Fussball-Landesliga

Staffelleiter Moos und die „absolute Ausnahmesituation“

Ab wann gehen die Spieler von RW Erlinghausen und des SV Hüsten 09 wieder zu Punktspielen auf den Platz?

Ab wann gehen die Spieler von RW Erlinghausen und des SV Hüsten 09 wieder zu Punktspielen auf den Platz?

Foto: Philipp Bülter

Sauerland.  Seit 1995 ist Ernst Moos Staffelleiter der Fußball-Landesliga 2. Die Sauerlandsport-Redaktion hat mit dem 73-Jährigen gesprochen.

Seit 1995 ist Ernst Moos Staffelleiter der Fußball-Landesliga 2. In dieser Zeit hat der 73-Jährige aus Wilnsdorf-Rinsdorf schon so einiges erlebt. Aber an diese Saison wird der Landesliga-Chef noch lange zurückdenken. Die aktuelle Saison stand bereits seit der Abmeldung der zweiten Mannschaft des TuS Erndtebrück vom Spielbetrieb kurz vor dem Punktspielstart unter keinem guten Stern. Jetzt ruht der komplette Spielbetrieb wegen der Coronakrise erst einmal bis zum 19. April. Wie geht es danach weiter? Unsere Zeitung hat mit Ernst Moos unter anderem über die Einstellung des laufenden Spielbetriebs, den zerstückelten Spielplan und die Veränderungen im Tagesgeschäft gesprochen.

Guten Tag Herr Moos. Die Entscheidung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen, den Spielbetrieb bis einschließlich 19. April einzustellen, dürfte Sie als Staffelleiter nicht überrascht haben?

Ernst Moos: Keinesfalls. Aufgrund der ganzen Entwicklung hat sich diese Entscheidung abgezeichnet. Die Maßnahme finde ich zu 100 Prozent richtig. Wir befinden uns schließlich in einer absoluten Ausnahmesituation.

Haben Sie eine Ahnung, wie es nach dem 19. April weitergehen könnte? Gibt es Notfallpläne beim Verband?

Da sich die Situation in Sachen Corona fast täglich ändert, kann man keine Prognose stellen, wie es danach weitergeht. Ob Notfallpläne des Verbandes existieren, ist mir nicht bekannt. Aber ich denke schon, dass sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht haben und weiter machen werden, ob und wie es überhaupt weitergehen kann.

Sie hatten mit dem SC Obersprockhövel selbst einen Coronafall in der Landesliga 2. Wie ist der Stand der Dinge?

Der Verlauf der Erkrankung ist für den Betroffenen glücklicherweise glimpflich verlaufen. Dem Infizierten geht es mittlerweile wieder ganz gut.

Haben sie so eine turbulente Saison überhaupt schon einmal erlebt?

Eindeutig nein. Es hat immer schon einmal Ausnahmenspielzeiten gegeben, zum Beispiel durch witterungsbedingte Ausfälle. Ich denke da an die Saison 2012/13. Die jetzige Situation ist allerdings wirklich außergewöhnlich.

Die Abmeldung der zweiten Mannschaft des TuS Erndtebrück hat den Spielplan verändert. Können Sie den Ärger der Vereine über die zahlreichen Pausen verstehen?

Absolut. Zumal durch die Abmeldung die ohnehin schon auf 15 Mannschaften aufgestellte Liga auf nur noch 14 Teams reduziert worden ist. Man kann da fast schon von einer „Rumpfliga“ sprechen, denn an den bisherigen Wochenenden mussten bislang immer zwei Mannschaften pausieren.

Gab es keine Alternative?

Leider nein, da die offizielle Absage beziehungsweise der Verzicht des TuS Erndtebrück II viel zu spät kam. Zwischen Absage oder Verzicht und dem Beginn der Meisterschaft lagen nur fünf Tage. Da hatte man natürlich keine Möglichkeit mehr, zu reagieren und eventuelle Änderungen vorzunehmen.

Sie sind schon viele Jahre im Geschäft. Was hat sich für Sie als Landesliga-Staffelleiter in den vergangenen Jahren am meisten verändert?

Besonders die Einführung des elektronischen Spielberichts zur Saison 2008/09 hat für die Vereine und mich als Staffelleiter viel Positives und gewisse Erleichterungen gebracht.

Die Mannschaften der Staffel 2 kommen aus verschiedenen Fußballkreisen, mit zum Teil langen Anfahrten. Wie oft sind sie selbst auf den Landesligaplätzen?

Wenn möglich, besuche ich sonntags die Spiele in meiner Staffel, wobei die Orte der Vereine aus der näheren Umgebung natürlich öfter von mir angesteuert werden. Allerdings nehme ich auch längere Fahrten zu den weiter entfernten Orten in Kauf.

Wie sehen Sie das das Thema Rassismus auf den Plätzen?

In den beiden vergangenen Spielzeiten hatte ich nur einen Fall von Rassismus. Auffällig ist allerdings, dass die Verbalattacken zunehmen, vor allem von außerhalb des Spielfeldes.

Wie lange wird es den Staffelleiter Ernst Moos noch geben?

Nach der laufenden Saison werde ich noch zwei Spielzeiten (2020/21 und 2021/22; Anmerkung der Redaktion) die Landesliga 2 betreuen. Danach soll dann aber Schluss sein.

Wie lautet Ihr Wunsch für die restliche Amtszeit?

In erster Linie hoffe ich natürlich, dass wir alle die Coronakrise gesund überstehen. Sportlich wünsche ich mir, dass dem Amateurfußball in Zukunft wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Da müsste aber, was vor allem die Spiele der 1. und 2. Bundesliga am Sonntag betrifft, ein Umdenken stattfinden. Dies muss aber von oben kommen.

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