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EM-Quali: Losglück ermöglicht Löw alle Chancen zum Umbruch

Bundestrainer Joachim Löw bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die EM 2020.

Bundestrainer Joachim Löw bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die EM 2020.

Foto: dpa

Essen/Dublin  Die DFB-Elf trifft in der EM-Qualifikation zwar auf die Niederlande, hat aber insgesamt Glück bei der Auslosung. Ein Kommentar.

Wer wollte, der konnte sich in den vergangenen Wochen durchaus Sorgen machen um den deutschen Fußball und was aus ihm werden würde, nachdem er sich bei der Weltmeisterschaft so beeindruckend blamierte und dann auch noch den Status der Erstklassigkeit in der Nations League einbüßte. Das, so unkten leidenschaftliche Pessimisten, werde sich sicherlich negativ auswirken auf die Chancen, bei der EM 2020 dabei zu sein.

Nun sind die Lose gezogen und die nicht allzu kühne Prognose lautet: Deutschland - obwohl nur in Lostopf zwei geführt - wird bei diesem fragwürdigen paneuropäischen Spektakel in zwölf Ländern dabei sein.

Keine Gegner, die man fürchten muss

Nordirland, Estland und Weißrussland sind nicht gerade Gegner, die größere Furcht verbreiten. Gegen sie müssen Bundestrainer Joachim Löw und seine Spieler einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe verteidigen. Wenn das nicht gelingt, wäre Löw nicht mehr zu halten. Aber so weit wird es nicht kommen.

Der Bundestrainer erhält mit dieser Gruppe alle Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Weil Deutschland -- dem Losglück sei Dank -- in einer Gruppe mit nur fünf Mannschaften landete, wird ein Länderspieltermin des Jahres 2019 als Doppeltestspieltag genutzt werden können. Und auch in den Partien gegen die internationale B- bis C-Prominenz wird Löw ruhigen Gewissens den Umbruch vorantreiben können, ohne gleich Gefahr zu laufen, die Teilnahme am Turnier zu riskieren.

Oranjes Rolle im DFB-Umbruch

Fest steht nach der Auslosung auch: Die Geschichte vom Wiederaufbau der deutschen Premium-Fußballmarke wird nicht erzählt werden können, ohne dass darin der eher ungeliebte Nachbar Niederlande eine entscheidenden Rolle spielt. Dort kassierte Deutschland im Oktober jene schmerzhafte 0:3-Niederlage gegen einen nach Havarie (zwei verpasste Turniere in Folge) neu konstruierten Gegner, die auch Löw erkennen ließ, dass das Beharren auf Bewährtes ohne ein Mehr an neuen Impulsen ins Verderben führen würde.

Die Niederlande taugten damals als Vorbild. Und als Gruppengegner auf dem Weg zur EM zukünftig als Maßstab, wie weit der Umbruch im deutschen Lager gediehen ist.

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