VfL Bochum

Am Sonntag in Darmstadt: VfL Bochum baut auf seine Qualität

Hatte im Himspiel das Tor des Tages erzielt und wird den Bochumern am Sonntag ebenso fehlen wie Jan Gyamerah und Robbie Kruse (links): Tom Weilandt (Mitte), der hier von Anthony Losilla geherzt wird.

Hatte im Himspiel das Tor des Tages erzielt und wird den Bochumern am Sonntag ebenso fehlen wie Jan Gyamerah und Robbie Kruse (links): Tom Weilandt (Mitte), der hier von Anthony Losilla geherzt wird.

Foto: Guido Kirchner/dpa

Bochum.  Auch wenn die personelle Not groß ist, will Robin Dutt, der Trainer des VfL Bochum, im Spiel bei Darmstadt 98 seinen Matchplan durchziehen.

„Er ist ein guter Typ. Ich kann mich gut in einen jungen Trainer hineinversetzen. Ich gönne ihm die Chance, die man ihm in Darmstadt gegeben hat.“ Robin Dutt wünscht Dimitrios Grammozis, dessen Mannschaft der VfL Bochum am Sonntag (13.30 Uhr, live Sky) gegenüberstehen wird, alles Gute für die Zukunft. Diese Zukunft muss ja nicht unbedingt sofort beginnen.

Bochums Konzept der maximalen Jugendförderung im Profitraining zahlt sich aus

Beide Mannschaften haben ihr letztes Spiel gewonnen und sich damit der größten Abstiegssorgen entledigt, aber so ganz über den Berg sind sie noch nicht. Wer gewinnt bei vermutlich sommerlichen Temperaturen am Böllenfalltor, der wird die Planungen für die kommende Zweitliga-Saison sehr viel konkreter als bisher angehen können. Was vor allem auf Seiten der Bochumer auch nötig ist angesichts der bevorstehenden Abgänge.

Das Bochumer Trainerteam hofft, dass sich in den Zeiten der nicht enden wollenden Personalmisere das mit Saisonbeginn konsequent umgesetzte Konzept der maximalen Jugendförderung im Profitraining nun auszahlt. Dutt hatte ja schon früher klar gemacht, dass er der damaligen Entscheidung, die U23 aufzugeben, nicht viel abgewinnen könne. Aber weil diese Mannschaft nun einmal nicht mehr existiert, hat man die Bochumer Talente mit Perspektive zwar alternierend, aber auch andauernd ins Profitraining integriert. Heißt: Wenn die Jungen, wie in dieser heiklen Situation, gebraucht werden, wissen sie, wie der Hase läuft, wie, wohin und wann sie sich bewegen müssen, weil sie es oft genug im Profitraining praktiziert haben.

Nach dem abermaligen Ausfall von Stefano Celozzi wird der VfL-Trainer also einen weiteren A-Junior neben Stelios Kokovas und Moritz Römling ins Zweitligateam hochziehen und in Darmstadt auf die Reservebank setzen. Kokovas wurde beim Pokalsieg der U19 gegen den BVB am Donnerstag mit Blick auf die 2. Liga geschont, der 17-jährige Grieche bleibt demnach voraussichtlich in der Startelf und muss sich in Darmstadt einer Offensive entgegen stemmen, die Robin Dutt so skizziert: „Sie haben sehr viel Geschwindigkeit nach vorne.“

VfL-Trainer Dutt: "Wir richten unser Spiel auf uns selber aus"

Gemeint sind damit in erster Linie Spieler wie Marcel Heller und Joevin Jones, deren Flügelläufe nicht von schlechten Eltern sind. Da kommt auf die komplette VfL-Abwehr und insbesondere auf Kokovas eine Menge Arbeit zu. Aber vielleicht orientiert sich Robin Dutt ja auch noch einmal um und stellt Heller den leichtfüßigen Moritz Römling auf die Füße.

Ein taktischer Gedanke, der aber vielleicht gar nicht verfängt beim VfL-Trainer, weil sich dabei dann doch zu viel um Darmstadt dreht. „Ich halte es für überholt, seinen Matchplan am Gegner auszurichten“, sagt der 54-Jährige, der einen Grundsatz seiner Arbeit so formuliert: „Wir richten unser Spiel auf uns selber aus.“

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben