VfL Bochum

VfL Bochum: Jan Gyamerah warnt den HSV vor seinem Ex-Klub

Ist gut angekommen beim Hamburger SV: Der Ex-Bochumer Jan Gyamerah.

Ist gut angekommen beim Hamburger SV: Der Ex-Bochumer Jan Gyamerah.

Foto: Christian Kaspar-Bartke / Bongarts/Getty Images

Bochum.  Jan Gyamerah, Ex-VfL-Profi des Hamburger SV, erwartet eine starke Bochumer Mannschaft. VfL-Trainer Dutt sieht sein Team nicht als Außenseiter.

Von 2011 bis 2019 spielte Jan Gyamerah für den VfL Bochum, er kennt den Klub wie kein anderer Spieler des Hamburger SV. Und der Rechtsverteidiger warnt seine neuen Kollegen des HSV, zu dem er bekanntlich nach der vergangenen Saison gewechselt ist, vor dem Zweitliga-Duell am Freitag (18.30 Uhr). Dass die Bochumer „nicht so gut gestartet sind, macht sie umso gefährlicher. Das ist eine gute Mannschaft mit viel Potenzial“, sagte Gyamerah bei einer Medienrunde in Hamburg.

Gyamerah freut sich „mega“ auf die Partie gegen den VfL

Gyamerah, der sich die ersten VfL-Spiele im TV angesehen hat, ist gut angekommen in der Hansestadt, der 24-Jährige zählte in allen drei Pflichtspielen zur Startelf des HSV. Seine Erwartungen wurden erfüllt. Mindestens. „Wir haben eine gute Qualität in der Mannschaft, die Fans, das Stadion, die Stadt ist auch mega.“ Und gleich am dritten Spieltag der 2. Liga gibt es ein Wiedersehen mit dem VfL. „Ich freue mich mega auf das Spiel“, erklärte Gyamerah, der noch guten Kontakt hält zu einigen Spielern, Mitarbeitern, Physiotherapeuten.

Bisher ist Ganvoulas Quote besser als die von Hinterseer

Robin Dutt, der Trainer des VfL, hätte ihn natürlich ebenso gerne gehalten wie Lukas Hinterseer, den neuen Stoßstürmer des HSV. Dutt weiß aber auch um die Mechanismen des Marktes. „Das sind gute Jungs“, betont Dutt, der für Gyamerah und den von ihm ja aussortierten Stefano Celozzi noch keinen Ersatz gefunden hat, während es im Auge des Sturms besser aussieht.

Silvere Ganvoula, Hinterseers Back-up der Vorsaison und mittlerweile fest verpflichtet vom VfL Bochum, hat in zwei Pflichtspielen vier Mal getroffen, war an fünf der sechs Treffer des VfL beteiligt. Hinterseer, der wie Gyamerah bisher gesetzt ist bei seinem neuen Verein, erzielte erst ein Tor, zum 1:1 im Pokal beim Chemnitzer FC.

Gyamerah: Als Gegner hat man hier einfach Bock, will den HSV ärgern

Eine Momentaufnahme nur, wie so vieles im Tagesgeschäft Fußball. In Hamburg, so viel ist klar, gibt es ein Spiel mit anderen Aufgaben, anderen Rollen, anderen Vorgaben als im Pokal. Das trifft auf den favorisierten HSV, der sich in Chemnitz nach Elfmeterschießen durchsetzte, ebenso zu wie auf den VfL, der mit Ach und Krach den Fünftligisten KSV Baunatal bezwang.

Und auch die Erwartungshaltung ist eine andere. Vielleicht, so könnte eine Hoffnung für den nominell auf fast jeder Position unterlegenen VfL lauten, spielt sich Bochum in der Außenseiterrolle frei. „Als gegnerische Mannschaft brennt man hier total, da hat man einfach Bock, will den HSV ärgern“, weiß Jan Gyamerah aus der Vorsaison, als Bochum dem HSV im Volksparkstadion wie auch später daheim ein 0:0 abtrotzte.

Robin Dutt erwartet eine Partie auf Augenhöhe

Robin Dutt will von einer Favoritenrolle des Gegners denn auch nichts wissen. „Ich sehe nicht, warum wir uns mit einer Außenseiterrolle zufrieden geben sollen. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe“, stellt er selbstbewusst klar. Dutt verweist auf die beiden torlosen Partien in der Vorsaison und setzt vor allem auf die Offensivstärken seiner Mannschaft.

Natürlich wisse man um die Klasse eines Lukas Hinterseer, der aber nicht der einzige Spieler des HSV sei, der Tore schießen kann. Aber, so Dutt: „Wenn wir unsere Torgefahr auf den Platz bringen, wird sich Hamburg auch um uns kümmern müssen.“ Wobei der Trainer einräumt, dass man die Defensivprobleme in den Griff bekommen müsse. Womöglich gebe es eine taktische Lösung auch für die Baustelle hinten rechts.

VfL Bochum will sich in Hamburg nicht verstecken

Verstecken, das wird deutlich, will sich Bochum beim HSV nicht. So sieht es auch Sebastian Schindzielorz : „Wir fahren mit viel Vorfreude nach Hamburg“, sagt der Geschäftsführer Sport. „Es ist eine große Herausforderung. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir wie so oft in den vergangenen Jahren gegen die Mannschaften, die zu den Favoriten der Liga zählen, gut aussehen werden. Wir hoffen, dass wir punkten können.“

Die Hoffnung, dass Simon Zoller mitfährt, ist indes zwar nicht ganz erloschen, sein Einsatz ist aber unwahrscheinlich. Auch am Mittwoch konnte Zoller, der in Baunatal brutal gefoult worden war, nicht trainieren, er hatte noch Druckschmerzen am lädierten Knie. Manuel Riemann pausierte am Mittwoch nur vorsichtshalber, so Dutt. Verteidiger Saulo Decarli und Offensivkraft Danny Blum indes fahren mit nach Hamburg. Zumindest Decarli ist auch in der Startelf zu erwarten.

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