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Schalke: Suat Serdar ist zurück - darum ist er so wichtig

Er ist zurück: Suat Serdar hat seine Verletzung auskuriert.

Er ist zurück: Suat Serdar hat seine Verletzung auskuriert.

Foto: RHR-FOTO

Gelsenkirchen.  Schalkes Trainer Manuel Baum kann wieder auf Suat Serdar zurückgreifen. Darüber ist er froh. Die Zahlen beweisen, wie wichtig Serdar für S04 ist.

Wer Suat Serdar persönlich erlebt, wird erst einmal nicht glauben, dass er der wichtigste Spieler des FC Schalke 04 ist. Im persönlichen Gesprächen ist er zurückhaltend, fast schon vorsichtig. Er überlegt sich jedes Wort, das er sagt, ganz genau - zum Volkstribun taugt er nicht, ein Lautsprecher in der Kabine ist er ebenfalls nicht. Und er spricht selten über sich, sondern überlässt das anderen. Seinem Trainer Manuel Baum zum Beispiel: "Man merkt beim Suat, dass er ein außergewöhnlicher Spieler ist. Ein ganz wichtiger Spieler für uns." Und am Samstag, wenn Schalke auf den VfL Wolfsburg trifft (15.30 Uhr/Sky) ist er nach auskurierter Oberschenkel-Verletzung zumindest wieder im Kader.

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Schalke: Kein Sieg ohne Suat Serdar

Ein Blick auf die Zahlen allein genügt, um die Bedeutung des 23-jährigen Nationalspielers für Schalke zu betonen. Er selbst hat auf dem Platz seit Beginn der vergangenen Saison keine Krise erlebt. 41 Liga-Spiele bestritt Schalke seit August 2019 - mit Serdar feierte Schalke neun Siege, holte sechs Unentschieden, verlor nur sieben Partien. Schalke schoss 33 Tore in dieser Zeit, Serdar davon sieben. 19 Partien verpasste Serdar - gewonnen hat S04 davon keine. Es sprangen lediglich neun Unentschieden heraus, zehn Spiele gingen verloren. Schalke schoss nur zwölf Tore in dieser Zeit - so wenige, dass Serdar in diesem Zeitraum immer noch die interne Torschützenliste anführt.

Auch beim letzten Schalker Sieg, dem 2:0 über Borussia Mönchengladbach im Januar, traf er: 30 Meter vor dem Gladbacher Tor wurde er angespielt, führte den Ball noch ein paar Meter und schlenzte ihn dann mit dem rechten Innenrist gekonnt ins rechte Eck - ein typischer Serdar. Doch nicht nur die Torgefahr zeichnet ihn aus. "Wenn er da ist, merkt man, dass er einer ist, der von ganz hinten nach ganz vorn rennt. Auch im Training gibt es Situationen, in denen er sich den Ball hinten abholt und man dann meint, dass sein Zwillingsbruder vorn im Strafraum auftaucht und das Ding verwertet - es ist ungewöhnlich, dass einer so schnell von einem Strafraum in den anderen rennt", sagt Manuel Baum und ergänzt: "Und er ist sehr kreativ. Er kann eine interessante Rolle einnehmen, was Räume finden betrifft, was den Einsatz von Mitspielern betrifft. Er ist sowohl mit als auch gegen den Ball ganz wichtig."

Schalke: Serdar-Vertrag gilt noch bis Juni 2022

Doch zuletzt hatte Serdar ein großes Problem: Im Jahr 2020 bestritt er lediglich fünf der 24 Liga-Spiele - wegen diverser Verletzungen, zunächst am Sprunggelenk (Februar), dann am Zeh (März) und schließlich am Knie (Mai). Am ersten Spieltag der aktuellen Saison musste er im Spiel beim FC Bayern München (0:8) noch während der ersten Halbzeit raus, weil der Oberschenkel zwickte. Zu diesem Zeitpunkt stand es 0:2, die Demütigung folgte später. Dann stieg er offenbar zu früh ins Training ein - drei Wochen später im Spiel bei RB Leipzig (0:4) erwischte es ihn an derselben Stelle. Als er mit Tränen in den Augen ging, stand es 0:0 - das Debakel kam danach. Auch deshalb sind die Schalker nun sehr vorsichtig. "Er ist im Kader - sollte nichts mehr passieren", sagte Baum. Bei den Trainingseinheiten hätte er "zu 100 Prozent mitgemacht." Co-Trainer Naldo meinte: "Wenn es nur ein kleines Risiko gibt, spielt er nicht."

Seit Juli 2018 spielt er in Königsblauen, sein Vertrag auf Schalke gilt noch bis zum 30. Juni 2022, er enthält keine Ausstiegsklausel. Ein fitter Serdar gehört auch zum Schalker Tafelsilber. Doch ihn wird Sportvorstand Jochen Schneider zuletzt verkaufen - weil er für die abstiegsbedrohte Schalker Mannschaft unverzichtbar ist. Die Zahlen beweisen das.

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