Kolasinac

Heidel gibt Kolasinac für Schalke noch nicht auf

Noch schuftet er für Schalke: Abwehrspieler Sead Kolasinac.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Noch schuftet er für Schalke: Abwehrspieler Sead Kolasinac. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Der Manager spricht von einer „großen Wertschätzung“, die Sead Kolasinac auf Schalke genießt. Auch Höwedes schaltet sich beim Kampf um „Seo“ ein.

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Die gebrochene Nase ist für Sead Kolasinac fast schon nicht mehr so wichtig, wenn er in diesen Tagen auf seinen geschundenen Körper blickt. „Wade, Nase, hinterer Oberschenkel – alles zwickt im Moment ein bisschen“, sagt der Schalker Verteidiger, aber das findet er eigentlich gar nicht so schlimm: „Das gehört dazu bei den vielen Spielen in den letzten Wochen.“ Trotz diverser Blessuren hat der 23-Jährige im Kalenderjahr 2017 bislang nur ein einziges Spiel verpasst – bei der 2:4-Niederlage in der Bundesliga in Mönchengladbach. Auch das zeigt, wie wichtig Sead Kolasinac in dieser Saison für Schalke 04 geworden ist.

„Zeitnahe“ Entscheidung wieder verstrichen

Kolasinac ist Leistungsträger und als Abwehrspieler sogar Torschütze: Am Sonntag erzielte er den Treffer zum 1:0-Sieg bei Mainz 05, mit dem Schalke in die Länderspielpause geht. Das Problem ist nur: Zum Ende der Saison läuft sein Vertrag auf Schalke aus, und seit Monaten können sich beide Parteien nicht auf eine Verlängerung einigen. Vor vier Wochen hatte sein Berater Gordon Stipic „zeitnah“ eine Entscheidung angekündigt, aber die damals ins Auge gefassten drei Wochen sind wieder verstrichen. Schalkes Manager Christian Heidel wertet das vorsichtig aber als gutes Zeichen: „Ich glaube nicht, dass die Uhr da gegen uns läuft. Wer soll denn noch alles anrufen?“ Die in Frage kommenden Klubs hätten ihr Interesse an Kolasinac längst bei dessen Berater hinterlegt.

Gerüchte um den AC Mailand

Der bosnische Nationalspieler kann im Falle eines Wechsels wählen zwischen England und Italien: Zuletzt wurde immer häufiger der AC Mailand als neues Ziel genannt, aber bei diesen Gerüchten muss man vorsichtig sein – im Winter wurde aus Italien bereits voreilig eine Einigung mit Juventus Turin kolportiert. Heidel glaubt: „Es ist definitiv noch keine Entscheidung gefallen. Wir sind in einem guten, regelmäßigen Austausch.“

Verlängerung für Höwedes ein großes Anliegen

In den Kampf um Kolasinac hat sich jetzt sogar Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes eingeschaltet. Auf Nachfrage der WAZ erklärt Höwedes, dass er Kolasinac beiseite genommen hat, um diesen zum Bleiben zu überreden: „Natürlich spreche ich mit ihm“, sagt der Nationalspieler: Kolasinac und auch Leon Goretzka, über dessen Abschied im Sommer ebenfalls spekuliert wird, seien Spieler, „die wahnsinnig wichtig sind und die zu unserem Gerüst gehören. Mir wäre es ein großes Anliegen, wenn wir sie an uns binden könnten.“ Höwedes hält es für seine Pflicht als Kapitän, diesen Spielern „ihre Wichtigkeit zu zeigen“. Heidel ergänzt: „Ich glaube, dass Seo momentan das Gefühl hat, dass er eine große Wertschätzung vom Klub bekommt.“

Hat Schalke nochmal nachgebessert?

Dies war einer der Punkte, bei denen es vor Wochen hakte: Obwohl der Bosnier, der Schalke 2012 als Kapitän zur Deutschen A-Jugend-Meisterschaft führte, schon im vergangenen Jahr seinen Willen zum Bleiben dokumentierte, legte S04 erst im Januar ein Angebot auf den Tisch – andere Interessenten waren früher dran und dem Vernehmen nach auch bereit, deutlich mehr zu zahlen. Ob Schalke das Angebot jetzt noch einmal nachgebessert hat, ist nicht bekannt. Nach außen setzt Heidel vor allem auf den Wohlfühlfaktor: „Seo weiß, für welche Mannschaft er spielt. Es tut ihm gut, dass er extrem wichtig ist für Schalke 04.“

Kolasinac ist froh, dass ihm Heidel die Zeit zur Entscheidung lässt: „Der Manager hat oft genug gesagt, dass er mich nicht unter Druck setzt.“ Heidel würde erst auf eine Entscheidung drängen, wenn er einen potenziellen Nachfolger an der Angel hätte und Klarheit benötigen würde, aber soweit ist es noch nicht. Sportlich macht Kolasinac die Hängepartie ja ohnehin nichts aus, auf dem Platz lässt er keinen Zentimeter nach, wie man bei seinem Siegtor in Mainz sehen konnte. „Das waren Wille und Klasse“, sagt Trainer Markus Weinzierl, der seinen Linksverteidiger natürlich ebenfalls noch länger halten will.

Im Derby wieder ohne Maske

In dieser Woche fährt Kolasinac aber erst einmal zur bosnischen Nationalmannschaft, eine Absage kommt für ihn trotz der vielen Blessuren gar nicht in Frage. Wichtig ist ihm nur, dass er fit zurück kommt: Denn das nächste Spiel mit Schalke ist für ihn das Derby – dann übrigens das erste Mal wieder ohne Gesichtsmaske. Die gebrochene Nase ist fast schon verheilt.

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