VfL-Test

VfL Bochum verliert mit 1:2 gegen englischen Zweitligisten

Vitaly Janelt (r.) ließ gute Chancen ungenutzt.

Vitaly Janelt (r.) ließ gute Chancen ungenutzt.

Foto: Revierfoto

Marl.  Im vorletzten Test vor dem Start der 2. Bundesliga verlor der VfL Bochum mit 1:2 gegen den FC Barnsley. Trainer Dutt war nicht zufrieden.

Wäre Vitaly Janelt als Torjäger für die bald beginnende Zweitliga-Saison eingeplant, müsste sich der VfL ernsthaft Gedanken machen. Im vorletzten Test gegen den englischen Zweitligisten FC Barnsley ließ der Mittelfeldspieler drei der besten Bochumer Torchancen aus. Wenige Tage vor den Feierlichkeiten zu 40 Jahren Ruhrstadion verlor der VfL mit 1:2 (0:1). Trainer Robin Dutt war nicht zufrieden.

„Uns hat heute etwas die Frische gefehlt und damit auch die Präzision im Abschluss. Wir haben aber an den vergangenen beiden Tagen dreimal trainiert, das hat man gemerkt. Ärgerlich, dass wir erneut nach einem Standard ein Gegentor bekommen haben. Daran müssen wir arbeiten. Auch an der Entschlossenheit vor dem Tor. Die hat mir gefehlt. Wir hätten uns noch mehr Chancen herausspielen können.“

Dutt musste sein Team personell etwas verändern. Dominik Baumgartner und Saulo Decarli fehlten verletzt. Decarli, der in einem Zweikampf im Training einen Schlag auf die Hüfte bekommen hatte, wird mit Sicherheit auch gegen Berlin fehlen. Chung-Yong Lee wird dagegen eine Option sein. Er war für das Spiel gegen Barnsley körperlich aber noch nicht so weit.

Mit Verletzung gingen zudem Anthony Losilla und Simon Lorenz aus dem Spiel. Lorenz hatte eine Platzwunde, die genäht werden musste. Dutt geht davon aus, dass beide gegen Berlin mitwirken können.

Konkurrenzkampf beim VfL Bochum wird größer

Wie er überhaupt feststellt, dass der Konkurrenzkampf im Team größer wird. „Bisher hatten wir 12, 13 Spieler, die sich aufgedrängt haben. Jetzt sind es 16, 17 Spieler. Gerade in der Abwehr haben wir immer mehr Möglichkeiten.“Gegen Barnsley bildeten so Simon Lorenz und Armel Bella-Kotchap das Innenverteidiger-Paar. Erneut zeigte sich, dass die Stärken des jungen Bella-Kotchap (noch) nicht im Spielaufbau liegen. Mehrmals spielte er den Ball unbedrängt zum Gegner.

Mit Danilo Soares und Jordi Osei-Tutu hat Dutt hingegen seine beiden Außenverteidiger scheinbar bereits gefunden. Beide sind schnell, Osei-Tutu hat etwas mehr Offensivdrang. Beide sollten zunächst gesetzt sein.

Im Mittelfeld probierte es Dutt eine Stunde lang mit einer etwas defensiven Variante: Anthony Lossila, Janelt und Sebastian Maier. Gerade Maier war deutlich anzumerken, dass er zunehmend an körperlicher Frische gewinnt. Er ging keinem Zweikampf aus dem Weg und versuchte sich ins Spiel zu kämpfen. Das gelang bedingt. Vorne war Simon Zoller deutlich mehr unterwegs als Danny Blum und daher auch häufiger an Situation in Tornähe beteiligt.

Nicht immer gute Lösungen

Mit dem FC Barnsley trafen die Bochumer auf einen körperlich sehr präsenten Gegner. Das Team des deutschen Trainers Daniel Stendel hatte in der vergangenen Spielzeit die Rückkehr in die zweite Liga geschafft. Offensichtlich nicht nur mit der Spielweise, die gemeinhin Engländer zugeschrieben wird, also keineswegs die Bälle möglichst hoch und noch viel weiter zu spielen.

Die Engländer griffen zumindest im ersten Durchgang früh an, versuchten die Bochumer unter Druck zu setzen. Nicht immer fanden die Bochumer eine gute Lösung dagegen. Die besseren Chancen hatten sie dennoch.

Nach knapp 20 Minuten vergab zunächst Anthony Losilla, wenig später Janelt das erste Mal. Eine gute Chance ließ Maier liegen. Er war Schlusspunkt eines schnellen Umschaltspiels. Nach einer Barnsley-Ecke schickte Torwart Manuel Riemann Maier auf der rechten Seite, der spielte direkt auf Zoller, Zoller wieder zurück.

Da ließ sich erahnen, wie sich Dutt schnelles Umschalten vorstellt. Maier hatte sofort seine Position, Zoller nutzte den Raum. Es fehlte Zählbares.

Nachdem die Bochumer zuletzt gegen die Grasshoppers Zürich dreimal getroffen hatten, wurde gegen Barnsley deutlich, dass ein Mann mit hoher Trefferquote fehlt. Das 1:2 durch Tom Weiland fiel zu spät und half nicht mehr die Kräfteverhältnisse auf dem Spielfeld in das richtige Licht zu rücken. Die Bochumer hatten gerade im zweiten Abschnitt überlegen gespielt.

Eine schlechte Chancenverwertung wird eben dann noch deutlicher, wenn der Gegner aus deutlich weniger Möglichkeiten zwei Tore erzielt. Im ersten Durchgang nutzte Caulay Woodrow einen Bochumer Fehler im Spielaufbau zum 1:0. Drei Minuten vor dem Ende erhöhte Georg Miller auf 2:0.

VfL: Riemann – Soares (57. Pantovic), Lorenz, Bella-Kotchap, Osei-Tutu (71. Gyamfi) – Eisfeld (71. Bapoh) – Losilla (80. Saglam), Janelt, Maier (57. Weiland) – Zoller (71. Bapoh), Blum (57. Ganvoula)

Tore: 0:1 Woodrow (35.), 0:2 Miller (87.), 1:2 Weiland (89.)

Schiedsrichter: Sven Waschitzki

Zuschauer: 900

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