Fußball

60 Jahre beim SV Herdringen: Weshalb Wälter weitermacht

Auch als Losfee aktiv: Der Herdringer Ernst Wälter (rechts) ist seinem Heimatverein bereits seit sechs Jahrzehnten treu.

Auch als Losfee aktiv: Der Herdringer Ernst Wälter (rechts) ist seinem Heimatverein bereits seit sechs Jahrzehnten treu.

Foto: Archiv

Arnsberg-Herdringen.  Seit 60 Jahren engagiert sich Ernst Wälter bei „seinem“ SV Herdringen. Warum mit jetzt 71 Jahren noch weitermachen? Wälters Antwort ist deutlich.

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Dieser Mann lebt für seinen Verein: Seit nun mehr sechs Jahrzehnten ist Ernst Wälter schon Mitglied beim SV Herdringen. Der mittlerweile 71-Jährige wurde deshalb am Wochenende mit einem tollen Präsent überrascht. Warum das Ehrenamt bei den „Krähen“ auch ihn ganz persönlich fit hält, hat er uns erzählt.

Es sei schon ein „besonderer Moment“ für ihn gewesen, das gibt Ernst Wälter gerne zu. Als sein Verein, der SV Herdringen, am Samstagabend mit einer großen Jubiläumsgala den 100. Geburtstag des Klubs feierte, erhielt Wälter eine ganz spezielle Auszeichnung. Uli Lemmer, Vorsitzender des FLVW-Kreises Arnsberg, und FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski würdigten Ernst Wälter für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit der Verleihung der DFB-Dienstnadel. „Er verkörpert seinen Heimatverein SV Herdringen wie kaum an anderer“, sagte Uli Lemmer zur Ehrung Wälters.

Dieser Gastredner beeindruckt

Das Herdringer Urgestein, das auch noch mit einer Ehrenurkunde für 60 Jahre Vereinsmitgliedschaft gewürdigt wurde, zeigte sich im Anschluss dankbar. „Dass ich die DFB-Verdienstnadel erhalten würde, wusste ich vorher nicht. Das war eine ganz tolle Überraschung, denn so wird ja auch meine jahrzehntelange Arbeit für den Verein gewürdigt“, sagt Ernst Wälter. Der gebürtige Herdringer ist seit jeher eng mit dem Verein am Krähenbrink verwurzelt. Ernst Wälter, dessen Eltern einst die Gaststätte „Bachschänke“ betrieben, in der auch der Sprössling eine Zeit lang half, ist gelernter Elektriker und arbeitete lange im Elektrohandel. Seine sportliche Liebe gehört seit Jahrzehnten dem SV Herdringen: Als aktiver Spieler kickte Wälter für den SVH in der Bezirksliga und übernahm von 1983 bis 1986 die erste Mannschaft als Trainer. Nun ist er als Fußballobmann beim SVH tätig.

So hat die 100-Jahr-Jubiläumsfeier Ernst Wälter viele Möglichkeiten geboten, mit alten Weggefährten vergangene, sportliche Erlebnisse genüsslich Revue passieren zu lassen. Aus Sicht des Anhängers des 1. FC Köln war insbesondere der Auftritt von Wolfgang „Teddy“ de Beer, Fan-Botschafter von Borussia Dortmund und Ex-Torhüter des BVB, gelungen. Der ehemalige Profi, Gastredner bei der Feier des SV Herdringen, habe „eine tolle Figur abgegeben“, sagt Ernst Wälter, der zufällig neben de Beer gesessen und zwischendurch mit ihm geplaudert hatte. „Teddy wirkt bodenständig. Das hat mir gut gefallen“, erzählt Wälter.

Warum Wälter die neue Spielgemeinschaft lobt

Lobende Worte findet das Herdringer Urgestein auch für die neue Spielgemeinschaft seines Vereins mit dem TuS Müschede. Seit dem Saisonstart geht die SG Herdringen/Müschede unter anderem in der Herren-Kreisliga A Arnsberg an den Start. Zwölf Spiele, 13 Punkte, Tabellenplatz elf: Es scheint ziemlich klar, dass sich die neuformierte Mannschaft aus zwei Vereinen nach dem jeweiligen Bezirksligaabstieg im Kreisliga-Oberhaus erst finden muss. Das sieht auch Ernst Wälter so: „Die Anfänge der Spielgemeinschaft waren sicher nicht ganz leicht. Aus meiner Sicht ist das Ganze auch ein Prozess, der noch ein paar Tage brauchen wird.“

Wie bereits in der vergangenen Saison ist Ernst Wälter bei den Begegnungen der SG Herdringen/Müschede mit Leidenschaft am Seitenrand dabei. „Mir macht es sehr viel Spaß mit den jungen Leuten zu arbeiten. Ich werde aber altersbedingt schon mehr und mehr kürzer treten. Es wird dann auch Zeit, dass mehr junge Leute übernehmen“, sagt Wälter. Er ist überzeugt davon, dass es richtig gewesen war, „dass der SV Herdringen und der TuS Müschede in einer jeweils sportlich schwierigen Situation die Kräfte gebündelt haben“.

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