VfL Bochum

Mission Klassenerhalt: Das spricht für den VfL Bochum

Danny Blum und sein Sturm-Partner Silvère Ganvoula (im Hintergrund) sollen den VfL Bochum am Samstag zum Sieg schießen.

Danny Blum und sein Sturm-Partner Silvère Ganvoula (im Hintergrund) sollen den VfL Bochum am Samstag zum Sieg schießen.

Foto: firo

Bochum.  Am Samstag bestreitet der VfL Bochum das erste Spiel nach der Corona-Zwangspause. Der Zweitligist geht optimistisch in die Heidenheim-Partie.

Virtuelle „Wohnzimmertickets“ für spendable Fans hat der VfL Bochum in dieser Woche auf den Markt gebracht. Der Fußball-Zweitligist setzte damit seine Geisterspielticket-Aktion fort, die er vor der Unterbrechung vor über zwei Monaten angeschoben hatte. Am Samstag (13 Uhr/Sky) also soll der Ball nun rollen vor leeren Rängen im Ruhrstadion, gegen den Tabellenvierten FC Heidenheim soll der abstiegsbedrohte VfL einen weiteren Schritt zur Rettung machen.

Einen ersten hat der Klub bereits gemeistert in der Corona-Krise: Eine Insolvenz blieb dank eigener Spar- und Marketingmaßnahmen sowie der zum Teil bereits geflossenen vierten Rate des TV-Geldes nur eine Drohung. Dennoch zählt weiterhin jeder Cent, jedes Spiel – und jeder Punkt. Denn neben den neuen wirtschaftlichen Sorgen gibt es altbekannte sportliche. „Wir sind uns der Schwierigkeit bewusst“, sagt Sebastian Schindzielorz. Gleichwohl gibt sich der Sport-Geschäftsführer vom Ziel Klassenerhalt überzeugt.

Fall Dynamo Dresden lässt Fragen offen

Optimistisch präsentiert sich auch Thomas Reis. „Wir sind bereit“, sagt der Trainer. Tabellenfünfzehnter ist der VfL, der vor der Pause drei Partien in Folge nicht verloren hatte. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf den Siebzehnten Karlsruher SC, drei auf den Relegationsrang 16 (Wiesbaden). Wie und wann es mit dem Schlusslicht Dynamo Dresden, dessen Team in Einzelquarantäne ist und mindestens zwei Spiele nicht antreten kann, weitergeht, ob die Saison tatsächlich zu Ende gebracht werden kann, ist offen. Bochum setzt auf eine sportliche Lösung, will den Ligaerhalt aus eigener Kraft schaffen. „Wir haben vor der Unterbrechung gezeigt, dass wir genau wissen, um was es geht“, sagt Torwart Manuel Riemann. „Diesen positiven Lauf wollen wir fortsetzen.“

Seit Sonntag hat der VfL sein Quarantäne-Quartier bezogen im Hotel direkt am Stadion und Trainingsgelände. Einen Coronafall gibt es nicht, und bis auf den angeschlagenen Vitaly Janelt sind alle Profis fit. Stammkräfte wie Torwart Manuel Riemann und Linksaußen Danny Blum nutzten die Pause, um ihre Verletzungen auszukurieren. 24 Feldspieler kann der Trainer einsetzen – der große Kader könnte nun zum Vorteil werden.

VfL Bochum setzt auf Offensiv-Duo Blum und Ganvoula

Zunächst aber wird Reis auf den Stamm der Vor-Corona-Zeit zählen, „viel Zeit zum Experimentieren“, betont er, „haben wir ja nicht.“ Wohl aber einen Plan, Heidenheim zu schlagen – wie im Hinspiel, beim 3:2-Sieg, es war der ersten Saisonerfolg. Mehr defensive Stabilität bleibt ein Credo, und vorne sollen es zwei der besten Offensivkräfte der Liga, Danny Blum (neun Tore) und Silvere Ganvoula (elf) richten.

Psychisch sieht Thomas Reis sein Team gerüstet: „Mentale Stärke bringen die Jungs mit. Keiner macht den Eindruck, als sei er gehemmt und könnte deshalb nicht spielen“, sagt Reis. Wohl wissend, dass eben niemand genau weiß, wie sich all die anderen Abläufe, die Hygiene- und Schutzmaßnahmen, die Geister-Kulisse und nicht zuletzt die fehlende Spielpraxis bei jedem Einzelnen auswirken wird. „Auf solche Spiele kann man sich nicht richtig vorbereiten“, sagt Manuel Riemann. „Stimmungsmäßig vermute ich, dass es in Richtung Testspiel gehen wird.“

Fanszene des VfL Bochum kritisiert Bundesliga-Fortsetzung

Eines, dass längst nicht alle Fans in Bochum gutheißen, schon gar nicht die aktive Fanszene. Die Ultras Bochum 99, die in der Ligapause mit etlichen sozialen Aktionen auf sich aufmerksam machen, geißeln die Fortsetzung der zwei Profiligen als eine wirtschaftliche Not auf Kosten der Fans und der Gesundheit der Beteiligten, sie erwarten „trostlose Veranstaltungen“. Und sie appellieren an die VfL-Anhänger, die Spiele „im kleinen Kreis zuhause zu verfolgen“ - ob mit oder ohne Wohnzimmerticket.

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