Fußball

Mescheder Lars Rathke ist Trainer und Fitnessfreak

Agil und engagiert an der Seitenlinie: Lars Rathke trainiert A-Kreisligist SSV Meschede seit diesem Sommer. Dass sein neues Team eine Spitzenmannschaft werden könnte, erwartet er am Anfang nicht unbedingt.

Agil und engagiert an der Seitenlinie: Lars Rathke trainiert A-Kreisligist SSV Meschede seit diesem Sommer. Dass sein neues Team eine Spitzenmannschaft werden könnte, erwartet er am Anfang nicht unbedingt.

Foto: Aufmkolk

Meschede.  Seine beiden Leidenschaft – den Fußball- und den Fitnesssport – vereint der Lars Rathke scheinbar mühelos. Wie der Mescheder dazu gekommen ist.

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„Bodypump“, „CX Works“, „High Grit“: Wenn Lars Rathke über seine große Passion, den Fitnesssport, spricht, benötigt der relativ untrainierte Laie eine Übersetzungshilfe aus dem Internet. Der 58-Jährige, seit mittlerweile 30 Jahren Fußballtrainer und derzeit erfolgreich beim A-Kreisligisten SSV Meschede aktiv, schafft es, seine beiden sportlichen Leidenschaften im Alltag in Einklang zu bringen.

Ebenso wie Trainerkollege Ünal Görgün – beide arbeiten gemeinsam hauptverantwortlich seit dem vergangenen Sommer für A-Kreisligist SSV Meschede – hatte Lars Rathke in der Saisonvorbereitung schon das Schlimmste befürchtet. Ende Juli verlor der SSV in einem Testspiel sang- und klanglos 0:8 gegen SW Suttrop und präsentierte sich desolat. „Wir haben uns schon gefragt, ob das hier für uns überhaupt Sinn ergibt“, erzählt Lars Rathke und lacht.

So hilft sich der SSV selbst

Nach dem Bezirksligaabstieg hatten den SSV Meschede 14 Spieler verlassen, die Stimmung war nachhaltig schlecht, auch bei einigen Stammgästen im Dünnefeld-Stadion. Rathke: „Hinzuschmeißen ist aber nicht meine Art und so haben wir überlegt, wie wir uns verbessern können.“

Die SSV-Verantwortlichen bauten Juniorenspieler wie Max Schamoni und Tim Telaku in die Mannschaft ein, verpflichteten mit Tobias Kuttnar – er ist mit Rathkes Tochter Yvonne verheiratet – vom TuS Oeventrop und Sebastian Schulz (TuS Müschede) erfahrene Kräfte und bauten die Mannschaft sukzessive um und vor allem auf. „Wir haben viel kommuniziert, die Jungs stark geredet, viel Technik- und Lauftraining absolviert und neue Begeisterung geschaffen“, erklärt Rathke. Auch der neue Weg, gemeinsam mit der Reservemannschaft zu trainieren, sei gut angekommen: „So ist im Verein der Zusammenhalt gewachsen und beide Mannschaften haben voneinander profitiert – bis heute.“

Entgegen der Erwartungen (Lars Rathke: „Das hätte ich ehrlicherweise auch nicht gedacht“) spielt der Absteiger in der A-Liga eine bisher starke Saison, hat auch in Spitzenspielen überzeugt und ist vier Punkte hinter Tabellenführer SG Bödefeld/Henne-Rartal Zweiter. Kann es womöglich sogar zum Aufstieg reichen? „Wir wollen ganz oben dabei bleiben und dann sehen wir weiter“, sagt Lars Rathke, der früher selbst Spieler des SSV Meschede war.

Auch die Kicker profitieren

Fit ist der 58-Jährige auch heute noch – und wie: Der gebürtige Mescheder ist ein ziemlicher Fitnessfreak und -experte, beispielsweise für das Ganzkörpertraining Bodypump, das von der neuseeländischen Firma Les Mills International entwickelt wurde, vor allem mit einer Langhantel betrieben und von Lars Rathke und seinen Mitstreitern in ständiger überarbeiteter Fassung vertrieben und in Form von Fitnesskursen angeboten wird. „Als ich meine aktive Karriere als Fußballer beendet hatte, habe ich an die zehn Kilo zugenommen und mich teilweise nicht wiedererkannt. Das wollte ich einfach nicht“, sagt Rathke.

Neben intensivem Lauftraining widmete er sich fortan vermehrt dem Kraft-Ausdauer-Sport, ließ sich im Bereich Fitness weiterbilden und hat mit seiner Leidenschaft ebenso seine Ehefrau sowie die drei Kinder angesteckt. „Auch für Fußballer sind eine gute Körperspannung sowie eine ausgeprägte Bauch- und Rückenmuskulatur extrem wichtig“, betont Rathke.

Netter Nebeneffekt: Im Zuge seiner Passion Fitness hat er auch Prominente wie den Ex-Profifußballer Marcell Jansen oder Extremsportler und Sänger Joey Kelly kennengelernt. Um selbst fit zu bleiben, überlässt Rathke auch im Urlaub nichts dem Zufall. „Wenn ich mir Hotels anschaue, dann suche ich diese danach aus, ob entsprechende Kurse angeboten werden. Wenn ich nämlich zwei Wochen nichts tue und dann wieder in Kursen aktiv bin, bereut man das am nächsten Tag ganz gewaltig“, sagt er und lacht.

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