Schalke 04

Uth über Schalke: "Trainer ist das ärmste Schwein bei uns"

Bedient: Mark Uth.

Bedient: Mark Uth.

Foto: dpa

Gelsenkirchen.  Nach dem 0:2 gegen Wolfsburg sind die Profis von Schalke 04 bedient. Mark Uth stellt sich - und nimmt Trainer Baum in Schutz.

In der Fußball-Bundesliga steht der FC Schalke 04 schon nach einem Saisonviertel mit dem Rücken zur Wand. Die Königsblauen kassierten beim 0:2 gegen Wolfsburg ihre fünfte Saisonpleite. Gegen die Niedersachsen leistete sich Schalke 04 insgesamt überschaubare elf Fouls. Gelbe Karten? Keine. Ungewöhnlich im Abstiegskampf.

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Offensivspieler Mark Uth sagte nach der Pleite im Interview mit WDR 2: „Wir machen kaum Fouls, kommen nicht einen Schritt, sondern fünf Schritte zu spät.“ Der ehemalige Hoffenheimer Torjäger stellt relativ ratlos fest: „Ich weiß nicht, wie wir so ein Spiel gewinnen wollen.“ Vor allem der blutleere, mutlose und völlig unsichere Auftritt in der ersten Halbzeit gegen den VfL Wolfsburg wird in den kommenden Tagen von Manuel Baum und seinem Trainerteam bis ins Detail ergründet werden. Nach zweiwöchiger Länderspiel-Unterbrechung hatten die Fans eine S04-Mannschaft erwartet, die von der ersten Sekunde an den Rasen umpflügt und den Gegner unter Druck setzt. Was kam? Ein früher Rückstand. Uth: „Nach drei Minuten liegen wir durch einen Standard 0:1 hinten. Irgendeiner pennt. Ich habe keine Erklärung dafür.“

Schalkes Uth: Würde am liebsten in der Kabine weinen

Zuvor hatte sich Uth schon bei Sky den Frust von der Seele geredet: "Ich bin so bedient, das kann man sich gar nicht vorstellen. Es ist so traurig, hier jedes Mal aufzudribbeln und dann hergespielt zu werden. Ich würde am liebsten in die Kabine gehen und weinen." Der Ex-Nationalspieler nahm fehlende Aggressivität wahr. Es sei unfassbar, dass kein Schalke-Spieler eine Gelbe Karte bekommen habe. Trainer Manuel Baum nahm er in Schutz. "Es ist Kritik an allen. Wir spielen sehr schlechten Fußball, wir verteidigen schlecht und ich weiß nicht, wie wir so ein Spiel gewinnen wollen", so Uth. Der Trainer sei "im Endeffekt das ärmste Schwein bei uns".

Dabei hatten die Schalker vor Anpfiff noch einen Kreis bebildet, wurden von Co-Trainer Naldo eingeschworen. „Wir machen uns sehr konzentriert und fokussiert warm. Alle sind bei uns on fire. Aber mit dem Anpfiff ist alles verflogen“, stellt Uth ernüchtert fest. Für Manuel Baum dürften die kommenden Tage spannend werden. Alleine schon deswegen, weil er den unerklärlichen Spannungsabfall seines Teams ergründen muss. Die kommenden Gegner heißen Borussia Mönchengladbach (auswärts) und Bayer 04 Leverkusen (zuhause). Dass die S04-Dürreperiode ausgerechnet gegen die beiden Königsklassen-Bewerber endet, käme fast schon einem Adventswunder gleich. (tt/chwo)

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