Schalke-Kommentar

Dieter Hecking wäre auf Schalke die Sicherheits-Variante

Noch Trainer bei Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking.

Noch Trainer bei Borussia Mönchengladbach: Dieter Hecking.

Foto: Getty Images

Gelsenkirchen.  Wird Dieter Hecking Trainer des FC Schalke 04? Sollte sich Schalke für den 54-Jährigen entscheiden, wäre das nicht falsch. Ein Kommentar.

Risiko hatte Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 zuletzt genug, wenn es um die Auswahl der Trainer ging. Domenico Tedesco kam als unbekannter, unerfahrener junger Mann vom Zweitligisten Erzgebirge Aue - riskant. Und davor verpflichtete S04 Markus Weinzierl (Augsburg) und André Breitenreiter (Paderborn) von kleinen Erstligisten, die dann zum ersten Mal bei einem großen Verein arbeiten durften - auch riskant. Und gut ging das nicht. Weinzierl und Breitenreiter mussten nur nach einem Jahr wieder gehen, Tedesco vollendete nach einem erfolgreichen ersten Jahr die zweite Saison nicht. Auch Sportvorstand Jochen Schneider ist ein Rookie in seiner Position.

Hecking zu Schalke? Das wäre keine falsche Entscheidung

Es wäre folgerichtig, wenn sich Schalke nun für einen erfahrenen Trainer entscheiden würde. Zwei sind im Sommer auf dem Markt: Bruno Labbadia und Dieter Hecking. Während der Noch-Wolfsburger Labbadia in der Klubspitze keine Mehrheit findet, wäre der bodenständige Noch-Gladbacher Hecking als Schalke-Trainer vermittelbar. Und seine Gehaltsvorstellungen dürften Schalker Möglichkeiten entsprechen. Aber Hecking wäre nicht mehr als eine naheliegende Sicherheits-Variante.

Was nicht heißt, dass es falsch wäre, Hecking zu verpflichten. Der 54-Jährige ist einer, der im Klub Ruhe ausstrahlt. Ein Arbeiter. Einer, der auch mit schwierigen Spielern gut auskommt. Einer, der seine Mannschaften stets hinter sich zu vereinen wusste. Er ist für Fans eher "der Dieter" als "Herr Hecking".

Hecking steht aber nicht für eine Fußball-Revolution

Und doch: Mit Hecking käme kein Trainer, der für Innovationen, eine taktische Fußball-Revolution oder fulminanten Offensiv-Fußball steht - wenn er nicht gerade Ausnahmespieler wie Kevin de Bruyne beim VfL Wolfsburg in seiner Mannschaft hat.

Bei keiner Station arbeitete Hecking länger als dreieinhalb Jahre, obwohl er bereits seit 16 Jahren Mannschaften im Profifußball trainiert. Stets gelang es ihm, ein schwieriges Umfeld zu beruhigen und Teams aus einer misslichen Lage zu befreien. Doch langfristige Erfolge gab es nicht.

Diese Erfahrungswerte sollten die Schalker berücksichtigen, wenn sie sich für Hecking entscheiden und keinen langfristigen Vertrag abschließen. Aber die Erfahrung aus Mönchengladbach zeigt: Selbst Hecking lehnt solche Verträge inzwischen ab.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben