Handball

Handball-Drama: VfL Gummersbach steigt erstmals ab

Niedergeschlagen: Ivan Mertinovic sitzt nach dem Abstieg des VfL Gummersbach enttäuscht auf dem Hallenboden.

Niedergeschlagen: Ivan Mertinovic sitzt nach dem Abstieg des VfL Gummersbach enttäuscht auf dem Hallenboden.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Das letzte Gründungsmitglied der Handball-Bundesliga ist abgestiegen: Dem VfL Gummersbach genügte das 25:25 bei der SG BBM Bietigheim nicht.

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Sie umarmten sich und weinten zusammen. Obwohl das nervenaufreibende Abstiegsendspiel zwischen der SG BBM Bietigheim und dem VfL Gummersbach sportlich keinen Sieger fand, blieben zwei traurige Mannschaften zurück. Weil die Eulen Ludwigshafen gegen GWD Minden mit 31:30 (14:15) gewannen, stiegen durch das 25:25 (13:14) am letzten Spieltag beide Teams in die zweite Liga ab.

Handball-Ikone Heiner Brand nach Abstieg enttäuscht

Im Traditionsverein VfL Gummersbach muss damit das letzte Gründungsmitglied, das seit 1966 ununterbrochen in der Bundesliga spielte, auf dramatische Art und Weise den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

"Die Bilder sprechen für sich, man sieht hier nur weinende Männer", sagte ein niedergeschlagener Trainer Torge Greve beim TV-Sender Sky. Auch die Gummersbacher Handball-Ikone Heiner Brand zeigte sich enttäuscht über den feststehenden Abstieg. "Das ist für Handball-Deutschland ein Verlust", sagte der 66-Jährige. "Es ist so gekommen wie befürchtet. Es fehlt fortan an ein ganz großer Name in der Liga."

Für den einst erfolgreichsten Handballverein der Welt ist damit das schlimmste Szenario eingetreten. Zwölf deutsche Meisterschaften, fünf Pokalsiege und elf Europacup-Triumphe feierte der Club. 1983 gelang den Gummersbachern sogar das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Sieg im Europapokal der Landesmeister. In den vergangenen Jahren aber befand sich der VfL im Sinkflug und konnte sportlich wie wirtschaftlich nicht mehr mit den Topclubs mithalten.

Den bislang letzten seiner insgesamt elf Europacupsiege feierte Gummersbach im Jahr 2011, der letzte von zwölf Meistertiteln liegt weitere 20 Jahre zurück. In den beiden vergangenen Spielzeiten wurde der Ligaverbleib als Tabellen-15. nur mit Mühe gesichert. Am Sonntag half auch die Unterstützung von 450 Anhängern nicht, die in acht Bussen nach Bietigheim gereist waren.

Sportliche Zukunft des VfL Gummersbach ist ungewiss

"Es fällt schwer, mir die Bundesliga ohne den VfL vorzustellen", stellte Brand fest. "Nicht nur mir, sondern vielen Menschen in der Region, denn der Verein gehört zu dieser Stadt."

Die sportliche Zukunft ist ungewiss, um seine wirtschaftliche Existenz hingegen muss der VfL wohl nicht bangen. Die Lizenzbedingungen für die 2. Liga in der Saison 2019/2020 sind erfüllt worden. "In unserer aktuellen sportlichen Situation ist das mit Sicherheit eine positive und wichtige Meldung", sagte VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler vor der Partie. (dpa)

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