2. Bundesliga

Warum der Klassenerhalt des VfL Bochum fast schon sicher ist

Gegen Erzgebirge Aue blieben Saulo Decarli (l.) und seine Mitspieler beim VfL Bochum erstmals ohne Gegentor.

Gegen Erzgebirge Aue blieben Saulo Decarli (l.) und seine Mitspieler beim VfL Bochum erstmals ohne Gegentor.

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / firo Sportphoto

Bochum.  Der 2:0-Sieg gegen Aue hat den VfL Bochum auf Platz 13 gehoben. Der Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt: Der Klassenerhalt ist (fast) sicher.

Manuel Riemann verzog keine Miene. Zumindest war am Gesicht des Torwarts des VfL Bochum nicht abzulesen, dass sein Team gerade mit 2:0 gegen Erzgebirge Aue gewonnen hatte. Er wolle nicht darüber philosophieren, sagte er in der Interviewzone des Ruhrstadions, dass einige seiner Mitspieler mit der Situation anders umgehen würden als er. „Ich sage immer wieder, dass die Spannung hoch gehalten werden muss und das muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Wobei die Spannung für den VfL mit dem Sieg und dem Aufstieg auf Platz 13 doch fast schon komplett raus ist. Zumindest, wenn man die vergangenen zehn Jahre als Maßstab nimmt.

Das Team, das zu diesem Zeitpunkt der Saison, also nach dem 15. Spieltag auf Platz 13 stand, ist in neun von zehn Fällen nicht abgestiegen. Natürlich gilt auch hier: keine Regel ohne Ausnahme. In der Saison 2010/2011 lag Rot-Weiß Oberhausen auf Platz 13 mit 17 Punkten. So wie der VfL jetzt. Am Ende hatte das Team nur noch zwei weitere Spiele gewonnen, dazu zweimal Unentschieden gespielt und stieg ab. Komplett zurücklehnen können sich die VfL-Akteure natürlich noch nicht. Haben sie ja auch nicht vor.

Ausreißer heißen FSV Frankfurt und Paderborn

Zumal es in den vergangenen zehn Jahren auch Teams erwischt hat, die sogar noch besser standen. Der FSV Frankfurt war in der Saison 2015/2016 Zwölfter mit 19 Punkten und musste dennoch später in die 3. Liga runter.

Spielen die Bochumer so weiter, läuft das im Normalfall dennoch auf eine Saison hinaus, die nicht mehr sonderlich spannend wird. Nach ganz oben geht in jedem Fall (fast) nichts mehr. Die beste Platzierung, die ein Team von Platz 13 nach dem 15. Spieltag noch geschafft hat, war Union Berlin. In der Saison 2015/2016 schafften die Eisernen es noch auf Rang sechs. Aber natürlich gibt es auch hier einen Ausreißer. Er heißt Paderborn.

Losilla läuft alleine bis Wuppertal

Paderborn lag in der Spielzeit 2013/2014 mit 19 Punkten auf Platz zwölf, punktgleich mit dem 13. Erzgebirge Aue. Aue kam schließlich auf Platz 14 ins Ziel, Paderborn stieg auf. Man muss nur dran glauben.

Davon unabhängig wird die nächste Aufgabe des VfL bei der Spvgg. Greuther Fürth dadurch erschwert, dass der bislang laufstärkste Spieler fehlen wird. Spielführer Anthony Losilla sah im Spiel gegen Aue die fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt. Dass VfL-Trainer Thomas Reis einen Spieler bestimmen muss, der das Team in Fürth auf das Feld führt, ist das kleinere Problem. Losilla ist ligaweit der Spieler mit den meisten gelaufenen Kilometern. Er bringt es derzeit auf 181,38 Gesamtkilometer in 15 Spielen. Zweitbester Bochumer ist Danny Blum. Der aber liegt mit 144,03 Kilometern fast 40 Kilometer dahinter. Zum Vergleich: Losilla ist quasi mal eben alleine bis Wuppertal gelaufen. Das liegt ziemlich genau 40 Kilometer von Bochum entfernt.

Janelt wäre der logische Ersatz

Losilla wird die Fahrt nach Fürth nicht mitmachen. Der logische Ersatz für ihn an der Seite von Robert Tesche im defensiven Mittelfeld wäre Vitaly Janelt. Der U21-Nationalspieler war bis einschließlich zum Spiel gegen Holstein Kiel gesetzt. Danach und erstmals im Pokalspiel gegen den FC Bayern München rückte Tesche an die Seite von Losilla. Auch durch die dort gezeigte Leistung hat Tesche sich inzwischen im Team festgespielt. Janelt müsse sich über das Training wieder anbieten, hatte Reis bereits gesagt. Nun könnte sich ihm durch Losillas Sperre eine Bewährungschance bieten.

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