Bundesliga

Kevin Volland: "Das ist nicht das Wesentliche im Fußball"

Gesetzt bei Bayer Leverkusen: Kevin Volland.

Gesetzt bei Bayer Leverkusen: Kevin Volland.

Foto: Getty Images

Essen.   Nationalspieler kritisiert in einem Interview die Entwicklung im Fußballgeschäft. Soziale Medien hätten die Sichtweise auf den Sport verändert.

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Kevin Volland vom Bundesligisten Bayer Leverkusen sieht die Entwicklungen im modernen Fußball kritisch. „Man bekommt den Eindruck: Entweder hast Du ein Tor gemacht, dann hast Du gut gespielt. Oder Du hast kein Tor gemacht, dann hast Du schlecht gespielt. Das ist die öffentliche Wahrnehmung. Entweder Schwarz oder Weiß“, sagte der 26-Jährige im Interview des Nachrichtenportals „t-online.de“.

Den zehnmaligen Nationalspieler stört auch eine gewisse Fixierung auf Soziale Medien bei einer bestimmten Gruppe von Anhängern: „Viele junge Fans wollen bei Instagram spektakuläre Tricks sehen, und Übersteiger-Videos generieren nun einmal viele Klicks. Aber das ist in meinen Augen nicht das Wesentliche im Fußball“, sagte Volland. Die Sichtweise auf den Sport habe sich "extrem verändert".

Volland: Ton ist rauer geworden

Als er Profi geworden sei, hätten die Leute damals zu ihm gesagt: " 'Wow, hast du heute viel gearbeitet´. Das ist weniger geworden." Heute sei es deshalb umso wichtiger, dass "deine Mannschaft, deine Trainerteam und deine engsten Vertrauten wissen, was du kannst." Das sei in Leverkusen der Fall.

Die Entwicklung im Fußballgeschäft störe Volland "nicht wirklich. Man passt sich eben an." Er glaubt aber, dass "viele Fans das nicht gut finden. "Vor allem die Älteren – auch, dass du auf vier verschiedenen Plattformen Spiele anschauen musst, dass der Ton in den sozialen Netzwerken so rau geworden ist, dass du sehr schnell ganz oben, aber auch schnell wieder ganz unten bist.“

Gefährliche Entwicklung für Nachwuchsspieler

Für die Nachwuchsspieler sei dies eine gefährliche Entwicklung. „Das ist alles extremer geworden und gerade für junge Spieler gefährlich. Da denkt ein Spieler schnell: 'Ich bin schon einer.' Aber eigentlich hat er noch nichts erreicht. Dafür muss er erstmal zwei, drei Jahre in der Bundesliga seine Leistung bringen.“

Ändern könne man an der Entwicklung wenig, sagt Volland. "In dem Geschäft steckt viel Geld. Und die Vermarktung wird immer umfangreicher. Das kann man schwerlich aufhalten."

Volland erinnert sich an seine Anfangsjahre: "Als ich als junger Spieler hochgekommen bin, geackert habe, Sachen auf den Platz tragen musste, hochgeguckt habe zu den älteren Spielern und auch auf die Socken bekommen habe – das war schon eine Zeit, die mich prägt hat und von der ich profitiert habe." (fs)

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