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BSC Winterberg: Laura Nolte jubelt, Anna Köhler tief traurig

Sie darf jubeln: Laura Nolte, Bobpilotin des BSC Winterberg, qualifizierte sich erstmals für den Weltcup. Sie feiert ihre Premiere aber erst in Winterberg.

Sie darf jubeln: Laura Nolte, Bobpilotin des BSC Winterberg, qualifizierte sich erstmals für den Weltcup. Sie feiert ihre Premiere aber erst in Winterberg.

Foto: imago

Winterberg.  Zwei Bobpilotinnen im Weltcup – das wäre für den BSC Winterberg perfekt gewesen. Warum Laura Nolte jubelte, Anna Köhler nicht. So geht es weiter.

Bei der einen schlugen die Emotionen vor Freude Purzelbäume, bei der anderen herrschte riesige Enttäuschung. Nach der Selektion für das deutsche Weltcup-Team konnte die Gefühlslage bei den Bobpilotinnen des BSC Winterberg, Laura Nolte und Anna Köhler, kaum unterschiedlicher sein.

Laura Nolte: Premiere in Winterberg

Die erst 20-jährige Laura Nolte qualifizierte sich zum ersten Mal in ihrer Karriere für den Weltcup. Das gelang ihr mit Anschieberin (und Vereinskollegin) Deborah Levi durch den Sieg bei der Deutschen Meisterschaft in Altenberg sowie mit einem zweiten Platz beim abschließenden Rennen am Königssee in sehr beeindruckender Form.

„Wir sind mega happy und können es noch gar nicht richtig glauben“, teilte Nolte über ihre Kanäle in den sozialen Medien mit. Premiere in der höchsten Rennserie feiert die BSC-Athletin allerdings nicht beim Weltcup-Auftakt in Lake Placid/USA (7./8. Dezember), sondern erst beim Heim-Weltcup in Winterberg (3. bis 5. Januar). „Die Trainer haben entschieden, dass es schlauer ist, Lake Placid auszulassen, da ich dort noch nie gefahren bin und die Bahn nicht ganz so einfach ist.“

In Altenberg, in Winterberg und am Königssee wird Nolte stattdessen bis zur ihrer Weltcup-Premiere im Europacup starten – und dort auf Anna Köhler treffen. Die Tür zum Weltcup und damit auch zur WM in Altenberg (17. Februar bis 1. März 2020) bleibt für die 26-Jährige, die Deutschland 2018 sogar bei den Olympischen Winterspielen vertrat, allerdings verschlossen.

Anna Köhler muss in den Europacup

„Ich war wohl noch nicht unten in meiner Abwärtsspirale“, sagte Köhler, Siebte der WM 2019 und Fünfte im Gesamtweltcup, enttäuscht auf Nachfrage. Zwei Jahre lang gehörte sie zu den Top-Drei in Deutschland – jetzt muss sie einen Winter in der Zweitklassigkeit überstehen.

Nach Rang vier in Altenberg kam Köhler am Königssee mit Anschieberin Leonie Fiebig zwar auf Rang drei, doch zum Sprung in das Weltcup-Team, welches vorerst Mariama Jamanka, Stephanie Schneider und Kim Kalicki bilden, reichte es nicht. „Ich bin leider in Altenberg krank geworden und habe am Königssee fast die ganze Woche mit einem grippalen Infekt im Bett gelegen“, sagte Köhler, „bei den Rennen habe ich daher nicht liefern können.“

Allerdings zeigte sie Größe: „Hut ab vor Laura, dass sie so souverän fährt. Kim war auch super und Steffi hat besonders am Königssee ihre mentale Stärke und ihre Erfahrung ausgespielt“, lobte Köhler die Konkurrenz.

Während sie in den Europacup muss, reisen ihre Anschieberinnen Leonie Fiebig, Erline Nolte und Lena Zelichowski zum Weltcup-Auftakt in die USA – auch teamintern könnte die Gefühlslage beim Bobteam Köhler deshalb kaum unterschiedlicher sein.

Bei den Herren ist der BSC Winterberg im Weltcup übrigens mit Anschieber Christopher Weber vertreten. Er schaffte mit Pilot Johannes Lochner den Sprung unter die besten drei Teams. In den finalen Selektionsrennen am Königssee startete Weber mit Lochner im Vierer und feierte den Sieg. Auch bei der DM in Altenberg erhielt Weber einen Einsatz im Vierer.

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