Deutschland Cup

Sabina Stroh vom TV Arnsberg im Rhönrad zur Silbermedaille

Rhönradturnerin Sabina Stroh (TV Arnsberg) beim Deutschland-Cup in Bielefeld_Hier performt sie für unser Foto vor ihrem Wettkampf in der Bielefelder Almhalle direkt neben der Schüco-Arena.

Rhönradturnerin Sabina Stroh (TV Arnsberg) beim Deutschland-Cup in Bielefeld_Hier performt sie für unser Foto vor ihrem Wettkampf in der Bielefelder Almhalle direkt neben der Schüco-Arena.

Foto: Philipp Bülter

Arnsberg/Bielefeld.  Sabina Stroh turnt beim TV Arnsberg erfolgreich im Rhönrad. Ihre Grundschullehrerin bringt die Karriere vor 14 Jahren ins Rollen.

Im Leben von Sabina Stroh dreht sich eine Menge um das Rhönrad - und sie selbst dreht sich in ihm. Denn die 22-jährige Neheimerin turnt für den TV Arnsberg und startet für den Westfälischen Turnerbund in der Disziplin Geradeturnen. Beim Deutschland-Cup am Wochenende in der Bielefelder Almhalle holte sie jetzt die Silbermedaille.

„Darüber bin ich sehr glücklich, eine Medaille war mein Ziel“, sagt Sabina Stroh. Für sie stellte das Turnfest den Saisonhöhepunkt dar. Weil Stroh in der Landesklasse turnt, ist der Deutschland-Cup der größte Wettkampf auf Landesebene. In ihrer knapp zwei Minuten langen Kür überzeugte die Neheimerin die Kampfrichter, leistete sich bei höchster Schwierigkeit (4,8) nur kleinste Fehler. „Wir mussten mindestens acht Übungen zeigen und feste Vorgaben einhalten“, berichtet Stroh. Das gelang der Studentin so gut, dass es zur Deutschen Vizemeisterschaft in ihrer Klasse reichte.

Mit acht Jahren erstmals im Rhönrad

Der Weg auf die Medaillenränge war ein langer. Seitdem sie acht Jahre alt ist, turnt Sabina Stroh im und mit dem Rhönrad. Zu dieser eher exotischen Sportart kam sie durch ihre Grundschullehrerin. Damals turnte sie mit ein paar Freundinnen auf dem Schulhof an einer Reckstange und wurde von der Lehrerin angesprochen, ob sie nicht Lust aufs Rhönrad hätte. Die damals Achtjährige und ihre Freundinnen sagten zu, probierten es aus - doch nur Sabina blieb der Sportart treu. Im Jahr 2008 nahm sie an ihrem ersten Wettkampf teil - es sollte nicht ihr einziger bleiben.

Neben ihrem Studium an der Hochschule in Hamm (Biomedizinische Technologie) nimmt das Rhönradturnen, ihre große Leidenschaft, die meiste Zeit im Alltag ein. Zweimal die Woche trainiert sie mit ihren Trainern Udo und Brigitte Jakobi für sich, zwei weitere Male schlüpft sie in die Rolle des Übungsleiters und bringt Jüngeren das Turnen im Rad bei. „Wie oft und wie lang ich pro Woche trainiere hängt aber auch von der Belastung im Studium ab“, sagt Stroh. Sie befindet sich derzeit im letzten Semester, wie es danach beruflich und sportlich weitergeht ist noch unklar. „Ich möchte dem Rhönradturnen auf jeden Fall verbunden bleiben und hoffe, dass es sich zeitlich einrichten lässt“, sagt sie.

Auch wenn der Deutschland-Cup in Bielefeld der Saisonabschluss war, geht es im Training fleißig weiter. Für den nächsten Wettkampf, der im Februar nächsten Jahres stattfindet, wird Sabina Stroh in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig üben. Eine neue Kür ist nicht geplant und da sie ohnehin bereits mit der höchsten Schwierigkeit turnt, ist es das Ziel, die wenigen Fehler vom Wochenende auszumerzen, um im Februar eine möglichst perfekte Kür turnen zu können. Unverzichtbar für eine gute Vorbereitung sind für die Sauerländerin ihre Trainer. „Sie sehen jeden Fehler und geben mir ausführliche Rückmeldung“, sagt Stroh. Manchmal nehmen sich die Turner auch mit der Videokamera auf. So fallen selbst kleinste Haltungsfehler auf.

Die perfekte Kür gibt es nicht

Eine komplett perfekte Kür, sagt Sabina Stroh, gebe es aber nicht. Manchmal sei es nur der kleine Finger, der für einen kurzen Augenblick absteht und für Abzüge sorge. „Das reizt mich bei dem Sport aber besonders. Man kann immer etwas verbessern und sich nicht auf seinen Erfolgen ausruhen“, sagt die 22-jährige Turnerin. Wichtige Eigenschaften einer Rhönradturnerin seien Körperspannung, Kraftausdauer, Disziplin, Körperbeherrschung und - ganz wichtig - Beweglichkeit. „All diese Dinge kann man üben, aber es dauert seine Zeit“, sagt Stroh.

Belächelt wurde sie für ihr besonderes Hobby nie wirklich, allerdings wird immer wieder deutlich, dass manche Menschen nicht wissen, worum es beim Rhönradturnen eigentlich geht. „Manchmal werde ich gefragt, ob ich mit dem Rhönrad eine Strecke fahren muss - so, als handele es sich dabei um ein Fahrrad“, schmunzelt die Studentin. Ist das Missverständnis erstmal geklärt, wandelt sich die Unwissenheit häufig in Bewunderung. Und die Menschen verstehen, warum sich in Sabina Strohs Leben soviel ums Rhönrad dreht...

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