Laufblog

Beim Glühweinlauf brennen die Oberschenkel

Bergsprint am Junkie Hill beim Glühweinlauf.

Bergsprint am Junkie Hill beim Glühweinlauf.

Foto: Stefan Reinke

Dortmund.  Läufe wie der Glühweinlauf der Dortmunder Endorphinjunkies zeigen auch Solo-Läufern wie mir, dass Sport in der Gemeinschaft auch Spaß machen kann.

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Wenn es den Glühweinlauf der Endorphinjunkies nicht gäbe, müsste man ihn erfinden. Eigentlich bietet diese familiäre Veranstaltung alles, was das winterliche Läuferherz begehrt: eine anspruchsvolle Strecke, ein nettes Beisammensein sowie ein angenehmes Tempo, bei dem man locker mit den Mitläufern und -läuferinnen quatschen kann. Und kurz vor Schluss des Laufs wartet noch ein Endorphin-Kick auf die Läufer: der Junkie Hill.

Zunächst hört sich das Programm des Glühweinlaufs völlig verrückt an. Denn neben dem eigentlichen Lauf, der um 10 Uhr startet und über 16 Kilometer führt, gibt es auch einen Marathon. Der startet um 6.30 Uhr (sonntags!!!) und ist vom Timing her so gestaltet, dass auf den letzten 16 Kilometern alle Läufer gemeinsam auf der Strecke sind. Die führt durch den Wald an der Stadtgrenze zwischen Dortmund und Schwerte. Gegenüber vom Freischütz geht es los, zunächst runter nach Dortmund-Aplerbeck und anschließend auf einer kurvenreichen Strecke wieder hoch.

Alle laufen zusammen

Ich habe mich für den Lauf über 16-Kilometer entschieden. Das muss reichen. Am Start hatten die Junkies bereits Zelte aufgebaut, in denen sie reichlich Verpflegung anboten. Es herrschte eine familiäre Atmosphäre, von Leistungsdruck keine Spur. Die Ansage der Organisatoren war auch klar: Alle laufen zusammen, niemand soll das Tempo verschärfen. Gemütlich soll es durch den Wald gehen.

Da der Boden vom Regen der vergangenen Tage sehr aufgeweicht war, patschten meine neuen Trailschuhe durch Morast und Pfützen und sahen schon nach einigen Hundert Metern gar nicht mehr neu aus. Aber sie saßen wie angegossen, obwohl ich gar keine Zeit hatte, die neuen Treter gebührend einzulaufen. Alles gut also.

Ungefähr zur Halbzeit des 16-Kilometer-Laufs machten wir Pause am Start-/Ziel-Bereich. Auf dem Grill brutzelten schon Bratwürste und so mancher Läufer konnte sich nicht verkneifen, schon einen Snack zu sich zu nehmen. Frisch gestärkt ging es weiter, diesmal in den Wald Richtung Schwerter Fernsehturm und hin zum heimlichen Highlight der Strecke: dem Junkie Hill.

Rennen, bis die Oberschenkel glühen

Der Junkie Hill ist eine lange Gerade, steil ansteigend und etwa 200 Meter lang. Hier ist das Gemütlichkeits-Prinzip außer Kraft gesetzt, stattdessen zählt nur die Leistung am Berg. Mit 15 Kilometern in den Knochen tragen die Endorphinjunkies hier ihre Bergwertung aus - stilecht mit Pokal.

Dankbar für die Ausrede, mit neuen Schuhen natürlich nicht an diesem Wettrennen teilnehmen zu können, verzichtete ich auf den Vollsprint am Berg und zog es vor, Fotos zu machen. Die Sprinter sausten mit Geschnaufe an mir vorbei. Oben gab es zur Belohnung einen Satz brennende Oberschenkel für jeden.

In gemütlichem Trab ging es wieder zum Ziel, wo dann auch der Namensgeber des Laufs auf uns wartete: der Glühwein. Mit Bratwurst, Kürbissuppe, Kuchen und Getränken ließen wir den Lauftag ausklingen.

Perfekter Lauf für sie stressige Weihnachtszeit

Diese familiären Läufe sind immer wieder ein Genuss. Nicht die Leistung zählt, sondern das Beisammensein. Völlig ohne Druck läuft es sich wunderbar entspannt. Gerade in der stressigen Vorweihnachtszeit helfen solche Veranstaltungen beim Abschalten.

Für das kommende Jahr hätte ich aber noch eine Idee: Was im Winter der Glühweinlauf ist, könnte im Juli oder August der Eiskaltes-Bier-vom-Fass-Lauf sein. In diesem Sinne: Prost!

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