Kommentar

Dieser Pokal-Erfolg gegen Wolfsburg tut Schalke gut

Burgstaller (Mitte) trifft - und Schöpf (von links), Harit und Goretzka jubeln mit ihm.

Foto: firo

Burgstaller (Mitte) trifft - und Schöpf (von links), Harit und Goretzka jubeln mit ihm. Foto: firo

Gelsenkirchen.  Nach der Heimniederlage gegen Bremen und vor dem schweren Spiel in München war der Sieg gegen Wolfsburg besonders wichtig. Ein Kommentar.

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Das war ein schweres Stück Arbeit für den FC Schalke 04. Kein Pokalabend, der ewig in Erinnerung bleiben wird, kein Spiel für Genießer, kein mitreißendes Erlebnis. Aber ein wertvolles Ergebnis: Die Königsblauen stehen mit dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg im Halbfinale des DFB-Pokals und dürfen sich zumindest Hoffnungen darauf machen, erstmals seit 2011 diese Trophäe zu gewinnen.

Ein früher Treffer reichte am Ende eines anstrengenden Abends. Guido Burgstaller machte das klasse in der zehnten Minute, als er so lange wartete, bis er die Lücke sah. Das hatte Schalke zuletzt gefehlt: Dass ein Stürmer vor dem Tor einfach mal die Nerven behält.

Normalerweise sind das beste Bedingungen, vor allem in einem K.o.-Spiel. Du führst 1:0, der Gegner muss etwas tun, kann sich nicht zurückziehen. Gewöhnlich bieten sich dann Gelegenheiten und Räume, um im eigenen Stadion kontern zu können.

Die Erfahrung der vergangenen Wochen aber lehrte, dass Schalke 04 noch nicht die erhoffte Selbstsicherheit und Stabilität besitzt, um diese gute Ausgangslage perfekt für sich nutzen zu können. Mehrmals wurde die Führung nicht ausgebaut, mehrmals kam der Gegner spät zum Ausgleich. Werder Bremen schaffte am vergangenen Samstag sogar noch den Sieg. Diese Spielverläufe hatten Schalkes Fußballer natürlich im Kopf, deshalb gingen sie auch diesmal nur selten ins Risiko, sondern hielten den Ball in den eigenen Reihen, so oft sie konnten.

Man muss den Gegner nicht durch Leichtsinn stärker machen

Ob man sich etwas mehr entfalten kann, hängt natürlich auch immer vom Gegner ab. Der VfL Wolfsburg spielte phasenweise durchaus gefällig, war aber nur selten gefährlich. Auch deshalb war Ball- und Spielkontrolle oberstes Gebot für die Schalker. Man muss den Kontrahenten ja auch nicht durch Leichtsinn stärker machen.

Dass der Sieg also am Ende knapp ausfiel und glanzlos erreicht wurde - geschenkt. Es war ein Pokalspiel, es ging ums Weiterkommen, und dieses Ziel ist erreicht worden.

Der Erfolg tut Schalke einfach gut, er war auch ganz wichtig für die nächsten Wochen in der Bundesliga. Nach der unerwarteten, unnötigen und deshalb besonders ärgerlichen Niederlage gegen Bremen steht am Samstag das Auswärtsspiel beim FC Bayern an, in dem man realistisch damit rechnen muss, dass man am Ende leer ausgeht. Ein Pokal-Aus im eigenen Stadion hätte die Stimmung auf Schalke bedrohlich kippen lassen.

Nun aber weiß die Mannschaft, dass sie eine Führung in so einem Spiel auch mal über die Runden bringen kann. Schalke kann zwar jetzt aus der Spitzengruppe abrutschen, doch ein solcher Rückschlag muss nicht gleich Depressionen auslösen.

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