Bundesliga

Warum RB Leipzig die Corona-Krise lange ignoriert hat

Oliver Mintzlaff, Manager von RB Leipzig, erscheint zum DFL-Treffen in Frankfurt.

Oliver Mintzlaff, Manager von RB Leipzig, erscheint zum DFL-Treffen in Frankfurt.

Foto: Getty

Leipzig.  Fußball-Bundesligist RB Leipzig schickt seine Spieler erst jetzt nach Hause. Die Corona-Krise spielte bei den Sachsen lange keine große Rolle.

RB Leipzig hat nachjustiert. Training? Findet ab sofort in den eigenen vier Wänden oder draußen statt. Allein, so wie es die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen vorgeben, die im Bundesland Sachsen seit Sonntag aufgrund der Corona-Pandemie gelten. Das bestätigte Markus Krösche am Mittwochmorgen in einer Telefonschalte.

„Wir haben den Jungs bis Mitte nächster Woche einen gewissen Freiraum gegeben, um ein bisschen zur Ruhe zu kommen und aktiv zu bleiben“, sagte der Sportdirektor des Leipziger Fußball-Bundesligisten, ohne den Widerspruch zu bemerken, den Ruhe finden und aktiv bleiben auf den ersten Blick hervorrufen. Aber er passte ins Bild, das der Tabellendritte in den vergangenen Tagen abgab, als der Klub sein Personal vorigen Freitag in die Akademie am Cottaweg bat, um sich in Kleinstgruppen ohne Körperkontakt auf das Ende der von Ligaverband und Profiklubs zuvor beschlossenen Pause bis zum 4. April vorzubereiten. „Damit wir gegen Hertha BSC unsere Leistung bringen können“, wie Krösche die Maßnahme begründete.

RB Leipzig wollte Spieler aus Isolation holen

Es war eine Vorbereitung ins Nichts, was sich bereits vor einer Woche abgezeichnet hatte und Dienstag in der Empfehlung des Ligaverbandes (DFL) an die Klubs widerspiegelte, die Meisterschaft bis zum 30. April ruhen zu lassen.

RB Leipzig hatte so seine Probleme, sich dieser Wahrheit zu stellen.

Einen der Gründe dafür nannte Krösche. Nämlich um die Spieler aus der Isolation zu holen. Viele Profis, vor allem die aus Frankreich, sind ohne Familien oder Partner in Leipzig. Sie jetzt nicht mehr auf den Trainingsplatz zu bestellen, sei eine schwierige Entscheidung gewesen“, sagte der sportliche Leiter. „Wir versuchen, ihnen Möglichkeiten zur Ablenkung zu geben.“

Geringe Fallzahlen in Leipzig und Umgebung

Ein anderer könnten die immer noch moderaten Fallzahlen in Leipzig sein. Stand gestern Mittag waren in der Stadt 198 Infizierte gemeldet, elf davon werden stationär behandelt, vier sind kritisch erkrankt, gestorben ist noch niemand. Auch das Umland meldet überschaubaren Zahlen.

RB bewegt sich deshalb in einem Umfeld, in dem eher die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Spiel-, Bewegungs- und Ausgangssperren herrscht als die Sorge um eine Eskalation der Fallzahlen. Krösche hält deshalb an dem Wunsch fest, „dass wir die Saison zu Ende spielen“.

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