2. Liga

VfL Bochum: Das ist Manuel Riemanns neuer Herausforderer

In Aktion: Patrick Drewes beim Training des VfL Bochum.

In Aktion: Patrick Drewes beim Training des VfL Bochum.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Bochum.  Er ist groß, er ist laut dem Platz - und greift die Nummer eins an. Patrick Drewes, 26, ist der neue Herausforderer von Manuel Riemann beim VfL.

Von Naldo, dem Ex-Star des VfL Wolfsburg, hat er früh gelernt. Als Patrick Drewes noch ein Teenager war, nahm ihn sich der Verteidiger des Bundesligisten im Training zur Brust. Laut müsse er sein als Torwart, die Vorderleute dirigieren. Kommunikation sei wichtig, erklärte ihm der Routinier. Und das Alter spiele dabei keine Rolle: Torwart ist Torwart.

Drewes, außerhalb des Platzes ein eher ruhiger, sachlicher Typ, hat sich das zu Herzen genommen. Bereits zum Trainingsauftakt gab er lautstark Kommandos beim VfL Bochum, ähnlich wie das sein neuer Teamkollege Manuel Riemann täglich praktiziert – für einen Neuzugang keine Selbstverständlichkeit. Wenn man klare Ansagen mache, „kann man der Abwehr, der Mannschaft viel Arbeit abnehmen“, erklärt der 26-Jährige.

Von Delmenhorst über Wolfsburg und die Schweiz nach Würzburg

Mit 15 Jahren hat er seine Heimat Delmenhorst verlassen, um im Internat des VfL Wolfsburg sein Abitur zu machen - und Profi zu werden. Beim VfL Wolfsburg II spielte er 64 Mal in der Regionalliga, beim Schweizer Zweitligisten FC Wil war er 2015/16 Stammkraft, zog weiter zu Preußen Münster und spielte in den vergangenen zwei Jahren beim Drittligisten Würzburger Kickers - unter ähnlichen persönlichen Startvoraussetzungen wie jetzt in Bochum.

Nach 14 Spieltagen löste Drewes die Nummer eins ab bei den Kickers

Der 1,94-Meter-Mann kam als Herausforderer des erfahreneren Wolfgang Hesl. Es lief zunächst überhaupt nicht bei den Kickers, Anfang Oktober ersetzte der vorherige Co-Trainer Michael Schiele seinen Chef Stephan Schmidt - und gab ab dem 14. Spieltag Patrick Drewes das Vertrauen als neuer Nummer eins. Es folgten 25 Einsätze in Serie. In der Vorsaison kam er in Würzburger nur auf 19 Einsätze, weil ihn ein Syndesmosebandanriss ab Mitte März außer Gefecht gesetzt hatte.

Die Verletzung aus der Vorsaison hat er komplett auskuriert

Drewes kurierte die Verletzung aus, arbeitete in der Reha an seinem Comeback und in seinem Urlaub an seiner Fitness - mit Erfolg. „Es war mein Ziel, beim VfL gleich ins Mannschaftstraining voll einsteigen zu können“, sagt der Torwart, den aktuell keine Beschwerden plagen. Sieht man von der normalen Belastung in der Vorbereitung ab: „Es ist intensiv, aber das ist normal“, sagt er entspannt.

Alles eine Nummer größer

Drewes ist angekommen bei seinem neuen Klub, bei dem er Geschäftsführer und Ex-Profi Sebastian Schindzielorz aus Wolfsburger Zeiten kennt und Thomas Eisfeld von ein paar Lehrgängen mit U-Nationalteams. Alle anderen Kollegen sind ebenso neu wie die 2. Liga. „Ich bin gut aufgenommen worden“, sagt der Mann, der in Bochum alles ein bisschen größer vorfindet als in Würzburg.

Der 26-Jährige will Riemann herausfordern

Schritt für Schritt will er denken. Den ersten hat er geschafft mit seinem Wechsel von Liga drei in Liga zwei. Der zweite soll folgen: Wer als Nummer eins gekommen ist, will auch wieder Nummer eins werden. „Manu ist ein gestandener Zweitliga-Torwart, der sich ein Standing erarbeitet hat. Ich sehe mich hier als Herausforderer. Ich werde jeden Tag Gas geben, um bereit zu sein, wenn ich eine Chance bekomme.“

Nur ein neuer Spitzname fehlt noch

Die Verantwortlichen des VfL hatten ihn mehrmals beobachtet und in den Gesprächen überzeugt, und der Neu-Bochumer freut sich, bei einem Traditionsverein spielen zu dürfen. Was in der Mannschaft steckt, wo sie landen könnte in der neuen Saison, wagt er noch nicht zu prognostizieren: „Das“, sagt Drewes, „wäre nach drei, vier Tagen im Verein vermessen. Ich muss mir erst ein genaueres Bild machen.“

In jedem Fall, sagt der Student der Fernuni Bonn (Immobilien-Management), „freue ich mich auf große Gegner in einem großen, hoffentlich gut gefüllten Stadion.“ Bis dahin hat das Team vielleicht auch einen neuen Spitznamen für ihn gefunden: Denn „Patti“ ist in Bochum ja vergeben an Patrick Fabian, der verteidigenden Vereins-Größe.

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