Kampfsport

Martial Arts in Arnsberg: Bei wem hier die Fäuste fliegen

Ohne Angst in den Ring: Schon ganz junge Kampfsportler zeigen bei der Großveranstaltung in Hüsten ihr ganzes Können.

Ohne Angst in den Ring: Schon ganz junge Kampfsportler zeigen bei der Großveranstaltung in Hüsten ihr ganzes Können.

Foto: Georg Giannakis

Arnsberg-Hüsten.  Die „International Open German Martial Arts Championships“ in Arnsberg haben vielfältige Kampfsportarten vereint. Es gab beeindruckende Szenen.

In den Genuss einer Vielfalt an hochprofessionell ausgeübter Kampfkunst kamen Zuschauer nun in der Hüstener Sporthalle Große Wiese. Zum ersten Mal hat dort – und erstmals überhaupt in der Region – mit den „International Open German Martial Arts Championships“ eine offene, internationale Deutsche Meisterschaft stattgefunden. Ins Leben gerufen wurde der Wettkampf vom Martial Arts Center Yom Chi Bruchhausen. Diese Zeitung stattete dem sportlichen Großereignis einen Besuch ab.

Die eigene Wettkampfkleidung hatte Salvatore Tiso an diesem Tag im Schrank hängen gelassen und sich stattdessen ein feines graues Sacko und gute Lederschuhe angezogen. Denn der Meister – zugleich Bundestrainer des World Fight Sport & Martial Arts Council (WFMC) Germany – stand diesmal als Ausrichter einer ganz besonderen Premieren-Sportveranstaltung im Fokus. In Eigenregie und mit Unterstützung aus der heimischen Kommunalpolitik, war es Tiso gelungen, in der internationalen Kampf- und Kampfkunst-Sportszene kräftig die Werbetrommel zu rühren und letztlich 250 Teilnehmer in die Regierungsstadt zu locken. „Es fühlt sich richtig gut an, ein derart großes Spektrum an unterschiedlichen Kampfkunststilen in eine Veranstaltung zu packen. Das erfüllt einen schon mit Stolz“, erklärte Tiso.

Ring frei für kleine Kämpfer

Er habe ein ganzes Jahr und täglich etwa drei vier Stunden an Zeit investiert, um die Veranstaltung vorzubereiten. Kickboxer, Taekwondo-Sportler, Karate-Kämpfer und weitere Kampfsport-Protagonisten fanden sich nun in Hüsten zusammen und kämpften in ganz verschiedenen Wettbewerben um die begehrten DM-Titel sowie goldene und silberne Trophäen sowie Medaillen.

In die entsprechende Wettkampfmontur schlüpften längst nicht nur professionelle und semiprofessionelle jugendliche und erwachsene Sportler, sondern zum Teil auch junge Anfänger, die erstmals im ganz großen Rampenlicht standen. Konkret waren einige der Akteure blutjunge Anfänger, im zarten Alter von gerade mal fünf Jahren. So durften die Zuschauer unter anderem zwei ganz junge Sprösslinge beobachten, die sich auf ihren ersten Auftritt im Ring vorbereiteten. Mit freiem Oberkörper und einer leichtgewichtigen synthetischen Sporthose bekleidet traten die zierlichen, nur 1,20 Meter kleinen Kickboxer vor ihre Trainer.

Sie erhielten Anweisungen, wie genau sie sich im Kampf zu verhalten hätten. „Ali, hör genau zu: Konzentriere dich auf den anderen Jungen. Du darfst seine Fäuste nicht aus dem Blick verlieren. Und immer den Abstand zu ihm halten, damit du seine Tritte nicht abbekommst. Und jetzt geh’ voll drauf“, lauteten die letzten Instruktionen eines Coachs.

So läuft ein Kampf ab

Bevor der Kampf startete, hatten sich die beiden Kontrahenten ihre Boxhandschuhe angezogen, den Kopfschutz übergestreift und den Mundschutz eingelegt. Nach einem kurzen Blick in die Augen des Gegenübers gab der Ringrichter den Kampf frei. Die Glocke ertönte – und die beiden Nachwuchssportler malträtierten sich mit Faustschlägen und kunstvoll in Szene gesetzten Tritten. „Das ist Sport. Körper und Geist werden hier trainiert und in Einklang gebracht“, sagte Tiso.

Die beiden Kinder waren im Anschluss schwer begeistert von ihrem kämpferischen Auftritt. Beiden wurden von ihren Trainern gefeiert, auch wenn Einer von ihnen das Nachsehen gehabt hatte. Der Gewinner erhielt einen goldenen Siegerpokal und war mächtig stolz.

Auf den Nachbar-Schauplätzen verfolgten die Besucher derweil beeindruckende Kampfkunst. Im Formenlauf traten dabei unter anderem drei Taekwondokas des Ausrichtervereins an. Mit von der Partie war auch der Sohn von Salvatore Tiso: Salvatore Ciaro Stavros führte den mit Händen, Armen, Beinen und Füßen gezeigten Schattenkampf ebenso den Wettkampfrichtern vor, wie seine Mitstreiter Cristiano Ventura und Christian Kepsch.

Der nächste große Plan

Die drei Nachwuchs-Kampfkunstsportler des Bruchhausener Martial Arts Center Yom Chi waren engagiert bei der Sache und überzeugten die beiden Wettkampfrichter mit einer und filigranen und dynamischen Ganzkörper-Technik. Auf dem goldenen, ersten DM-Rang landete am Ende Cristiano Ventura, Platz zwei und damit Silber ging an Salvatore Junior, die Medaille für Rang drei an Christian Kepsch.

Spektakuläre Schwertkämpfe und beeindruckende Darbietungen im Hapkido, einer koreanischen Kampfkunst, rundeten den mehrstündigen Wettkampftag ab. „Ich bin überglücklich, dass die se Mega-Veranstaltung einen so tollen Zuspruch erfahren hat“, sagte Organisator Salvatore Tiso. Der Kampfkünstler hat jetzt noch Großes vor. „Im kommenden Jahr wird hier wieder viel los sein, denn am 3. Oktober 2020 werden wir hier Europameisterschaften austragen“, sagte Tiso und musste grinsen. „Das wird gigantisch!“

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