VfL - der neue Trainer

Reis will beim VfL Bochum aus Pessimisten Optimisten machen

Freundlich aber bestimmt: Thomas Reis, der neue Cheftrainer des VfL Bochum, bei der Pressekonferenz am Montag im Medienzentrum des VfL.

Freundlich aber bestimmt: Thomas Reis, der neue Cheftrainer des VfL Bochum, bei der Pressekonferenz am Montag im Medienzentrum des VfL.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Eine Woche hat Thomas Reis nun Zeit, sein neues Team kennenzulernen. Am Montag stellte der VfL Bochum seinen neuen Trainer vor.

Pressekonferenzen des VfL Bochum finden im Normalfall vor einer recht überschaubaren Ansammlung von Medienvertretern statt. An diesem Montag war das deutlich anders. Das Medienzentrum war so voll wie sonst nur an Zweitliga-Spieltagen. Der VfL stellte seinen neuen Cheftrainer vor. Thomas Reis folgt auf Robin Dutt. Es ist seine erste Station als Cheftrainer eines Zweitligisten. Mit einem klaren Plan, was sein Team auf dem Platz tun oder lassen soll und mit Einzelgesprächen will er beim derzeit Vorletzten der 2. Bundesliga die Wende schaffen.

Er wolle aus Pessimisten Optimisten machen, sagte Reis. Damit meinte er vor allem die Fans, die den VfL bereits in der 3. Liga sehen. Die Frage, ob der Vertrag des neuen Cheftrainers auch für den Fall eines Abstiegs gelte, ließ Sportvorstand Sebastian Schindzielorz unbeantwortet. Er machte dafür deutlich, dass er viel Vertrauen in die Arbeit des neuen Mann habe.

Neue Chance für Celozzi

Fest machen lässt sich das auch daran, dass Schindzielorz nach eigener Aussage nur mit Reis gesprochen hat, um die Trainerfrage zu beantworten. Bereits am Montag habe man Einigung erzielt. Danach habe die Entscheidung noch durch die verschiedenen Gremien gemusst. Reis hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021.

Mit den Co-Trainern Heiko Butscher und Oliver Barth wird er weiterarbeiten. „Ich bin ein offener Typ, jeder bekommt bei mir eine Chance“, sagte er. Das gelte auch für Stefano Celozzi. Der war sportlich aussortiert, trainierte aber weiterhin mit, weil er noch beim VfL unter Vertrag steht. „Auch mit ihm werde ich sprechen“, sagte Reis. „Ich versuche immer, die bestmögliche Mannschaft aufzustellen.“

Heimspiel gegen Dresden

Das erste Mal darf er das am kommenden Sonntag tun. Die Reis-Zeitrechnung beginnt mit einem Heimspiel gegen Dynamo Dresden.

Dann könnte auch Manuel Wintzheimer das erste Mal zum Einsatz kommen. Der neue Stürmer, gekommen am letzten Tag der Wechselperiode vom Hamburger SV, absolvierte am Montag sein allererstes Training für den VfL. Bis zum Sonntag war er noch bei der U-20-Nationalmannschaft. Er hat die Nummer 18 bekommen und soll eine echte Alternative oder auch Ergänzung zu Silvere Ganvoula werden. Denn auch das wäre nun möglich, dass der VfL mit zwei echten Spitzen spielt.

Janelt ist bei der U-21-Nationalmannschaft

Überhaupt war nicht nur der Trainingsplatz gut gefüllt. Einzig Vitaly Janelt fehlte komplett. Er spielt am Dienstag (10.) mit der U-21-Nationalmannschaft in Wales gegen Wales. Chung-Yong Lee, Tom Weilandt, Sebastian Maier und Danilo Soares trainierten auf dem Nebenplatz mit Reha-Coach Norbert Lemcke, aber auch mit Ball und Laufpassagen. Dass Ganvoula das Training etwas eher abbrach, war wohl eher eine Vorsichtsmaßnahme. Er hatte Probleme mit der Muskulatur im hinteren linken Oberschenkel.

Passend zum Medienauftrieb waren diesmal auch deutlich mehr Trainingsbeobachter da. Zumindest beim frühen Training. Sie sahen und hörten einen neuen Trainer, der sich bei den Ansprachen kurz hielt und der mehrfach eine Spielform unterbrach, wenn es nicht so lief wie von ihm gefordert. „Männer“, sagte er, „ihr entscheidet, wie viel ihr laufen müsst. Macht ihr weniger Fehler, lauft ihr weniger.“

Plan für das Dresden-Spiel

Er wolle das Team gerade jetzt nicht mit zu viel Informationen überfrachten. „Wir haben eine Woche Zeit, um uns den Plan für das Spiel gegen Dresden zu erarbeiten.“

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