Kommentar

Hand-Ärger auf Schalke: Wann ist denn Hand nun Hand?

Schiedsrichter Frank Willenborg überprüfte zwei Entscheidungen auf Schalke am TV-Bildschirm.

Schiedsrichter Frank Willenborg überprüfte zwei Entscheidungen auf Schalke am TV-Bildschirm.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Zwei umstrittene Hand-Entscheidungen gab es am Samstag auf Schalke. Die Regel ist mittlerweile viel zu kompliziert geworden. Ein Kommentar.

Und wieder saßen in einem Fußballstadion Fans, Profis, Trainer nach einem Bundesligaspiel zusammen und stellten sich nur eine Frage: Wann ist denn ein Handspiel nun wirklich ein Handspiel?

Während des Spiels zwischen Schalke 04 und dem SC Freiburg gab es gleich zwei umstrittene Entscheidungen – beide Mannschaften hätten gern einen Handelfmeter bekommen, Schalke in der ersten, Freiburg in der zweiten Halbzeit. Schiedsrichter Frank Willenborg überprüfte die Szenen jeweils am TV-Bildschirm – pfiff aber nicht beziehungsweise nahm die Entscheidung im zweiten Fall zurück.

Die Begründungen für die Entscheidungen sind inzwischen so kompliziert, dass kaum jemand mehr durchblickt. Es gibt nicht mehr einfach nur absichtlich oder nicht absichtlich – sondern es geht zum Beispiel auch darum, ob die Körperfläche vergrößert ist oder ob ein Spieler im Strafraum so riskant grätscht, dass ein Handspiel in Kauf genommen wird. Der Ermessensspielraum der Schiedsrichter ist dadurch sehr groß, vielfach geht es um Zentimeter – und durch den Videobeweis wird alles noch komplizierter. Wann ist zum Beispiel ein Handspiel-Pfiff so eklatant falsch, dass ein Eingriff des Video-Assistenten gerechtfertigt ist?

Diskussion doch ein kleiner Trost für Schalke

Die Handspiel-Regel muss neu formuliert werden – und das so eindeutig, dass alle sie verstehen und nicht aufwändig geschult werden müssen: nicht Fans, nicht Profis, nicht Trainer. Möglichkeiten gibt es viele. Zum Beispiel könnte künftig jedes Handspiel gepfiffen werden, auch wenn ein Spieler angeschossen wird. Oder es werden nur absichtliche Regelverstöße geahndet und der Begriff „Vergrößerung der Körperfläche“ gestrichen.

Bei allem Ärger war die Diskussion rund um die vermeintlichen Handelfmeter für die Schalker Fans auch ein kleiner Trost: So hatten sie auch ein anderes Thema als das lausige 0:0 ihrer Mannschaft.

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