2. Bundesliga

VfL Bochum: Trainer Reis erwartet noch mehr vom Neuzugang

Bochums Winterneuzugang Robert Zulj feierte in Wiesbaden ein ordentliches Debüt - mit Luft nach oben.

Bochums Winterneuzugang Robert Zulj feierte in Wiesbaden ein ordentliches Debüt - mit Luft nach oben.

Foto: firo Sportphoto/Roskaritz / firo Sportphoto

Bochum.  Erster Startelfeinsatz, erster Sieg. Das Auswärtsdebüt von Robert Zulj im Trikot des VfL Bochum ist geglückt. Trainer Reis erwartet noch mehr.

Patrick Fabian hatte am späten Donnerstagnachmittag richtig gute Laune, der Routinier des VfL Bochum ließ sich feiern. Binnen gut einer Minute glückte dem Verteidiger im Intensiv-Spiel drei gegen drei mit wechselnden Richtungen nach jedem Treffer ein Hattrick. Auch im Training ist das dann doch eher selten für den Verteidiger, der in den letzten beiden Partien (nur) von der Bank aus mitfieberte.

Das wird auch, wenn nichts passiert, beim nächsten Heimspiel am Montagabend gegen den VfB Stuttgart so sein (20.30 Uhr). Denn Saulo Decarli, dem im Training übrigens mit einem Fallrückzieher-Treffer auch etwas nicht Alltägliches gelang, und Maxim Leitsch lieferten beim 1:0 in Wiesbaden eine saubere Partie ab. Die anfängliche Flut an Chancen, die der SV Wehen vor allem zu Beginn der beiden Spielhälften hatte, resultierte nicht aus Fehlern der Innenverteidiger, sondern war Folge des fehlerhaften und löchrigen Mittelfeldes.

Decarli und Leitsch verteidigen wohl auch gegen den VfB Stuttgart

„Sie machen es gut“, sagte Reis zum neu gefundenen Duo mit dem Rechtsfuß Decarli rechs und dem Linksfuß Leitsch links, beide hatten schon gegen den HSV lange Zeit überzeugt. Der 21-jährige Leitsch, der bereits seit fast zwölf Jahren als Jugendspieler und später Profi für den VfL am Ball ist, hatte ja erst gegen den HSV sein Comeback nach über 16 Monaten Verletzungspause gegeben.

Reis ist angetan: „Er hat ein gutes Tempo, ist gut in den Zweikämpfen“, sagt er über den 1,89 Meter großen Leitsch, dessen Körper den Zweitliga-Belastungen bisher standhält. Nebenbei übrigens hat vielleicht auch sein Comeback seinen Anteil daran, dass Danilo Soares, ein Schlüsselspieler, auf der linken Seite nach einem Durchhänger zuletzt wieder auf seinem starken Hinrunden-Niveau agierte. Leitsch kann problemlos auch Linksverteidiger in der Viererkette spielen, Soares hat erstmals seit langem einen echten Konkurrenten.

Lob und Tadel für Neuzugang Robert Zulj

Gegen Stuttgart ist aber mit einer unveränderten Abwehrformation zu rechnen. Wie Reis das Mittelfeld personell und taktisch aufstellt, ist noch offen. Hier lagen jedenfalls die Probleme in Wiesbaden, bekräftigte Reis noch einmal. Neben Vitaly Janelt und Anthony Losilla hatte auch Robert Zulj seinen Anteil an den Wiesbadener Chancen. Sein Startelf-Debüt ist dem Neuzugang zwar unterm Strich geglückt, „sein Defensivverhalten kann aber noch besser werden, dann kann er der Mannschaft noch mehr helfen“, sagt Reis, der ihn aber auch lobt. „Man hat gesehen, dass er Ruhe am Ball hat und eine Präsenz zeigt.“ Am Limit sieht er Zulj aber längst nicht. Auch, weil er noch nicht „seinen höchsten Fitnesszustand“ erreicht habe, so Reis.

Trainer Reis lobt auch Blum – Lee könnte gegen Stuttgart ausfallen

Wieder fit nach einer praktisch verpassten Hinrunde ist indes Offensivkraft Tom Weilandt, der im Duell mit Hinrunden-Topscorer Danny Blum derzeit die Nase vorn hat. Offensiv bewege Weilandt etwas, „und er macht es auch defensiv gut“, sagt Trainer Reis. Blum aber lasse er keinesfalls fallen, er wechselte ihn ja auch in den letzten beiden Partien jeweils ein – und lobt seine Reaktion: „Danny gibt im Training Gas.“

Reis hat also weiterhin eine große Auswahl, auch wenn der zuletzt nicht mehr im Kader berücksichtigte Chung-Yong Lee die zweite Einheit am Donnerstag wegen muskulärer Probleme nicht mehr absolvieren konnte. Es soll nichts Wildes sein, womöglich kann Lee am Freitag schon wieder mitwirken.

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