VfL Bochum

Wer stürmt künftig für den VfL Bochum?

Über seine Zukunft wurde bisher noch nicht konkret verhandelt: Silvère Ganvoula beim Torjubel.

Über seine Zukunft wurde bisher noch nicht konkret verhandelt: Silvère Ganvoula beim Torjubel.

Foto: Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool

Bochum  Der VfL Bochum ist weiterhin auf der Suche nach einem Nachfolger für Stürmer Lukas Hinterseer. Die Angelegenheit kann sich noch hinziehen.

Alle Welt will ihn haben, den Torjäger, der verlässlich knipst und seiner Mannschaft damit die Basis schafft, ruhig und selbstbewusst die ausgegebenen Ziele zu verfolgen. Beim VfL Bochum hat sich mit Lukas Hinterseer einer dieser Angreifer in Richtung Hamburg verabschiedet, und die Suche nach dem geeigneten Nachfolger gehört nun zu den anspruchsvollsten Aufgaben für VfL-Sportchef Sebastian Schindzielorz.

Von Silvère Ganvoula, den man ja nun bereits ein Jahr lang erleben durfte, hält man viel beim VfL, aber nicht so viel, dass man bereit ist, eine Million Euro für den athletischen Angreifer auf den Tisch zu legen. Gerne würde man ihn behalten, denn er kennt die Mannschaft, kennt Trainer und Betreuer, müsste sich also nicht eingewöhnen. Das ist eine Menge wert, wenn es darum geht, gut in die Saison zu starten.

Ganvoulas Zukunft noch offen

Doch bislang konnte man weder mit dem RSC Anderlecht noch mit Ganvoulas Berater konkret über einen Wechsel sprechen. Vermutlich wird sich der belgische Erstligist ohnehin sehr viel Zeit mit einer Entscheidung lassen, denn so lange das Transferfenster offen ist, könnten andere Interessenten auf den Zug aufspringen, die Forderungen des RSC erfüllen und damit den VfL ausstechen.

Dass man bei der Suche nach Alternativen auf den Slowenen Blaz Kramer (23) gekommen ist, dessen Vertrag in Wolfsburg ausläuft, hat Schindzielorz nicht bestritten. Inzwischen scheint aber Bayern München Nägel mit Köpfen gemacht zu haben. Kramer wird nach dem Aufstieg der Münchener U23 für die Bayern-Reserve in der 3. Liga spielen, so ist es hier und dort zu lesen.

Kramer geht zu den Bayern

Dass die Bayern den physisch starken Angreifer an die Isar holen, ist auch im Erfolg von Kwasi Wriedt begründet. Der gebürtige Hamburger ist ebenfalls nicht gerade zart gebaut und hat die Bayern-Reserve mit 24 Toren und acht Torvorlagen in die 3. Liga geschossen. Für Wriedt, der eigentlich noch bis 2020 an die Münchener gebunden ist, hagelt es gerade offenbar Angebote - von Norwich City, dem Aufsteiger in die Premier League, bis hin zum FC Utrecht, der im Europapokal spielen wird, und zu Hertha BSC, wo die Oldies Vedad Ibisevic (34) und Salomon Kalou (33) dem Karriereende zustreben.

Grundsätzlich müsste der VfL angesichts eines derartigen Kalibers wie Wriedt ebenfalls zu den Interessenten zählen, aber angesichts dieser Konkurrenz dürften die Bochumer Verantwortlichen keine Chance haben.

Vielleicht wäre ein Transfer von Pascal Testroet leichter zu realisieren, wenngleich auch der 28-Jährige aus Aue Geld kosten würde, denn er ist sogar noch bis 2021 an den FC Erzgebirge gebunden. Testroet kommt aus Bocholt, hat in der vergangenen Spielzeit 15 Tore erzielt und ist, wie man hört, nicht abgeneigt, Sachsen zu verlassen. „Ich höre mir alles an“, hat der Stürmer „Bild“ gesagt und präzisiert, dass für ihn ein Wechsel nur dann Sinn macht, wenn es um einen „ambitionierten Verein“ gehe, „der um den Aufstieg mitspielt“. Ob der VfL überhaupt interessiert ist oder ob es, wie in den meisten Fällen, eine Frage des Preises ist, um den lange verhandelt werden kann, ist schwer zu beurteilen.

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