Bobsport

Aus Sundern nach Rumänien: Profianschieberin zieht Fazit

Der Sorpesee bedeutet für sie Heimat: Bobprofi Katharina Wick aus Sundern-Allendorf posiert an der Seepromenade in Langscheid. Mittlerweile lebt sie weite Teile des Jahres über im rumänischen Konstanza.

Der Sorpesee bedeutet für sie Heimat: Bobprofi Katharina Wick aus Sundern-Allendorf posiert an der Seepromenade in Langscheid. Mittlerweile lebt sie weite Teile des Jahres über im rumänischen Konstanza.

Foto: Philipp Bülter

Sundern-Allendorf.  Im Sommer wechselte sie fest nach Rumänien, nun zieht Katharina Wick, Profi-Bobsportlerin aus Sundern-Allendorf, ein erstes sportliches Fazit.

Die derzeitige Zeit der verschnupften Nasen und des verstärkten Halskratzens hatte auch Katharina Wick zuletzt voll im Griff. „Mittlerweile bin ich aber wieder gesund und fit“, sagt die heimische Bob-Anschieberin, die mittlerweile Profi für den größten rumänischen Verein, Steaua Bukarest, ist. Die Allendorferin berichtet über ihre Zeit in der neuen Wahlheimat am Schwarzen Meer, über erste Erfahrungen im Europacup und ihre nächsten sportlichen Höhepunkte.

Den eigenen Geburtstag mitunter in einem fremden Land zu feiern – kurz und mitnichten ausufernd: Das ist bisweilen das Los eines Profisportlers. So ging es zuletzt auch Katharina Wick, als sie mit ihrer rumänischen Bobmannschaft zum Europacup im norwegischen Lillehammer weilte. „Mein Team hat mich mit Kuchen, Süßigkeiten und neuen Sportklamotten überrascht. Das war sehr schön, ich fühle mich wohl“, erzählt Wick, die 23 Jahre alt wurde.

Wenig Zeit für die Familie

Wie berichtet, hatte die Allendorferin, die beim BSC Winterberg sportlich groß geworden ist, im Sommer ein Angebot aus Rumänien erhalten und einen Vertrag bei Steaua Bukarest bis zu den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking unterzeichnet. Sie wohnt zusammen mit anderen Sportlern in Konstanza, einer Metropole am Schwarzen Meer, und wird von Coach Paul Neagu, der deutsch-rumänischen Boblegende aus Winterberg, trainiert. „Ich fühle mich in Rumänien sehr wohl. Der Trainer ist mit meinen Leistungen bislang auch zufrieden“, sagt Wick. Jetzt, in der Saison, hat sie naturgemäß weniger Zeit, zu Hause in Allendorf bei ihrer Familie zu sein. „Über Weihnachten werde ich das aber drei Tage schaffen“, freut sich Wick.

Als Anschieberin ist sie derzeit entweder mit Pilotin Andreea Grecu oder mit Pilotin Teodora Vlad im Zweierbob unterwegs. Beim Europacup in Lillehammer feierte Vlad gemeinsam mit Wick ihre Premiere auf internationalem Parkett, wie Wick war sie zuvor ebenfalls Anschieberin. Die beiden wurden am Ende im Gesamtklassement als Team Neunte. „Das war zufriedenstellend“, sagt Wick.

Derzeit bereitet sich die Sauerländerin gemeinsam mit Andreea Grecu auf die nächsten Rennen des IBSF-Bob Europa-Cups im sächsischen Altenberg vor. Gemeinsamer Start ist dann am Nikolaustag, 6. Dezember. „Die Bahn ist ziemlich anspruchsvoll. Wenn wir in die Top Sechs fahren, dann wäre das ziemlich schön“, betont Katharina Wick.

Warum Vertrauen so wichtig ist

Sie selbst habe bereits erkannt, „dass mich das Training weiterbringt, ich entwickele mich weiter, die Kraftwerte werden besser und auch meine Sprintzeiten“, sagt Wick. Im Zweierbob müsse sie sich als Anschieberin voll auf ihre Pilotin verlassen. „Du brauchst großes Vertrauen – und das habe ich sowohl zu Andreea als auch zu Teodora.“

Zu Gute kommen soll ihr diese Feinabstimmung auch beim Europacup in Winterberg (14. Dezember), beim Europacup am Königssee (16. bis 22. Dezember), den Junioren-Europameisterschaften in Innsbruck (27. Januar bis 1. Februar 2020) und schließlich den Junioren-Weltmeisterschaften, die vom 7. bis 9. Februar 2020 in der Veltins-EisArena in Winterberg ausgerichtet werden.

Auch wenn sie als Anschieberin nur wenig Einfluss im Rennen hat: Den einen oder anderen Tipp möchte Katharina Wick ihrer Pilotin Teodora Vlad vor allem für diesen Saisonhöhepunkt auf ihrer Heimbahn mit auf den Weg geben. „Wir starten gemeinsam im U23-Wettbewerb und möchten dort vorne landen“, sagt Katharina Wick. Perspektivisch strebt die Allendorferin den ganz großen Wurf an. Eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking sei „das Größte für mich“, hatte sie bereits gesagt.

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