Schalke 04

Schalke-Profi Burgstaller von Fans begeistert: "Überragend"

Für die Schalker Spieler gab es trotz der Niederlage gegen die Bayern Applaus von den Rängen.

Für die Schalker Spieler gab es trotz der Niederlage gegen die Bayern Applaus von den Rängen.

Foto: Getty

Gelsenkirchen.  Schalke 04 hat das Bundesligaspiel gegen die Bayern deutlich mit 0:3 (0:1) verloren. Dennoch wurde die Mannschaft von den Anhängern gefeiert.

Der Abpfiff von Schiedsrichter Marco Fritz lag schon ein paar Minuten zurück, doch die Anhänger des FC Schalke 04 feierten immer noch weiter. Dabei hatte ihr Team das Fußball-Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München verdient mit 0:3 (0:1) verloren. „Wir sind die Fans, die immer zu Dir stehen“, riefen Tausende von der Nordkurve. Es war ein Ausdruck der Aufmunterung nach einem Spiel, das ein Mann im Alleingang entschieden hatte.

Tor-Maschine Robert Lewandowski machte den Unterschied an diesem warmen Samstagabend in der Veltins-Arena. Der Stürmer erzielte alle drei Tore für die abgezockten Bayern, die nicht einmal an ihre Leistungsgrenze gehen mussten. „Sensationell gut. Er ist einfach der beste Stürmer der Bundesliga“, schwärmte Bayern-Trainer Niko Kovac nach dem Spiel. Und Sportdirektor Hasan Salihamidzic fiel nur ein Wort ein: „Wahnsinn!“

Sein erstes Tor erzielte Lewandowski in der 20. Minute. Nach einer ereignislosen Anfangsphase - Bayern kombinierte im Bummel-Tempo, Schalke verteidigte ordentlich - war Kingsley Coman nach einem Foul von Jonjoe Kenny in Schalkes Strafraum zu Boden gesunken. Marco Fritz pfiff zurecht Elfmeter, Lewandowski verwandelte sicher.

Eine Standardsituation führte vor 62.271 Zuschauern auch zu Lewandowskis zweitem Tor. Nach einem dummen Foul von Weston McKennie 22 Meter vor dem eigenen Tor schlenzte der Stürmer den Ball sehenswert über die Mauer ins Tor - 2:0, die Vorentscheidung. „Ich finde, dass meine Mannschaft über 90 Minuten konzentriert und engagiert gespielt hat. Wir haben nichts zugelassen und unsere Möglichkeiten ordentlich genutzt. Hier im Stadion war eine große Euphorie, das hat man vor und nach dem Abpfiff gesehen. Hier muss man erst einmal gewinnen“, resümierte Niko Kovac zufrieden. Und auch Salihamidzic verließ das Ruhrgebiet mit einem Lächeln im Gesicht: „Wir haben das Spiel von der ersten Minute an kontrolliert.“

Schalkes Trainer David Wagner war nach seiner verpatzten Heimpremiere nicht nur enttäuscht; mit weiten Teilen der Leistung seiner Mannschaft konnte er sogar leben: „Ich bin mit vielem einverstanden, auch wenn wir verloren haben.“ Womit er nicht leben konnte: mit dem Spiel nach vorn - vor allem vor dem Seitenwechsel. „In der ersten Halbzeit waren wir zu fahrig, zu überhastet“, sagte Wagner. Das sah auch Stürmer Guido Burgstaller so: „Das war nicht gut. Wir wollten früher attackieren, das Stadion mitnehmen.“

Fünftes Tor im zweiten Spiel für Bayern-Star Lewandowski

Erst nach dem 0:2 lief es für die Schalker kurzzeitig etwas besser. Gleich zweimal forderten sie sogar - berechtigt - einen Strafstoß. „Wir hätten zwei Handelfmeter bekommen müssen“, ärgerte sich Trainer Wagner. Zunächst sprang Benjamin Pavard der Ball gegen die Hand (56.), dann Ivan Perisic (64.). Zwei weitere Chancen für Schalke vergaben Ahmet Kutucu (59.) und Matija Nastasic (64.).

Doch das 1:2 fiel nicht - und nachdem der Zorn der Schalke-Fans etwas abgeklungen war, schalteten die Bayern wieder in den Bummel-Modus. Nur einmal zogen sie das Tempo noch an - nach einem Pass von Coman stupste Lewandowski den Ball zum 3:0-Endstand ins Tor; im zweiten Saisonspiel war dies sein fünftes Tor. Das 33-Minuten-Debüt von Star-Zugang Philippe Coutinho geriet zur Nebensache.

Dass der Abend für die Schalker Spieler nicht vollends deprimierend endete, hatten sie somit nach dem Abpfiff ihren Fans zu verdanken. In der vergangenen Desaster-Saison hatten sie das Team oft beleidigt - diesmal war das anders. Stürmer Guido Burgstaller wurde deutlich: „Überragend. Das gibt es nicht oft. Wir haben das Gefühl, dass wir eine Einheit werden können.“

Nächster Belastungstest ist das Heimspiel gegen Hertha BSC in einer Woche (Samstag, 15.30 Uhr), wenn wahrscheinlich Juan Miranda (soll auf Leihbasis vom FC Barcelona kommen) im Kader steht. „Da wollen wir den Fans etwas zurückgeben“, sagt Burgstaller. Und es hilft Schalke sicher, dass Hertha keinen Weltklasse-Stürmer wie Robert Lewandowski aufstellen kann.

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