100. Duell

Sieg gegen Kiel: Flensburg gewinnt Handball-Supercup

Die Flensburger Spieler jubeln nach dem Sieg im Siebenmeterwerfen.

Die Flensburger Spieler jubeln nach dem Sieg im Siebenmeterwerfen.

Foto: dpa

Düsseldorf  Die SG Flensburg-Handewitt ist gerüstet für den Titelkampf. Mit dem dritten Gewinn des Handball-Supercups zeigten die Norddeutschen, dass sie mit Titelfavorit Kiel zumindest auf Augenhöhe sind.

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Die SG Flensburg-Handewitt ist erfolgreich in die Mission Titel-Hattrick gestartet und hat die erste Trophäe der neuen Handball-Saison gewonnen.

Im Spiel um den Supercup setzte sich das Team von Erfolgscoach Maik Machulla im Siebenmeter-Werfen mit 4:3 gegen den Pokalsieger THW Kiel durch. Nach regulärer Spielzeit hatte es 28:28 (14:13) gestanden.

Ausgerechnet Routinier Domagoj Duvnjak scheiterte mit dem letzten Siebenmeter an SG-Keeper Benjamin Buric. "Wir haben etwas mehr Glück gehabt als Kiel. Heute haben wir richtig guten Handball gezeigt, aber wir sind trotzdem nicht Favorit auf die Meisterschaft", sagte der Torwart nach dem dritten Supercup-Erfolg der Flensburger bei Sky.

Der prestigeträchtige Erfolg im 100. Duell der Nordrivalen am Mittwoch in Düsseldorf schürt beim Meister der vergangenen beiden Jahren die Hoffnung auf einen weiteren Coup. Dagegen verpassten die Kieler im ersten Pflichtspiel unter ihrem neuen Trainer Filip Jicha die Chance, ihre Favoritenrolle einen Tag vor dem Start in die 54. Bundesliga-Spielzeit zu untermauern. "Wenn man gewinnen will, muss man die Chancen besser nutzen. Natürlich wollten wir gewinnen", bedauerte der Tscheche. "Aber wir lassen die Köpfe jetzt nicht hängen."

Vor 9713 Zuschauern im ISS Dome war Johannes Golla mit acht Treffern bester Schütze der Flensburger. Auf der Gegenseite trafen Duvnjak, Magnus Landin Jacobsen und Niclas Ekberg (jeweils fünf) am häufigsten. "Wir haben die Abläufe einstudiert, das war harte Arbeit. Und wenn wir dann mit einer Topmannschaft wie Kiel mithalten können, freut uns das besonders", gab sich Trainer Machulla zufrieden.

Schon der wechselhafte Verlauf der ersten Halbzeit gab einen Vorgeschmack darauf, wie eng es zwischen beiden Teams auch im weiteren Saisonverlauf zugehen könnte. Die Flensburger erwischten den besseren Start und lagen nach sechs Minuten mit 4:2 vorn. Der im Vergleich zum Vorjahr kaum veränderte THW-Kader hielt dagegen, konnte sich aber trotz einer Drei-Tore-Führung in der 19. Minute nicht absetzen. Bereits zur Pause war auch dieser Vorsprung aufgebraucht und der Rivale führte wieder mit 14:13.

Ähnlich eng ging es in der temporeicheren zweiten Halbzeit zu. Vor allem der norwegische Nationaltorhüter Torbjörn Bergerud trug dazu bei, dass die Flensburger die Partie jederzeit offen hielten. In einer dramatischen Schlussphase verpassten die Kieler bei eigenem Ballbesitz den entscheidenden Treffer.

Ob die Partie jedoch wirklich als Fingerzeig für die kommende Saison taugt, wird sich weisen. Nach Urteil vieler Fachleute gehen der Rekordmeister aus Kiel und der Titelverteidiger Flensburg als Favoriten ins Rennen. Immerhin elf Bundesliga-Trainer nannten die Kieler trotz des Abgangs von Kulttrainer Alfred Gislason als ersten Anwärter.

Dass die Flensburger von den Trainer weniger häufig als Meisterkandidat gehandelt werden, kommt ihnen gelegen. Schon in den vergangenen beiden Jahren fühlte sie sich in dieser Außenseiterrolle wohl und setzte sich unter der Regie von Trainer Machulla am Ende durch. Ob der Titel-Hattrick gelingt, wird davon abhängen wie die SG die Abgänge ihrer Topspieler Rasmus Lauge und Tobias Karlsson und verkraftet.

Nur einen Tag nach dem Supercup startet die Bundesliga mit den Partien Magdeburg - Balingen, Wetzlar - Lemgo und Nordhorn - Bergischer HC in ihre 54. Saison. Das erste echte Spitzenspiel steigt bereits am 2. Spieltag, wenn die mitfavorisierten Rhein-Neckar Löwen in Flensburg gastieren.

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