VfL Bochum

VfL Bochum: Rückendeckung für Trainer Reis vor erstem Finale

Bedankt sich bei den Fans für ihre Unterstützung: Bochums Trainer Thomas Reis.

Bedankt sich bei den Fans für ihre Unterstützung: Bochums Trainer Thomas Reis.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Bochum.  In Wiesbaden steht für den VfL Bochum am Sonntag viel auf dem Spiel. Trainer Reis erhält Rückendeckung und ist optimistisch – auch dank der Fans.

Thomas Reis ergriff auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Zweitliga-Spiel seines VfL Bochum beim SV Wehen Wiesbaden am Sonntag (13.30 Uhr/live bei Sky) ungefragt zuerst das Wort. Es war ihm ein Anliegen, sich vor allem für „die Stimmungslage bei den Fans“ zu bedanken. Beim Spiel gegen den HSV. Und an den Trainingstagen danach. Einige hatten in der Woche, auch am Freitag wieder Banner aufgehängt am Trainingsgelände. „Bochum hält zusammen“ war da zum Beispiel zu lesen.

Mehr als 1.000 Fans wollen den VfL beim Schlüsselspiel in Wiesbaden im Stadion unterstützen, und Sebastian Schindzielorz will erkannt haben, dass die Mannschaft den Ernst der Lage verstanden hat. „Man hat es den Spielern in dieser Woche angemerkt“, sagte der Sport-Geschäftsführer. „Die Banner unserer Fans haben Eindruck hinterlassen, die Botschaften sind angekommen. Die Stimmung im Stadion war gegen den HSV grandios, der Einsatz der Fans im Nachgang genau so.“

Jetzt ist die Mannschaft am Zug.

Die Gier beim HSV-Spiel ist der Maßstab

Thomas Reis gibt sich optimistisch, die bis zum 1:1 gute Leistung gegen den HSV, die Aggressivität in den Zweikämpfen sind der Maßstab. Die gleiche Gier, den gleichen Willen erwartet Reis auch vor nur rund 6.000 Zuschauern im beschaulichen Wiesbaden. „Das große Ziel für Sonntag ist es, unseren direkten Gegner in der Tabelle wieder zu überholen“, sagt Reis. „Dafür ist ein Sieg nötig. Ich bin absolut überzeugt, dass die Jungs mit der richtigen Einstellung in diese Partie gehen werden.“ Wiesbaden hat als Tabellenfünfzehnter einen Punkt mehr als der Sechzehnte VfL.

Sebastian Schindzielorz: Fehlende Konstanz war bisher das Problem

Sebastian Schindzielorz spricht ähnlich: „Die Mannschaft war gegen den HSV aktiv und bissig. Da brauchen wir unbedingt auch wieder am Sonntag.“ Zweifel sind erlaubt, weil es in dieser Saison oft herbe Rückschläge nach guten Leistungen gab. Schindzielorz: „Fehlende Konstanz war bisher das Problem. Wir dürfen aber trotzdem nicht aufhören, an uns zu glauben.“ Seine klare Forderung: „Die Grundtugenden müssen über 90 Minuten da sein.“ In jedem Spiel. In Wiesbaden, dann gegen Stuttgart, in Dresden und in elf weiteren Partien im Kampf gegen den Absturz.

Zusammenrücken ist auch ein Zeichen der sich zuspitzenden Krise

Das Zusammenrücken, das die Anhänger demonstrieren, ist ja auch ein klares Zeichen für die sich zuspitzende Krise. Neben dem nackten Ergebnis wird es entscheidend sein, wie sich die Mannschaft in Wiesbaden präsentiert: Einsatzfreudig wie gegen den HSV? Oder ohne Mut wie in Kiel, ohne eine einzige Torchance wie in Bielefeld? Bei letzterem dürfte es sehr eng werden für Trainer Thomas Reis, auch wenn er nach drei Niederlagen in Folge vor dem Schlüsselspiel in Wiesbaden das „grenzenlose Vertrauen“ der Vereinsführung spüre, wie er betonte.

Reis gibt sich kämpferisch, seinen Wortwitz hat er auch in schweren Zeiten jedenfalls nicht verloren. Auf die Frage, ob er als Trainer des VfL wackeln würde, antwortete er trocken: „Ich habe genug Gewicht, da ist es schwer, mich ins Wackeln zu bringen. Ich kann mit dem Druck ganz gut umgehen.“ Rückendeckung gab es von Manager Sebastian Schindzielorz, der allerdings ausführlich die Leistung gegen den HSV voranstellte. „Die Richtung stimmt, insofern gibt es keine Diskussion“, schloss er seine Antwort auf die Trainerfrage ab.

Jetzt ist die Mannschaft am Zug.

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