Schalke

 Schalke ist auf den Weg zum Top-Team 

Schalkes Benito Raman feiert sein Tor. Seine Mitspieler feiert mit, Amine Harit (r.) allen voran.

Schalkes Benito Raman feiert sein Tor. Seine Mitspieler feiert mit, Amine Harit (r.) allen voran.

Foto: Getty

Gelsenkirchen.  Eine Champions-League-Platzierung unter dem Weihnachtsbaum? Bei Schalke scheint derzeit nichts unmöglich. Die Verantwortlichen bleiben geerdet.

Die als Unglückszahl gebrandmarkte 13 bedeutet für Schalke 04 nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil. Nach 13 Bundesligaspielen stehen die Königsblauen mit beachtlichen 25 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Stand heute wäre die Mannschaft von Neu-Trainer David Wagner für die lukrative Champions League qualifiziert. Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach, der am Sonntag seine Heimstärke erneut untermauerte und Freiburg mit einer 4:2-Niederlage zurück in den Breisgau schickte, liegt aktuell drei Zähler vor Schalke.

Benito Raman und Suat Serdar treffen für Schalke 04

Nach der dramatischen vergangenen Saison, die Schalke 04 fast eine Etage tiefer geschleudert hätte und nur durch einen Kraftakt unter Übergangs-Trainer Huub Stevens gerettet werden konnte, ist die Erleichterung über die Trendwende groß. Trotzdem bleiben die S04-Verantwortlichen realistisch.

Auf die WDR-Frage, wo diese Entwicklung noch hinführen soll, merkte Schalkes Profi-Koordinator Sascha Riether an: „Gucken wir mal. Wenn wir so spielen, sieht es ganz gut aus.“ Mit „so spielen“ meinte Riether die deutliche Leistungssteigerung nach der Pause. Schalke, das durch ein Traumtor von Benito Raman in Führung gegangen war (23.), dann aber den Elfmeter-Ausgleich von Marcus Ingvartsen hinnehmen musste (36.), drehte nach dem Seitenwechsel mehr und mehr am Schwungrad. Union konnte sich kaum noch befreien. Der Lohn für die Hausherren war der späte Siegtreffer von Suat Serdar (86.), nachdem Unions Neven Subotic den Ball auf der linken Mittelfeldseite verloren und die Wagner-Elf blitzschnell umgeschaltet hatte. „Schalke spielt es sehr, sehr gut, sehr schnell. Das kannst du nicht verteidigen“, stellte Berlins Kapitän Christopher Trimmel fest und fügte noch seine persönliche Eingruppierung für die Königsblauen hinzu: „Das macht dann auch eine Spitzenmannschaft aus.“

Spitze? Aus dem Schalker Kader war diese Einschätzung bisher so noch nicht zu hören. Verständlich. Schließlich zählt der Großteil der Spieler zu der Mannschaft, die vor ein paar Monaten ängstlich und fehlerbehaftet ihrer Arbeit nachging. Da ist eine gewisse Zurückhaltung in besseren Zeiten durchaus logisch. Linksverteidiger Bastian Oczipka stellt nüchtern fest: „Die Tabelle ist eine schöne Momentaufnahme, aber mehr auch nicht.“

Schalke-Profi Serdar blickt positiv voraus

Zwar sprach Saison-Entdeckung Ozan Kabak kürzlich erst von seinem Traum, mit Schalke in die Champions League vorstoßen zu wollen, doch Teamkollege Suat Serdar mahnt zur Besonnenheit. Eine Prognose will der torgefährliche Mittelfeld-Antreiber nicht abgeben. Doch er wagt immerhin den Vorausblick: „Es kann eine gute Saison werden.“ Auch Serdar zählt zu den Profis, die in der vergangenen Spielzeit mit erheblichen Leistungsschwankungen zu kämpfen hatten.

Mittlerweile hat er Gefallen an der Rolle des Führungsspielers. Bei Benito Raman hat der Durchbruch etwas länger gedauert. Der Zugang aus Düsseldorf traf sowohl beim 2:1 in Bremen als auch beim 2:1 gegen Union Berlin – in der Endsumme sorgten seine Treffer für vier Zähler.

Raman genießt nach schwieriger, verletzungsgeplagter Startphase den augenblicklichen Erfolg mit seinem neuen Team. „Ich bin sehr glücklich, dass mir mein erstes Tor in der Arena gelungen ist. Dieser Moment hat sich sehr gut angefühlt. Mir persönlich tut jedes einzelne Spiel gut, um besser in Fahrt zu kommen“, bilanziert der Belgier. Raman befindet sich mit Schalke auf dem Weg Richtung Top-Team.

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