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Plötzlich eine fixe Idee: Wie wär's mal mit einem Triathlon?

So elegant wie bei den Profis, die hier in die Hamburger Alster springen, wird es bei unserem Laufblogger nicht aussehen, wenn er sich erstmals an einem Triathlon versuchen wird.

So elegant wie bei den Profis, die hier in die Hamburger Alster springen, wird es bei unserem Laufblogger nicht aussehen, wenn er sich erstmals an einem Triathlon versuchen wird.

Foto: Daniel Reinhardt

Dortmund.  Wirklich niemals wollte unser Blogger dem Laufsport untreu werden und an einem Triathlon teilnehmen. Doch dann kam der Erlebnisbericht eines Kollegen.

Niemand hat die Absicht, einen Triathlon zu bestreiten. Und schon gar nicht ich. Niemals! Schwimmen - bah! Schwimmen bedeutet für mich nicht mehr und nicht weniger als Langeweile. Ich bin zwar immer gerne ins Schwimmbad gegangen, aber eigentlich nie zum Schwimmen. Ich bin auch gerne im Wasser, und ich weiß, dass ich nicht ertrinke, wenn ich mich in dem Element aufhalte. Das reicht mir vollkommen. In der Schule habe ich es bis zum Freischwimmer gebracht - mehr wollte ich nicht. Im Baltrum-Urlaub stürze ich mich nur zu gern in die Fluten der Nordsee, spiele mit den Wellen, schwimme mal ein paar Meter hin und her. Aber Schwimmen als Art der Fortbewegung, als Sport gar? Nein.

Das Thema Triathlon war damit für mich von Anfang an abgehakt. Oder besser: Es stellte sich gar nicht erst. Und ist Triathlon nicht eher etwas für Ärzte, Anwälte und andere Besserverdiener? Ein 3000-Euro-Fahrrad kommt ja nicht aus dem Nichts angerollt. Ein Neoprenanzug ist auch nicht gerade billig. Laufen hingegen ist günstig. Selbst fünf Paar Schuhe kosten weniger als ein Fahrrad. Laufschuhe kann man auch mal im Alltag anziehen. Mit einem Triathlon-Rad fährt man nicht mal eben zum Einkaufen.

Durch Erlebnisbericht eines Kollegen angefixt

Bis vor einer Woche war das alles richtig und in Stein gemeißelt. Dann las ich den beeindruckenden Text eines Kollegen, der sich zum ersten Mal an das Abenteuer Triathlon gewagt hatte. Da hatte es mich erwischt. Jetzt spukt in meinem Kopf die fixe Idee vom Triathlon herum. Einmal wird das ja wohl möglich sein. Und vielleicht wäre es ohnehin mal Zeit für eine neue sportliche Herausforderung. Soll schwimmen nicht auch wahnsinnig gesund für den Rücken und eine sehr gute Ausgleichssportart für Läufer sein? Ein Fahrrad habe ich im Keller, natürlich kein Renn- oder Zeitfahrrad, aber immerhin auch kein ganz langsames. Und dann war da doch der Kollege mit den vielen Rennrädern. Ob der vielleicht eins übrig hat?

Hinzu kommt, dass in meinem Bekanntenkreis der eine oder andere Triathlet zu finden ist und ich auch Läufer kenne, die es einfach mal probiert haben und durchaus angetan waren. Ich habe sogar das Gefühl, dass es immer mehr werden. Vermutlich geht es denen wie mir: Irgendwann hat man xy Marathons gelaufen, schneller wird man nicht mehr, hat aber keine Lust, auf die Ultra-Distanz zu wechseln. Also steigt man zusätzlich noch aufs Rad und nimmt notgedrungen noch diese Schwimmsache in Kauf.

Dann muss das doch auch bei mir klappen. Ich wusste, dass es so etwas wie Breitensport-Triathlons gibt, an denen auch Menschen ohne 3000-Euro-Fahrrad teilnehmen können. Das wäre doch was für mich, wenn Badehose, Straßenrad und Laufschuhe reichen, um am Wettkampf teilzunehmen.

Nur noch ein Gesprächsthema: Triathlon

Am Wochenende war ich mit einer Freundin - einer Triathletin - laufen. Unser einziges Gesprächsthema: Triathlon. Ich bin neugierig geworden. Ich habe sogar Lust bekommen, die Herausforderung anzunehmen, quasi erneut das Seepferdchen zu machen und richtig schwimmen zu lernen. Wenn es sein muss, sogar Kraul. Nach dem 16-Kilometer-Lauf mit der Freundin führte mich mein Weg auch prompt ins Freibad, wo ich an die gelaufenen Kilometer noch 500 Schwimm-Meter hing. Immerhin bin ich nicht ertrunken und konditionell hätte es auch für mehr gereicht. Allerdings wäre ich bei meinem ungelenken Schwimmstil im Triathlon wohl schon während der ersten Disziplin aus dem Rennen genommen worden.

Laufblog Der Entschluss steht: Ich werde jetzt langsam anfangen, das Schwimmen zu trainieren. Ich habe zwar noch einige Läufe vor mir, aber keinen Marathon. Ich kann also in aller Ruhe den Herbst und Winter nutzen, um im Wasser nicht wie ein hilfloser Matrose in Seenot zu wirken. Im April steht noch der Paris-Marathon im Kalender, auf den ich mich natürlich wieder ernsthaft vorbereiten werde. Eine Schwimmeinheit in der Woche schadet da sicherlich nicht - im Gegenteil. Ab und zu mal aufs Fahrrad zu steigen, könnte vermutlich auch nicht schaden. Da bin ich allerdings gespannt, wie ich das im Winter hinbekomme.

11. Juni 2017: Kamen, Breitensport-Triathlon

Nach Paris kann dann langsam der Triathlon kommen, ich habe mir schon einen ausgeguckt: am 11. Juni gibt es in Kamen einen Breitensport-Triathlon. 500 Meter Schwimmen im Schwimmbad (da reicht eine Badehose statt eines Neoprenanzugs), 24 Kilometer Radfahren (schaffe ich, ganz bestimmt), 5 Kilometer Laufen - das klingt doch exakt nach meinem Beuteschema.

Schon jetzt bin ich aufgeregt wie ein kleines Kind. Ich recherchiere auf Triathlon-Seiten, schaue, welche Klamotten ich brauche und versuche, die Regeln zu verstehen. Allein die Wechsel zwischen den Disziplinen scheinen ja so etwas wie die vierte Disziplin zu sein. Was man da alles beachten muss!

Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Acht Monate bis Paris, zehn Monate bis Kamen.

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