Handball-EM

Die Deutschen Handballer sind bei dieser EM die Gejagten

Foto: imago

Zagreb.  In Kroatien will Deutschland den EM-Titel verteidigen. Favoriten sind andere. Ein Überblick zum ersten Turnier von Bundestrainer Prokop.

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Die Handball-Europameisterschaft beginnt heute in Kroatien mit Top-Spielen: Der Gastgeber trifft auf Serbien und Titelkandidat Frankreich auf Geheimfavorit Norwegen. Deutschland startet erst Samstag (gegen Montenegro). Favoriten, Modaus, Fernsehen: Hier der Überblick zur Handball-EM.

Die Favoriten

Deutschland geht als Titelverteidiger nicht als Favorit ins EM-Turnier. „Bei der Fülle dieser Topmannschaften von Titelverteidigung zu sprechen, wäre vermessen”, sagt Bundestrainer Christian Prokop. Dänemark gilt als Titelkandidat, holten die Dänen doch 2016 in Rio Olympiagold und haben Weltklasse-Rückraumspieler Mikkel Hansen (PSG) und den starken Niklas Landin, Torhüter des THW Kiel, in ihren Reihen. Nikolaj Jacobsen von den Rhein-Neckar Löwen feiert seine Turnier-Premiere als Nationaltrainer.

Die sonst immer favorisierten Franzosen sind schwer einzuschätzen. Die Stars Thierry Omeyer und Daniel Narcisse haben ihre Karriere im Nationalteam beendet, andere Leistungsträger sind angeschlagen. So liegt die Verantwortung allein auf den Schultern von Superstar Nikola Karabatic (33).

Der Gastgeber

Kroatien ist eine Handballnation. Zum Favoritenkreis gehören die Gastgeber, weil sie bei Spielen Tausende von Fans hinter sich haben. Und weil sie mit Lino Cervar (67) einen mit Weltmeistertitel (2003) und Olympiasieg (2004) dekorierten Trainer zurückgeholt haben. Und weil dieser auf Domagoj Duvnjak bauen kann. Aber: Der Weltklasse-Regisseur des THW Kiel fehlte sieben Monate wegen einer Knieverletzung, erst im Dezember gab er sein Comeback. Duvnjak stellte klar: „Von der EM im eigenen Land träumt jeder Spieler.“

Die Deutschen

„Wir sind dieses Mal die Gejagten“, sagt Kapitän Uwe Gensheimer. Bundestrainer Prokop, der vor einem Jahr die Nachfolge von Dagur Sigurdsson antrat, steht vor seinem ersten Turnier. Einen Superstar wie bei anderen Nationen hat er nicht im Aufgebot. Linksaußen Gensheimer, die Torhüter Andreas Wolff und Silvio Heinevetter, Kreisläufer Hendrik Pekeler sowie die Rückraumschützen Julius Kühn und Kai Häfner sind die Leistungsträger. Prokop baut auf Teamgeist: „Alle sind fokussiert und sehr motiviert.“ Los geht es Samstag gegen Montenegro. Montag folgt das Spiel gegen Slowenien, Mittwoch das gegen Mazedonien.

Der Modus

Die jeweils drei besten Mannschaften aus vier Vorrundengruppen qualifizieren sich für die Hauptrunde. Deutschland spielt in Zagreb und würde nach Varazdin in eine der zwei Hauptrundengruppen mit jeweils sechs Teams weiterziehen.

Das Besondere: Die in der Vorrunde erzielten Punkte gegen die für die Hauptrunde qualifizierten Gegner werden mitgenommen. Die jeweils besten zwei Teams stehen im Halbfinale am 26. Januar, das Endspiel steigt am 28. Januar.

Die EM im Fernsehen

Während die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bei den jüngsten Weltmeisterschaften wegen Querelen mit dem Rechteinhaber „beIN Sports“ aus Katar das Nachsehen hatten, herrschen in den kommenden EM-Wochen paradiesische Zustände für Handballfans.

Im Wechsel übertragen ARD und ZDF die Spiele der deutschen Mannschaft. Am Samstag überträgt das ZDF, für die weiteren beiden Vorrundenspiele ist die ARD zuständig. Beim Erreichen der Hauptrunde überträgt zweimal das ZDF, einmal die ARD.

Auch Halbfinale (ARD) und Finale (ZDF) wären bei deutscher Beteiligung im frei-empfangbaren TV zu sehen. Alle weiteren EM-Spiele gibt es im Internet live auf www.handball-deutschland.tv und www.sportdeutschland.tv.

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