VfL Bochum

Ex-Wattenscheider Matarazzo will auch den VfL Bochum ärgern

Pellegrino Matarazzo ist seit diesem Jahr neuer Trainer des VfB Stuttgart. Er spielte einst für die SG Wattenscheid 09.

Pellegrino Matarazzo ist seit diesem Jahr neuer Trainer des VfB Stuttgart. Er spielte einst für die SG Wattenscheid 09.

Foto: Tom Weller / dpa

Bochum.  Der VfB Stuttgart gastiert am Montag beim VfL Bochum mit seinem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo. Wattenscheider Fans kennen ihn als Spieler.

Es war eine faustdicke Überraschung, die der VfB Stuttgart vor dem Jahreswechsel präsentierte. Pellegrino Matarazzo wurde als Nachfolger des nach den enttäuschenden ersten 18 Spieltagen beurlaubten Tim Walter präsentiert. Als neuer Cheftrainer des Zweitliga-Krösus soll er den Aufstieg klarmachen und zugleich Talente auf ein Topniveau bringen. Und dafür soll sein Team am kommenden Montagabend im Ruhrstadion (20.30 Uhr) auch beim VfL Bochum punkten.

Langjährige Wattenscheider Fans kennen den heute 42-Jährigen noch als Spieler. In der Saison 2005/06 bestritt Pellegrino Matarazzo für die SG 09, die damals in der dritthöchsten Klasse, der Regionalliga Nord unterwegs war, insgesamt 31 Partien. Als „langer Schlacks“ oder auch „Turm“ in der Abwehr, wie sich manche 09-Anhänger erinnern, war der knapp zwei Meter große Verteidiger am Ball für die Wattenscheider.

Studierter Mathematiker lernt unter Julian Nagelsmann

Zum hochklassig spielenden Profi hat es Mattarazzo nie geschafft. Als italienischer Einwanderer in die USA - er hat die italienische und US-Staatsbürgerschaft – vollendete er in New York ein Mathematik-Studium, in Deutschland startete er nach der Spieler- auch eine Trainerkarriere. Bisher aber war Matarazzo nur als Nachwuchs- und Co-Trainer aktiv, beim 1. FC Nürnberg und zuletzt bei der TSG Hoffenheim. Als Co-Trainer der Hoffenheimer erst unter Julian Nagelsmann, dann unter Alfred Schreuder, ehe ihn der VfB Stuttgart Ende Dezember einen Vertrag bis 2021 anbot. Matarazzo unterschrieb.

Zwei Heimsiege und ein 1:1 beim FC St. Pauli zum Auftakt

Der Start glückte. Matarazzo gelangen zum Auftakt seiner Cheftrainer-Karriere im Profifußball zwei 3:0-Heimsiege gegen Heidenheim und zuletzt Erzgebirge Aue sowie ein 1:1 beim FC St. Pauli. Als Tabellendritter mit 38 Punkten bleibt der VfB damit an Arminia Bielefeld und dem Hamburger SV dran, hat aber nach wie vor nichts zu verschenken. Denn der Wiederaufstieg war nach dem bitteren Abstieg fest eingeplant, kein Kader ist auch nur annähernd so exklusiv und teuer wie der des VfB.

Stuttgart profitierte auch von hohen Transfererlösen. Im Sommer gab es einen Umbruch, Stars wie Benjamin Pavard (für 35 Millionen Euro zum FC Bayern München) und Ozan Kabak (für 15 Millionen Euro zum FC Schalke/Ablöseangaben laut transfermarkt.de) verließen den Klub. Inklusive der drei Winter-Zugänge kamen 20 neue Spieler - und einige VfB-Stars blieben ja auch.

Mario Gomez trifft in allen drei Spielen des neuen Jahres

Mario Gomez zum Beispiel, der Ex-Nationalspieler, der im neuen 3-4-2-1-System von Matarazzo in den letzten beiden Partien von Beginn an den Stoßstürmer spielte - und in allen drei Liga-Partien des neuen Jahres einen Treffer erzielte. Oder Holger Badstuber, der sich allerdings im Trainingslager einen Muskelfaserriss zuzog und in Bochum ebenso noch ausfallen wird wie sein Innenverteidiger-Kollege und Kapitän Marc Oliver Kempf (Kieferbruch beim Spiel in St. Pauli).

Matarazzo stellte das VfB-System in der Winterpause auf ein 3-4-2-1 um, in der Dreierkette zuletzt mit Winter-Neuzugang Nathaniel Phillips, einer Leihgabe vom FC Liverpool U23, dem gebürtigen Essener Atakan Karazor und dem Japaner Wataru Endo. Auffällig: Matarazzo rotiert viel, auch etliche junge Spieler bekommen ihre Chance, wenn auch teilweise nur als Teil des Kaders.

Zahlreiche Top-Talente schmücken den exquisiten Kader des VfB

Zu den Talenten zählen etwa der zuletzt in die Startelf gerückte Angreifer Silas Wamangituka (20), der im Sommer für 8 Millionen Euro vom französischen Zweitligisten Paris FC kam, Mittelfeldmann Clinton Mola (18), der im Winter vom FC Chelsea U23 ausgeliehen und gegen Aue eingewechselt wurde, der in Bochum voraussichtlich verletzt fehlende Roberto Massimo (19) sowie Mateo Klimowicz (19) und Lilian Egloff (17).

Der Argentinier Klimowicz (19) ist der Sohn des Ex-Bochumers Diego Klimowicz, der von Januar 2009 bis Juni 2010 für den VfL stürmte. Julian Egloff ist gerade einmal 17. Beide zählten gegen Aue zum Kader und kamen zuvor im Pokalspiel bei Bayer Leverkusen, das der VfB mit 1:2 verlor, zu einem Kurzeinsatz.

Matarazzo zur Ausbildung der Jugend: Sportlicher Erfolg hat Priorität

Über der Ausbildung der Jugend aber steht der Aufstieg, Matarazzo sagte laut VfB-Twitterkanal auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Aue: „Natürlich kann ein gewisses Spannungsfeld zwischen der Entwicklung junger Spieler und dem sportlichen Ergebnis entstehen. Der sportliche Erfolg hat Priorität, meiner Meinung nach kann und muss beides parallel verfolgt werden.“

Matarazzo muss die richtige Mischung finden zwischen frischen Talenten und gestandenen Schlüsselspielern wie Gonzalo Castro, Daniel Didavi oder Mario Gomez. Bisher scheint ihm dies zu gelingen.

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