Schalke

Warum Schalkes einstiger Stern Max Meyer nicht mehr funkelt

Max Meyer (rechts) – hier im Spiel am 10. August gegen den FC Everton – verließ den FC Schalke 04 und schloss sich im Sommer 2018 dem Premier-League-Klub Crystal Palace an.

Max Meyer (rechts) – hier im Spiel am 10. August gegen den FC Everton – verließ den FC Schalke 04 und schloss sich im Sommer 2018 dem Premier-League-Klub Crystal Palace an.

Foto: Reuters

Gelsenkirchen.  Crystal Palace feiert ohne Max Meyer in der Premier League zwei Erfolge – nach zuvor zwei sieglosen Spielen mit dem ehemaligen Schalker.

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Es ist der 17. Juni 2012 im Oer-Erkenschwicker Stimbergstadion, als irgendwie schon ein Stern aufgeht: der Stern des damals 16-jährigen Max Meyer. „Und prompt fiel auch das 2:1. Der für Philipp Max eingewechselte U-17-Nationalspieler Max Meyer zog aus 18 Metern volley ab, Leopold Zingerle ließ den Ball abprallen, Philipp Hofmann köpfte, der Bayern-Keeper wehrte noch einmal ab, aber dann schob der Schalker U-19-Nationalspieler den Ball zum Titelgewinn über die Linie“, schrieb die WAZ damals.

Die A-Junioren des FC Schalke 04, angeführt von ihrem Kapitän Sead Kolašinac, durften sich Deutscher Meister 2012 nennen. Sie hatten den 0:1-Rückstand gegen den FC Bayern München, deren Torschütze übrigens Alessandro Schöpf war, durch die Treffer von René Klingenburg und Philipp Hofmann gedreht. Und nach diesem Finale, nach dem Max Meyer unter anderem verriet, den Triumph nur mit Cola und nicht mit Bier zu feiern, war klar: Dieser Mittelfeld-Mann wird einer. Und eines der größten Talente der Knappenschmiede wurde auch ein toller Fußballer – zumindest vorübergehend.

Schalkes Elgert vergleicht Max Meyer mit Xavi und Andrés Iniesta

„Er besitzt genau das, was man heutzutage braucht. Wenn Max spielt, sind alle Radarschirme und Antennen ausgefahren“, hatte Norbert Elgert, der Knappen-Meisterschmied, einst gesagt. „Er hat eine extrem schnelle Wahrnehmung und scannt den Platz fortwährend. Ein normaler Spieler macht das alle paar Sekunden, aber Spieler wie Xavi, Andrés Iniesta oder eben Max wissen immer, wo Mitspieler, Gegner und Ball sind. So finden sie schneller Lösungen als andere.“

Und heute? Heute spielt Max Meyer, der schon im Juni 2011 im Westfalenpokal-Finale der B-Junioren beim 2:4 nach Verlängerung gegen den VfL Bochum mit dem noch besseren Leon Goretzka der überragende Schalker und 2013 Gelsenkirchens Sportler des Jahres war, anscheinend keine entscheidende Fußball-Rolle mehr.

Zweimal in der Crystal-Startelf: ein Punkt und null Tore

Weil er zu Beginn des Jahres 2018 eine Vertragsverlängerung bei den Königsblauen ausgeschlagen und anschließend keinen Top-Verein gefunden hatte, landete er bei Crystal Palace, bei einem Abstiegskandidaten aus der Premier League im Süden Londons.

Nachdem Max Meyer in der Saison 2018/19 in der Hinrunde auf mehreren Positionen eingesetzt worden war, ließ ihn Trainer Roy Hodgson in der Rückrunde meistens auf der Bank schmoren. Und Crystal Palace machte den Klassenerhalt frühzeitig perfekt.

0:0 gegen den FC Everton und 0:1 bei Sheffield United

Neue Saison, neues Glück? Nein. Auch 2019/2020 scheint dem inzwischen 23-jährigen Max Meyer ein ähnliches Bank-Schicksal zu drohen. An den ersten beiden Spieltagen – 0:0 gegen den FC Everton sowie 0:1 beim Aufsteiger Sheffield United – stand der gebürtige Oberhausener in der Startelf Crystal Palaces.

Nach nur einem Punkt und null Toren verzichtete der 72-jährige Palace-Teammanager Roy Hodgson aber wieder auf Max Meyer. Und? Crystal Palace gewann fast schon sensationell mit 2:1 bei Manchester United und setzte sich am vergangenen Samstag mit 1:0 gegen Aston Villa durch. Sechs Punkte und drei Tore ohne Max Meyer sowie Tabellenplatz vier.

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