Schalke 04

Zwölf Kandidaten für Schalke 04 - aber nur zwei mit Chancen

Christoph Metzelder beim Amateurfußball-Kongress in Kassel.

Christoph Metzelder beim Amateurfußball-Kongress in Kassel.

Foto: Getty Images

Gelsenkirchen.  Schalke 04 sucht einen Technischen Direktor und einen Sportdirektor. Wir beleuchten verschiedene Kandidaten mit Stallgeruch.

Schalkes neuer Sportvorstand Jochen Schneider sucht für den kriselnden Bundesligisten zusätzliche Fußball-Kompetenz. Die Aufgaben sollen auf mehrere Schultern verteilt werden, um die Königsblauen insgesamt breiter aufzustellen und effektiver arbeiten zu lassen. Gesucht werden ein Sportdirektor und ein Technischer Direktor, wobei der Technische Direktor gleichzeitig auch der S04-Kaderplaner sein kann. “Wir brauchen Teamplayer. Wenn der dazu noch Schalke-Vergangenheit hat, umso besser”, sagt Schneider. Wir beleuchten, welche Chancen zwölf Kandidatenten mit Schalker Vergangenheit oder Gegenwart haben.

Gerald Asamoah (40 Jahre, aktuell Manager der Schalker U23):

Der langjährige S04-Profi besitzt den nötigen Stallgeruch, kennt die Klubstrukturen. “Ich schätze Gerald sehr. Er hat sich extrem entwickelt und weitergebildet”, sagt Schalkes Vorstandsmitglied Alexander Jobst. In welcher Form Asamoah bei Schalke künftig eingebunden wird, ist offen. Kandidaten-Chance für einen Posten als Ergänzung neben dem Technischen Direktor oder Sportdirektor: 25 Prozent.

Mike Büskens (50, Repräsentant bei Schalke 04):

Der Fußball-Lehrer würde den Königsblauen nur im allergrößten Notfall helfen, wenn es auf der Trainerbank Überbrückungs-Bedarf geben sollte. Der Rat von Büskens ist in sämtlichen Fragen rund um den Traditionsklub willkommen, weil der Eurofighter die königsblaue DNA in seinen Adern hat und Schalke versteht. Besitzt ein großes Standing bei den Anhängern, trägt das Herz auf der Zunge. Kandidaten-Chance für die gesuchten Positionen: Null Prozent.

Klaus Fischer (69, Repräsentant bei Schalke 04):

Der Ex-Nationalspieler ist gerade bei den älteren S04-Fans hoch angesehen, besitzt Kultstatus. Kommt allerdings für zusätzliche Aufgaben nicht in Frage. Kandidaten-Chance: Null Prozent.

Timo Hildebrand (39, Ex-Profi bei Schalke 04):

Der frühere Nationaltorwart spielte von 2011 bis 2014 für die Königsblauen, ist heute im Sportbusiness-Management tätig. “Mit Simon Rolfes, der bei Bayer 04 Leverkusen tätig ist, oder Sebastian Kehl bei Borussia Dortmund gibt es junge Leute, die ihr Wissen nach Beendigung ihrer Laufbahn im Management einbringen. So etwas könnte ich mir auch vorstellen”, sagt Hildebrand. Er kennt Jochen Schneider zwar aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten, aber auf Schalke wird sein Name nicht diskutiert. Kandidaten-Chance: Null Prozent.

Ebbe Sand (46, Ex-Profi bei Schalke 04):

Der Däne hat durch seine Art, wie er einst als Torjäger spielte, auf Schalke einen sehr guten Ruf. Erst zum Jahreswechsel wurde er Sportdirektor bei seinem früheren Verein Bröndby IF. Dennoch: Er ist derzeit kein Thema auf Schalke. Kandidaten-Chance: null Prozent.

Christoph Metzelder (38, Ex-Profi bei Schalke 04):

Arbeitet als Experte für Pay-TV-Sender Sky, hat eine Beratungsagentur und ist eng mit Schalkes Urgestein Benedikt Höwedes (jetzt bei Lok Moskau) verbunden. Sehr eloquent in seiner Ausdrucksweise, gut vernetzt. Würde sich einen Job bei den Königsblauen ohne weiteres zutrauen. In den Gremien soll sein Name mehrmals gefallen sein. Kandidaten-Chance: 50 Prozent.

Axel Schuster (46, Organisator bei Schalke 04):

Kam im Sommer 2016 zusammen mit dem inzwischen zurückgetretenen Sportvorstand Christian Heidel aus Mainz, wurde bis vor wenigen Tagen als “Direktor Sport” geführt. Schusters Vertrag läuft noch ein Jahr. Er soll im organisatorischen Bereich weiter für Schalke arbeiten. Die genaue Funktionsbeschreibung für ihn ist noch offen. Kandidaten-Chance für die gesuchten Posten: Null Prozent.

Huub Stevens (65, Aufsichtsrats-Mitglied Schalke 04):

Bringt sein Fachwissen in wichtigen sportlichen Fragen ein, fühlt sich in der Rolle als Mitglied des Kontrollgremiums rundum wohl. Eine andere Funktion ist für den Schalker Jahrhunderttrainer auch aufgrund der Warnsignale seiner Körpers (hörte wegen Herzrhythmusstörungen als Trainer auf) nicht mehr denkbar. Kandidaten-Chance: Null Prozent.

Erik Stoffelshaus (48, zuletzt Sportdirektor Lok Moskau, davor Manager-Assistent bei Schalke 04):

Begann auf Schalke als Jugendtrainer, wurde dann Assistent des damaligen Managers Andreas Müller. Arbeitete zuletzt als Sportdirektor beim russischen Meister und Schalker Champions-League-Gegner Lokomotive Moskau. Trotz guter internationaler Kontakte verkörpert er nicht das gesuchte Profil. Kandidaten-Chance: Null Prozent.

Rüdiger Abramczik (63, Ex-Profi bei Schalke 04):

Der legendäre “Flankengott aus dem Kohlenpott” hat Trainer-Erfahrung im Ausland gesammelt, wurde beispielsweise mit Metalurgs Liepaja Meister in Lettland. “Abi” ist beliebt und gut vernetzt, für das gesuchte Profil aber ebenfalls nicht vorgesehen. Kandidaten-Chance: Null Prozent.

Olaf Thon (52, Repräsentant und Leiter der Schalker Traditionself):

Aufgrund seiner Erfahrung ist die Klub-Ikone bei nationalen und internationalen Terminen ein wichtiger S04-Botschafter. Für einen Job eng an der Profi-Mannschaft kommt der Weltmeister von 1990 aber nicht in Betracht. Kandidaten-Chance: Null Prozent.

Marc Wilmots (50, Ex-Profi bei Schalke 04):

Als Trainer war Wilmots vor vier Jahren ein Kandidat bei den Königsblauen, es gab konkrete Gespräche. Diesmal gab es keine, obwohl Wilmots im Gespräch mit dieser Zeitung sagte: „Schalke weiß, wie ich zu erreichen bin.“ Kandidaten-Chance: null Prozent.

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