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Schalke: Im Training hat Christoph Bühler das Sagen

Weston McKennie (l.) scherzt mit Schalkes Co-Trainer Christoph Bühler.

Weston McKennie (l.) scherzt mit Schalkes Co-Trainer Christoph Bühler.

Foto: Tim Rehbein

Gelsenkirchen.  Schalkes Co-Trainer Christoph Bühler ist der Mann für die Übungen im Training, während sein "Chef" David Wagner eher der stille Beobachter ist.

Auf dem Platz ist Schalkes neuer Chefcoach David Wagner oft der stille Beobachter. Wenn seine Profis Übungen beendet haben, richtet Wagner einige Worte an sein Team. „Gut gemacht“ oder „Männer, da geht noch was“ ist öfter von ihm zu hören. Ansonsten überlässt David Wagner zu einem Großteil Christoph Bühler und Frank Fröhling das Feld.

Bühler macht Übungen vor, unterbricht, erklärt, rüttelt wach, kritisiert und lobt. Der Sport- und BWL-Lehrer sagt: „Ob ich laut bin, das kommt auf die Trainingseinheit an. Wenn wir etwa Umschalt-Inhalte einstudieren, dann gehört Emotionalität dazu.“ David Wagner und Christoph Bühler kennen sich seit vielen Jahren. „Anfangs haben wir zusammengespielt. David war in seiner abklingenden Laufbahn-Phase, spielte noch in der ersten Mannschaft, er war Stürmer, ich Flügelspieler.“

Irgendwann war es mit der aktiven Laufbahn vorbei. Bühler übernahm die Reserve der TSG Weinheim, und Wagner wechselte etwas später als Trainer in den Jugendbereich der TSG Hoffenheim. „Dort arbeiteten wir unter der jetzigen Konstellation Chef-Trainer/Co-Trainer das erste Mal in der U 19 und U 17 zusammen“, resümiert Bühler. Während es für David Wagner auf der Karriereleiter mit dem Sprung zur Reserve von Borussia Dortmund ein Stück nach oben ging, war Bühler noch ein Jahr Chef-Trainer der U 16, bevor Pause angesagt war. „Ich bin Vater geworden und habe zwei Jahre gar nichts mit Fußball gemacht.“

Die Unterbrechung wurde beendet, als sich der BVB bei Bühler meldete – David Wagner suchte einen zuverlässigen, loyalen Assistenten. Bühler: „Ich habe mich als Lehrer beurlauben lassen und bin dann nach Dortmund gezogen. Nach zweieinhalb Jahren in Dortmund ging es für mich zusammen mit David weiter nach England.“

Dreieinhalb Jahre in Huddersfield

Bei Huddersfield Town arbeitete das Duo dreieinhalb Jahre lang. „Huddersfield war im positiven Sinne ein Unfall. Der Klub war eigentlich noch gar nicht bereit für die Premier League. Wir waren in der 2. Liga auf Platz fünf – mit negativem Torverhältnis“, erinnert sich der zweifache Familienvater.

In den Play-off-Spielen gegen Sheffield Wednesday und im Finale gegen Reading siegte Huddersfield jeweils nach Elfmeterschießen. „Das war schon ein Running Gag. Wir waren ein deutsches Trainerduo, hatten dazu mehrere deutsche Spieler im Team. Da musste das mit den Elfmetern ja klappen“, sagt der 42-jährige Bühler lachend.

Ein paar Monate später stand Bühler – der Mann aus dem Hintergrund – überraschend selbst im Blickpunkt. „Im Pokal-Wiederholungsspiel gegen Manchester City war David im Frühjahr 2017 gesperrt. Ich habe unsere Mannschaft betreut und mich neben Man-City-Trainer Pep Guardiola an der Seitenlinie wiedergefunden“, blickt Bühler zurück. Dass Huddersfield gegen das Star-Ensemble aus Manchester 1:5 unterging – geschenkt.

Viel wichtiger war Wagner und Bühler, aus wenig viel zu machen. Und Huddersfield nach oben zu bringen. Erst Anfang 2019 war das Märchen vorbei – David Wagner räumte seinen Posten, damit war es auch für Bühler vorbei. Bühler blieb in Huddersfield, machte alle Trainerscheine – und hoffte auf eine neue Aufgabe.

„Für mich gab es keine anderen Überlegungen, als wieder etwas mit David zu machen. Ich denke schon, dass man unser Verhältnis als Freundschaft bezeichnen kann. Ich habe Davids Töchter aufwachsen sehen“, erläutert Christoph Bühler, der selbst noch kein Kribbeln Richtung Cheftrainer-Stelle im Profibereich verspürt. „Ich weiß nicht, wie das in zehn Jahren aussieht, aber zurzeit gibt es diesen Gedanken nicht“, sagt der Wagner-Assistent.

Schalke war früh eine Option

Schon im April zeichnete sich für Wagner und Bühler die Schalke-Option ab. „Dadurch, dass relativ schnell klar war, dass Huub Stevens nach seinem Einspringen als Trainer wieder aufhören würde, eröffnete sich diese Perspektive nicht im allerletzten Moment“, bilanziert Bühler.

Mit Frank Fröhling, der genau wie Wagner und Bühler eine Hoffenheimer Vergangenheit hat, kletterte ein zweiter Assistent an Bord. Fröhling bereitet unter anderem die Gegner-Analyse vor. Obwohl er auch beim Hamburger SV tätig war, ist Schalke für ihn echtes Brett. „Egal, wo man hinkommt, es sind S04-Fans da. Die Euphorie ist hier anders als in anderen Städten“, stellt Fröhling fest.

Dass Wagner und Bühler den Erzrivalen BVB in ihrer Vita stehen haben, ist für CB kein Problem. „Aus meiner Sicht ist das halb so wild. Wir waren mit der U 23 doch ohnehin unter dem Radar. Dazu hat David als Spieler eine S04-Vergangenheit“, so Christoph Bühler.

Jetzt hoffen Wagner und er auf eine erfolgreiche Zukunft bei den Königsblauen. Mit dem 5:0 im Pokal in Drochtersen/Assel ist der erste kleine Schritt gemacht. Die großen Steps stehen allerdings noch bevor.

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