Handball

Darum zieht Eslohe sein Herren-Team vom Spielbetrieb zurück

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Eslohe.  Die Herren-Mannschaft des BC Eslohe wird in der kommenden Spielzeit nicht mehr in der Handball-Kreisliga Iserlohn/Arnsberg an den Start gehen.

Paukenschlag bei der Handballabteilung des BC Eslohe. Die Herren-Mannschaft wird in der kommenden Spielzeit nicht mehr in der Kreisliga Iserlohn/Arnsberg an den Start gehen, sondern vom Punktspielbetrieb zurückgezogen.

Der BC Eslohe ging im vergangenen September als Aufsteiger das Abenteuer Kreisliga an. Das Ziel Klassenerhalt geriet bis zum vorzeitigen Abbruch der Saison aufgrund der Coronapandemie nicht in Gefahr. Am Ende stand in der „Abbruch-Tabelle“ mit 10:18 Punkten ein siebter Platz zur Buche.

Schwere Entscheidung

Doch ein zweites Kreisliga-Jahr in Folge wird es nicht geben. „Wir haben für die kommende Saison keine Mannschaft gemeldet, weil einfach die Spielerdecke zu dünn gewesen wäre. Es war eine sehr schwere Entscheidung, aber wir hätten es in dieser engen personellen Konstellation in der Liga nicht leicht gehabt“, sagt Trainer Thomas Ludemann. Konkret hätte der BC Eslohe in Zukunft auf einige wichtige Leistungsträger verzichten müssen. Dazu gehören unter anderem die torgefährlichen Brüder Mathis und Hannes Beste (beide berufliche Gründe), Rüdiger Vollmer sowie Thomas Ludemann, der nach 43 Jahren seine aktive Laufbahn beendet. Darüber hinaus wären Patrick Bette und Bastian Kersting ebenfalls aus beruflichen Gründen nur noch sporadisch einsatzbereit gewesen.

Im besten Fall hätte Eslohe nur zehn Akteure zur Verfügung gehabt. Auch das war ein Grund, weshalb sich der Verein, anders als bei der Frauenmannschaft, nicht nach einem Nachfolger von Spielertrainer Ludemann umgesehen hat. „Wir haben keine Gespräche geführt, weil es auch schwer geworden wäre, jemanden zu finden. Ein Trainer, der die Ambitionen hat, oben mitzuspielen, hätte sich mit nur zehn Spielern wahrscheinlich nicht wohlgefühlt“, erklärt der 52-Jährige Thomas Ludemann.

Ein Blick zurück auf die abgelaufene Kreisliga-Saison erfüllt den Spielertrainer mit Stolz. Seine Mannschaft präsentierte sich als absolut kreisligatauglich. Besonders in der Hinrunde sorgte der Aufsteiger für Furore. So bleibt vor allem der beeindruckende 33:26-Erfolg im Derby daheim gegen die SG Ruhrtal II im November 2019 in bester Erinnerung, in dem die Schiedsrichter nicht erschienen und daraufhin SGR-Coach Guido Stirnberg die Partie leitete.

Tolle Entwicklung

„Wir haben insgesamt bewiesen, dass wir locker in der Kreisliga mithalten können und hätten am Ende ohne das Verletzungspech vielleicht auch Vierter oder Fünfter werden können. Die Mannschaft hat jedenfalls in den vergangenen beiden Jahren einfach nur eine tolle Entwicklung genommen und ist zu einem klasse Team zusammengewachsen. Daher schmerzt es sehr, dass sie nun auseinander geht“, teilt Thomas Ludemann mit.

Wann generell ein geordneter Handball-Spielbetrieb wieder möglich ist, steht derzeit noch nicht fest. Spekulationen reichen von einem Start der Spielzeit wie geplant im September bis hin zum Januar 2021. „Ich glaube nicht, dass im September schon wieder gespielt wird. Wir werden weiter mit Einschränkungen leben müssen“, sagt Ludemann und ergänzt: „Es wird erst wieder gespielt, wenn es einen Impfstoff gibt. Ich weiß nicht, wie man die Saison durchführen will. Man kann ja schließlich schlecht ohne Körperkontakt spielen.“

Das durch den Coronavirus abrupte Ende der Saison beschäftigt den 52-jährigen Ludemann immer noch, da „es für uns schrecklich war, so die Spielzeit zu beenden, auch wenn mit der Regelung, dass es keine Absteiger gibt, eine faire Lösung gefunden wurde“.

Zukunft offen

Die nun handballfreie Zeit vertreibt sich Thomas Ludemann mit anderen Aktivitäten wie beispielsweise Wandern, Joggen oder Fahrradfahren. „Man lernt das Sauerland nun noch mehr kennen“, sagt Ludemann schmunzelnd.

Ob es in Zukunft wieder eine Herrenmannschaft des BC Eslohe geben wird, die auch um Meisterschaftspunkte spielt, darauf will Thomas Ludemann keine konkrete Aussage geben: „Ausschließen möchte ich nichts. In der kommenden Saison wird das definitiv nicht der Fall sein, aber wir haben die Mannschaft ja nicht beerdigt, sondern nur auf Eis gelegt.“

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