FC Schalke 04

Verträge: Schalke lässt sich nicht in die Karten schauen

Wo landen sie die Volltreffer: Schalke Trainer David Wagner (links) und Sportvorstand Jochen Schneider (am Telefon).

Wo landen sie die Volltreffer: Schalke Trainer David Wagner (links) und Sportvorstand Jochen Schneider (am Telefon).

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Auf Schalke laufen zum Saisonende die Verträge von fünf Stammspielern aus. Wer bleiben soll, möchte Vorstand Jochen Schneider nicht kommentieren.

Benjamin Stambouli war der Erste, der sich dazu geäußert hatte, das Zitat dazu stammt aus der frühen Phase der Saison. Damals sagte der Franzose, angesprochen darauf, dass sein Vertrag auf Schalke im Sommer 2020 ausläuft: „Ich konzentriere mich nur auf das, was jetzt passiert.“ Was kommt, würde ihn jetzt nicht interessieren. Damals wusste man allerdings auch noch nicht, wie gut sich Stambouli und Schalke in dieser Saison präsentieren würden.

Schalke kommt das Thema zu früh

Inzwischen weiß man: Der Neuanfang unter David Wagner ist geglückt. „Wir sind total happy, dass wir 14 Punkte haben“, sagt Sportvorstand Jochen Schneider und bilanziert: „Die Art und Weise, wie wir in den sieben Spielen aufgetreten sind, ist das was wir sehen wollen – da sind wir auf dem richtigen Weg.“ Die Mannschaft ist wieder eine Einheit geworden, so dass jetzt ein Thema aufgeschlagen ist, das Schalke früher als erwartet beschäftigt: Wie kontinuierlich kann Schalke diesen Weg in den nächsten Jahren weiter gehen? Denn bei gleich fünf Spielern aus der Startelf, die zuletzt beim 1:1 gegen den 1. FC Köln begann, laufen die Verträge zum Saisonende aus. Sie könnten Schalke im Sommer verlassen.

Diese fünf Verträge laufen im Sommer aus

Neben Benjamin Stambouli (29) betrifft dies noch Alexander Nübel (23), Daniel Caligiuri (31), Bastian Oczipka (30) und den vom FC Everton ausgeliehenen Jonjoe Kenny (22). Mit wem Schalke langfristig plant, möchte Schneider nicht weiter kommentieren, „das ist jetzt nicht das Thema“. Zumindest will er diese Diskussion darüber nicht öffentlich begleiten: „Prinzipiell möchte ich zu den Dingen, wann man mit welchem Spieler oder Berater Gespräche führt, keine Stellung nehmen. Denn es hilft dem jeweiligen Prozess nicht, das öffentlich zu kommentieren.“ Den Einwand, dass es sich bei dem Quintett beinahe um die halbe erste Elf handelt, weist Schneider lakonisch zurück: „Soll ich jetzt nervös werden? Nein.“

Nübel und Stambouli sind gesetzt

Sicher ist, dass Schalke selbstverständlich mit Nübel verlängern möchte: Dem Torwart liegt seit Sommer ein neues, stark verbessertes Angebot vor, über das der 23-Jährige aber noch nicht entschieden hat. Und so lange muss Schalke damit leben, dass immer wieder Bayern München als Nübels neuer Verein genannt wird – der Spieler kommt damit im Moment genauso gut klar wie Schalke.

Auch Benjamin Stambouli soll bleiben: Die Wertschätzung von Trainer Wagner für den Franzosen ist extrem hoch. Einer Vertragsverlängerung im Wege stehen könnte wohl nur, wenn Stambouli von sich aus etwas Neues plant; so lange wie auf Schalke (zum Ende der Saison sind’s vier Jahre) ist er als Profi nur bei seinem Stammverein HSC Montpellier geblieben.

Bei Kenny muss Schalke mit Everton reden

Bei Jonjoe Kenny muss Schalke abwarten, was dessen Stammverein FC Everton plant: Schalke besitzt keine Kaufoption für den ausgeliehenen Außenverteidiger, der bisher so gut in Wagners Konzept passt. Kenny entwickelt sich auf Schalke prächtig, hat aber selbst schon einmal betont, dass die Premier League auf ihn eine ungebrochene Anziehungskraft ausübt.

Bleiben Bastian Oczipka und Daniel Caligiuri, die beiden Routiniers auf den Außenbahnen. Schneider glaubt nicht, dass es nötig ist, den Spielern ein Signal zu übermitteln, indem er ihnen öffentlich seine Wertschätzung ausspricht. Er bittet einfach um Geduld und sagt: „Wir kommen aus einer ganz schlechten Saison, jetzt sind wir am siebten Spieltag. Lasst uns bitte den Weg weitergehen. Wir werden mit den Jungs sprechen, vielleicht haben wir schon gesprochen, aber es bringt nichts, das zu kommentieren.“

Bastian Oczipka hat dieser Tage schon erklärt, dass er mit dieser Vorgehensweise kein Problem hat.

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