Onlinesprechstunde

Dürfen Schwangere noch Sport treiben? Dr. Schubert weiß Rat

Sport tut dem Körper gut: Laufexperte Dr. Joachim Schubert aus Bochum beantwortet die Fragen unserer Leser.

Sport tut dem Körper gut: Laufexperte Dr. Joachim Schubert aus Bochum beantwortet die Fragen unserer Leser.

Foto: Imago

Essen.   Oftmals sind Laufsportler unsicher. Darf ich kurz vor dem Training noch eine Mahlzeit zu mir nehmen? Wie kann ich den Fettabbau optimieren? Lohnt sich ein Krafttraining für Marathon-Läufer? Und dürfen Schwangere überhaupt noch Sport betreiben? Dr. Schubert beantwortet die Fragen unserer Leser.

Wann sollte man vor einem ausgedehnten Lauf (mindestens 45 Minuten) nichts mehr essen? Manfred, Duisburg

Dr. Schubert: Zum einen ist die individuelle Verträglichkeit von Nahrung vor einer sportlichen Belastung sehr unterschiedlich, zum anderen kommt es darauf an, was man isst. Eine Banane kann man zum Beispiel direkt vor dem Lauf oder sogar während des Laufens essen. Feste, belastende Nahrung (Müsli z.B.) sollte man 2 – 3 Stunden vor dem Laufen vermeiden. Die Füllung des Magens mit der damit verbundenen Mehrdurchblutung des Magen-Darm-Systems empfindet man durchaus unangenehm – das Blut fehlt allerdings dann dem Kreislauf (Kollapsgefahr) und auch den Muskeln. Eine Stunde vor dem Laufen ist ein Toast oder ein helles Brötchen mit Marmelade sehr geeignet. Eine größere Nahrungsaufnahme in den letzten Stunden vor dem Lauf kann noch ein ganz anderes Problem mit sich bringen: man muss die Nahrung eventuell dann irgendwie wieder loswerden – und das kann bei einem Marathon mit großer Zuschauerbeteiligung durchaus ein Problem werden…

Ich bin im fünften Monat schwanger. Kann ich noch Sport treiben und wie lange noch? Katja (30) aus Essen

Dr. Schubert: Sie können Sport treiben während der Schwangerschaft, solange Sie sich wohl fühlen. Dies ist durchaus bis zum Ende der Schwangerschaft möglich. Sie sollten den Sport aber sehr moderat und ohne jeden Ehrgeiz betreiben, Atemnot und hoher Puls sind unbedingt zu vermeiden. Laufen sollte man aber nicht im letzten Drittel der Schwangerschaft – die Bänder und Sehnen können überlastet werden und der Babybauch ist schon genug Belastung für den Körper. Ideal ist Schwimmen durch den Auftrieb, auch Radfahren oder Walking bieten sich an. Denken Sie an die zusätzliche Nahrungsaufnahme, wenn Sie Sport treiben!

Ich habe mal gehört, dass eine Joggingrunde vor dem Frühstück effektiver für den Fettabbau ist. Stimmt das? Jennifer (20) aus Velbert

Dr. Schubert: Für geübte Läufer gilt das durchaus. Es sein denn, Sie haben am Abend vor dem Lauf Ihre Kohlenhydratspeicher so richtig voll geladen, so dass am Morgen nicht nur die Fette als Energiedepots zur Verfügung stehen. Sehr wichtig ist hierbei auch, dass Sie sehr exakt den Bereich Ihrer optimalen Fettverbrennung kennen. Diesen kann man ausschließlich durch eine Leistungsdiagnostik (Spiroergometrie) ermitteln. Wir stellen fast regelmäßig fest, wie falsch auch gute Läufer Ihren Fettverbrennungsbereich einschätzen. Ihre Frage kann man aber grundsätzlich mit einem JA beantworten – aber Wasser oder ungezuckerten Tee sollten Sie getrunken haben.

Ich habe in letzter Zeit mein Lauftraining etwas umgestellt und laufe vermehrt bergauf. Ich hatte vorher keinerlei Schmerzen, jetzt verspüre ich immer wieder Schmerzen an der Achillessehne. Kann es an den Bergläufen liegen und was sollte ich tun? Maik, Dortmund

Dr. Schubert: Die dynamische Belastung der Achillessehne steigt bei Bergaufläufen erheblich an. Eine gesunde Achillessehne verträgt dies jedoch gut. Sie sollten sich auf verkürzte Beinmuskeln (Oberschenkelrückseite und Wade) überprüfen und gegebenenfalls ein entsprechendes Dehnprogramm vor dem Laufen einführen. Bleiben die Beschwerden, so sollten Sie einen Sportarzt aufsuchen, der Ihre Statomotorik im Allgemeinen und die Achillessehnen im Speziellen untersucht. Auch die Frage des richtigen Laufschuhwerks ist hier wichtig.

Ich bin 30 Jahre alt, einigermaßen trainiert (Zielzeit 4 Stunden) und beginne gerade mit der Vorbereitung auf meinen ersten Marathon. Mein Trainingsplan zeigt drei bis vier (am Ende sogar fünf) Laufeinheiten pro Woche an. Raten Sie noch zu zusätzlichem Krafttraining, und wenn ja welche Muskelgruppen sollte ich besonders trainieren? Sonja aus Mülheim

Dr. Schubert: Krafttraining ist grundsätzlich für den Läufer wichtig, da eine gut ausgebildete Rumpfmuskulatur eine Voraussetzung für eine gute Körperhaltung beim Laufen ist. Sie können auch den Schultergürtel und die Beinmuskeln trainieren, allerdings sehr zurückhaltend. Sie müssen beachten: Mehr Muskelmasse benötigt auch mehr Blut und Energie. Ein Läufer sollte „moderates“ Krafttraining betreiben.

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