Schalke

Schalke: Treffen der Familie Max fällt diesmal aus

Wieder einmal an einem Tor beteiligt: Ex-Schalke-Profi Philipp Max (l.) im Trikot des FC Augsburg.

Wieder einmal an einem Tor beteiligt: Ex-Schalke-Profi Philipp Max (l.) im Trikot des FC Augsburg.

Foto: firo

Gelsenkirchen.  Wenn Schalke auf den FC Augsburg trifft, feiern Martin Max und Sohn Philipp meist ein Wiedersehen. In der Corona-Krise fällt das diesmal aus.

Es gibt viele Premieren, wenn der FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga am Sonntag auf den FC Augsburg trifft (13.30 Uhr/DAZN und Amazon): Im Großen ist dies das erste Geister-Heimspiel in der langen Vereinsgeschichte der Königsblauen. Und im Kleinen, dass das Treffen der Familie Max diesmal ausfällt: Vater Martin (51), Eurofighter-Legende und aktuell Klub-Repräsentant der Schalker, kann seinen Sohn Philipp (26), Linksverteidiger des FCA, weder im Mannschaftshotel noch in der Arena besuchen.

Schalke-Legende Martin Max: "Das wird ein ungewohntes Gefühl"

„Das wird ein ungewohntes Gefühl“, sagte Martin Max in einem Interview auf der Schalker Homepage, „und nicht nur, weil ich bei Philipps Gastspiel nicht live dabei sein kann. Spiele ohne Zuschauer sind einfach etwas anderes. Die Atmosphäre fehlt.“ Als Co-Kommentator für Schalke-TV während der 0:4-Klatsche im Derby bei Borussia Dortmund musste sich Martin Max gerade in den Anfangsminuten sehr umstellen, wie er zugab.

575 Kilometer von Dortmund entfernt stand Sohn Philipp in Augsburg auf dem Feld. Der FCA unterlag dem VfL Wolfsburg durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:2. „Das ist natürlich extrem bitter“, sagte er. „Bei einem Heimspiel freut man sich normalerweise immer auf die Zuschauer, das ist im Moment nicht möglich. Das ist natürlich ungewohnt.“ Max gab beim Tor der Augsburger die Vorlage – ein weiterer Scorerpunkt in einer bisher sehr erfolgreichen Saison.

Philipp Max hat bereits sieben Tore erzielt

Obwohl die Augsburger in große Abstiegsgefahr geraten sind – sie holten aus den vergangenen zehn Spielen nur vier Punkte – läuft es für Philipp Max so gut wie noch nie. Er erzielte bereits sieben Saisontore und hat seit dem Wolfsburg-Spiel sechs Vorlagen auf seinem Konto – er ist ohnehin kein klassischer Außenverteidiger, sondern ein stürmender. „Den Offensivdrang dürfte er von mir haben“, sagt Vater Martin. „Ansonsten gleichen sich unsere Positionen allerdings nicht wirklich. Es ist aber schön, dass Philipp Gefallen am Tore schießen bekommen hat. Seine Entwicklung geht stetig bergauf.“ Inzwischen hat Max junior schon 140 Bundesligaspiele bestritten – schon oft wurde sein Name in Verbindung mit der Nationalmannschaft genannt. Seine Defensivschwäche wurde ihm dabei ab und an zum Verhängnis.

Dennoch ist der große Wunsch von Max senior einfach zu erraten. „Vielleicht klappt es in Zukunft ja, dass Philipp noch einmal das Trikot des FC Schalke 04 trägt. Darüber würde ich mich sehr freuen“, sagte er. Doch wie stehen die Chancen? So schnell wird das nicht klappen. Der Vertrag von Philipp Max beim FCA gilt noch bis 30. Juni 2022, günstig wäre er nicht zu haben. Zudem sieht sich Schalke auf der linken Abwehrseite mit Bastian Oczipka und Juan Miranda gut aufgestellt, zudem kehrt im Juli noch der zuletzt verliehene Hamza Mendyl zurück.

Spekulationen, dass eine Rückkehr klappen könnte, gab es immer wieder – zuletzt im Sommer 2019, bevor Miranda kam. „Die Spekulation lag ja nahe, weil Schalke einen Linksverteidiger suchte und ich durch meinen Vater und meine Zeit im Nachwuchs eine Verbindung zu diesem Klub habe”, sagte Philipp Max zu diesem Zeitpunkt. Für Schalke hatte er zwei Jahre in der U19 und zwei Jahre in der U23 gespielt. Nach seinem Bundesliga-Debüt für Schalke in der Saison 2013/2014 wechselte er über den Karlsruher SC nach Augsburg.

Und dort beschäftigt ihn aktuell der Abstiegskampf. Nach der Niederlage gegen Wolfsburg war er noch enttäuscht: „Wir wollten uns von unserer besten Seite zeigen. In der ersten Hälfte haben wir uns schwergetan, in der zweiten haben wir es besser gemacht und wären fast in Führung gegangen.“ Am Sonntag auf Schalke sitzt zum ersten Mal Heiko Herrlich auf der Trainerbank, der ja aus disziplinarischen Gründen gegen Wolfsburg pausierte. Etwas, das Philipp Max Mut macht: „Wir hatten eine richtig gute Zeit bis jetzt. Wir sind alle froh, wenn er auf der Bank sitzt.“

Philipp Max wird zur Startelf gehören. Vater Martin sitzt zu Hause auf dem Sofa. „Wir telefonieren regelmäßig, tauschen uns auch immer wieder per Video-Call aus“, sagt er über seinen Sohn. „Das war auch in dieser besonderen Woche nicht anders. Aber ein Treffen ist halt nicht möglich.“ Martin Max gönnt Philipp Max diesmal ein Tor auf Schalke.

Den Sieg allerdings wünscht er seinen Königsblauen. Sein Tipp? 2:1 für S04.

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