohl von den Nationalmannschafts-Kollegen als auch von allen DFB-Mitarbeitern „sehr gut aufgenommen.“ Sein Fazit: „Sie alle haben es mir leicht gemacht.“

Selbstkritisches zur Leistung beim Länderspiel-Debüt

Der 22-Jährige kam sowohl im Testspiel gegen Argentinien (2:2) als auch im EM-Qualifikationsspiel in Estland (3:0) zum Einsatz. "Es war eine tolle Erfahrung. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich in beiden Spielen reinkomme", sagt Serdar, dem gegen die Argentinier ein Ballverlust unterlief, der zu einem Gegentor führte. Serdar führt das auf eine gewisse Nervösität zurück und sagt selbstkritisch: „Das darf nicht passieren. Meine Mitspieler haben sofort gesagt: Das ist nicht schlimm. Ich habe mir also keinen großen Kopf gemacht. Am nächsten Tag war das schon wieder vergessen."

Auf die Frage, ob sich Serdar Hoffnungen auf weitere Einsätze im Adler-Trikot macht, zeigt sich der Schalker Stammspieler sehr zurückhaltend. "Ich mache mir generell jetzt keine Hoffnungen. Ich gebe einfach Gas, wo wie in den letzten Wochen auch. Dann wird man am Ende sehen, ob der Bundestrainer mich nominiert oder nicht." Serdar schiebt nach: "Jetzt zählt der Verein. Und im Verein muss man einfach Leistung bringen."

Dass es zuletzt kritische Worte aus der Türkei über Serdars Entscheidung, für die deutsche A-Nationalelf aufzulaufen, gab, hat den Mittelfeldspieler nicht überrascht. Der türkische Trainer Senol Günes hatte Serdar nach eigener Aussage "dreimal bei Schalker Spielen" beobachtet. Offenbar in der Hoffnung, Serdar würde sich doch für die türkische Nationalmannschaft entscheiden. Angeblich hätte der türkische Verband auch auf Unterlagen von der Serdar-Seite gewartet, die aber laut Günes "nie ankamen".

Serdar verteidigt Entscheidung für Deutschland

"So ist das leider im Fußball, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Ich respektiere die Türken, dass sie mich so kritisiert haben. Und ich entschuldige mich dafür, falls ich nicht richtig gehandelt habe. Aber von meiner Seite aus gab es da keine Probleme", stellt Serdar zu dem Thema fest. Der Deutsch-Türke Serdar hatte sich schon früh entschieden, für Deutschland aufzulaufen. "Ich habe seit der U16 für Deutschland gespielt. Und am Ende habe ich mit der Familie entschieden, dass das die richtige Entscheidung für mich ist", bilanziert der frühere Mainzer.

Serdar nimm Mitspieler Kabak in Schutz

Zum Wirbel um die türkische Nationalelf, bei der ein Großteil der Spieler nach dem 1:1-Ausgleichstreffer gegen Frankreich mit militärischem Gruß salutierte, um dadurch die türkischen Streitkräfte zu unterstützen, meint Serdar: "Eigentlich möchte ich nicht viel dazu sagen. Das Einzige, was ich sagen möchte, ist, dass wir alle gegen den Krieg sind. Auch Ozan." Schalkes Verteidiger Ozan Kabak hatte ebenfalls zu den salutierenden türkischen Nationalspielern gezählt.

Serdar nahm seinen S04-Teamkollegen in Schutz: "Ich kenne ihn schon seit einer Weile und wir alle in der Mannschaft wissen, dass auch er gegen den Krieg ist und dass er es nicht so gemeint hat." Serdar und Kabak drehten am Mittwoch gemeinsam Trainingsrunden um den Platz und diskutierten dabei. Um den Konflikt zwischen den türkischen Streitkräften und der Kurdenmiliz in Syrien ging es dabei aber nicht. Serdar: "Wir haben uns einfach darüber unterhalten, wie das Essen in der Türkei war und wie die Woche so gelaufen ist."

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