2. Bundesliga

Bochum gegen Dresden: Auch eine Frage der Mentalität

Treffer zum Ausgleich: Am 3. März erzielte Nikolaou das Tor zum 2:2-Endstand gegen den VfL Bochum um Simon Zoller.

Treffer zum Ausgleich: Am 3. März erzielte Nikolaou das Tor zum 2:2-Endstand gegen den VfL Bochum um Simon Zoller.

Foto: Robert Michael / dpa

Bochum.  Es gibt etliche Gemeinsamkeiten zwischen dem VfL Bochum und Dynamo Dresden, zwischen den Trainern Thomas Reis und Cristian Fiél.

Noch vor seiner ersten Trainingseinheit legte sich Thomas Reis fest. „Es steckt Mentalität in der Mannschaft.“ Der neue Trainer machte das vor allem daran fest, dass der VfL zweimal einen schier aussichtslosen Rückstand noch zu einem Punkt gedreht hatte in den erst zwei Heimspielen in dieser Saison. Gegen Bielefeld lag Bochum 0:2 zurück, führte dann 3:2, am Ende hieß es 3:3. Ebenso wie gegen Wiesbaden, als Bochum zur Pause nach der vielleicht schwächsten Erste-Halbzeit-Leistung der vergangenen Jahre ein 0:3 noch ausbügeln musste. Dank später Treffer reichte es zu einem erneuten 3:3. Reis: „Es ist nicht selbstverständlich, diese Rückstände wegzustecken und aufzuholen.“

Dresden holt gegen St. Pauli ein 0:3 auf

Es ist allerdings auch kein exklusives Merkmal des VfL Bochum in dieser 2. Liga. Dynamo Dresden zum Beispiel, der nächste Gegner des VfL und damit Debütanten-Gast von Thomas Reis, hechelte nach nur einer halben Stunde am vergangenen Spieltag einem 0:3 gegen den FC St. Pauli hinterher. Jannis Nikolaou mit einem Doppelpack vor und nach dem Wechsel sowie der eingewechselte Moussa Koné, im Spiel zuvor nicht einmal im Kader, retteten ein verdientes 3:3 für das Team von Cristian Fiél – am Ende sogar in Unterzahl. Mittelfeldmann Nikolaou sah die Rote Karte und wird in Bochum fehlen.

Jeremejeff und Stor verstärkten Dynamos Angriff

Mit dem Schweden Alexander Jeremejeff (25), der Mitte August für gut eine Millionen Euro vom schwedischen Erstligisten BK Häcken geholt wurde und bereits dreimal zur Startelf zählte (1 Tor), und dem bisher dreimal eingewechselten Slowenen Luka Stor (21/NK Aluminij/400.000 Ablöse) hat sich Dynamo im Angriff nach schwachem Saisonstart bereits verstärkt. Auch deshalb hat der lange gesetzte Koné derzeit seinen Stammplatz-Status verloren. Neben Jeremejeff stürmten in Dresdens offensiv ausgerichteten 3-4-3 zuletzt Baris Atik und Sascha Horvath. Stor war erste Alternative von der Bank.

Fiél und Reis kennen sich aus gemeinsamen VfL-Zeiten

Dresdens Trainer und Bochums Trainer kennen sich aus gemeinsamen VfL-Zeiten: Zusammen spielten sie für den VfL in der Rückrunde der Saison 2002/03 in der 1. Bundesliga. Während Reis, seit 1995 beim VfL, allerdings meist eine feste Größe war, kam Fiél kaum zum Zug (sieben Einsätze), weshalb er die Castroper Straße nach einem Jahr zum Januar 2004 wieder verließ. Reis zog bereits ein halbes Jahr eher weiter zum FC Augsburg.

Dynamos Trainer: Vom Nachwuchs-Coach zum Chef der Profis

In Dresden stieg Fiél nach einigen Jahren als Co- und vor allem Nachwuchstrainer Ende Februar dieses Jahres zum neuen Chefcoach auf. Wie jetzt der VfL Bochum für Reis ist auch für den 39-Jährigen die SG Dynamo seine erste Station als Trainer eines Profiklubs. Und: Sein Debüt gab Fiél am 3. März – gegen den VfL Bochum. In Dresden holte Bochum nach zuvor vier Niederlagen in Folge ein 2:2, verspielte dabei eine frühe 2:0-Führung. Nun ist Dresden der erste Gegner des VfL unter Thomas Reis.

Mit einem Sieg zieht Bochum an Dresden vorbei

Fiéls Bilanz ist durchwachsen, unter ihm holte Dynamo in den elf Partien der Vorsaison vier Siege, vier Remis bei drei Niederlagen, das reichte zu Platz zwölf mit 42 Punkten. In diese Spielzeit startete Dresden mit zwei Niederlagen gegen Nürnberg (0:1) und in Karlsruhe (2:4), es folgten ein 2:1 gegen Heidenheim, ein 0:0 in Darmstadt und das 3:3 gegen St. Pauli. Die Sachsen sind damit eines von gleich sechs Teams, das mit fünf Punkten drei Punkte vor dem Vorletzten Bochum liegt. Mit einem Sieg, egal in welcher Höhe, würde der VfL an Dresden vorbeiziehen.

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